Die Tetralogie von Max Goldt als Bildband · 25. September 2014

Morgen erscheint im Rowohlt Berlin Verlag ein Bildband mit allen vier in der Druckerey entstandenen Büchern von Max Goldt mit dem Titel »Chefinnen in bodenlangen Jeansröcken«. Sie wurden nicht etwa durch einen Scanner gejagt, sondern mit viel Aufwand und Sorgfalt von Volker Möhrke fotografiert und sind in Originalgröße abgebildet. Der Grafikdesigner und Kalligraf Frank Ortmann hat auf einigen Seiten Anmerkungen von Max Goldt in kalligrafischer Spitzfederhandschrift hinzugefügt. Ich selbst habe ein längeres Vorwort zur Geschichte der vier Büchlein beigetragen und die gesamte Ausstattung übernommen. Der Verlag hat mir sogar erlaubt, sein Verlagszeichen in eine spezielle Form zu bringen. Im Anhang des Buches finden sich Fotos der Schuber-Edition, eine Visitenkarte von Max Goldt und eine unserer handgesetzten Postkarten. Band 2 und 3 sind schon lange vergriffen, Band 1 und 4 sowie einige Schuber-Editionen sind noch im Original erhältlich. Den Bildband von Rowohlt gibt es ab morgen im Buchhandel.

— Martin Z. Schröder

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Alle vier auf einmal mit Zugaben · 9. Mai 2014

Die Internet-Buchhandlungen führen das Werk schon, jetzt muß es auch hier angezeigt werden: Im September soll bei Rowohlt Berlin ein Faksimile der vier typografischen Hefte von Max Goldt erscheinen, die ich seit 1998 gedruckt habe. Es heißt: »Chefinnen in bodenlangen Jeansröcken«. Dieser Titel greift einen Text aus dem letzten Büchlein auf und bezieht sich auf das letzte »richtige« Buch von Max Goldt »Die Chefin verzichtet«. Er wird neben den sorgfältig fotografierten Büchlein auch die Beilage zeigen, die im Original nur den fünfzig feinen Schubern beigefügt wurde sowie eine in kleiner Auflage gedruckte Postkarte aus dem Jahr 2003 und eine Visitenkarte von Max Goldt aus demselben Jahr. Ich habe ein Vorwort geschrieben und mit ein paar Fotos versehen, die die Blogleser schon kennen. Max Goldt hat für einige faksimilierte Seiten Texte ergänzt. Diese Ergänzungen wird der Kalligraf und Designer Frank Ortmann von Hand schreiben.

Das Buch wird in Halbleinen gebunden sein, den Titel habe ich digital gesetzt mit der Schrift Wood Bonnet von Andreas Seidel. Diese Schrift hat für jedes Zeichen mehrere Alternativen, um eine im Buchdruck gedruckte echte Holzschrift zu imitieren.

Ich befasse mich zur Zeit mit dem Haupttitel. Zuerst hatte ich ihn digital gesetzt, aber das ist mir nicht gelungen. Nun habe ich eine andere Idee. Ich möchte den Bleisatz auf dem Haupttitel zeigen, aber nicht drucken und nur den Druck faksimilieren. Es muß etwas besonderes werden. Heute habe ich erst einmal den Titeltext in verschiedenen Bleischriften gesetzt und auch Abzüge davon gemacht.

Hier ist ein Ausschnitt des Abzugs zu sehen.

Man könnte den Bleisatz freilich einfärben und das Foto spiegeln, aber solch ein Foto würde ja nicht das zeigen, was auf der Arbeitsplatte liegt. Der Setzer liest nun mal kopfstehende Spiegelschrift.

Die mit einem Spiegel für jeden lesbar wird. Jetzt muß ich mich für ein oder zwei Schriften entscheiden und dann mit einem größeren Spiegel ein Foto herstellen. Und dieses Foto muß so gut gemacht sein, daß es den ganzen Titel gut lesbar zeigt und tauglich ist für den Haupttitel des Buches. Ob ich das hinbekomme?

— Martin Z. Schröder

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Schuber für Goldt-Tetralogie bis 5.3. bestellbar · 28. Februar 2013

Auf Wunsch lasse ich Leerschuber für die Max-Goldt-Tetralogie herstellen. Diese Schuber werden in der kommenden Woche in Auftrag gebeben. Es werden 50 Schuber für die Schuber-Edition hergestellt und auf Wunsch zusätzliche Schuber ohne Inhalt. Letztere lasse ich nur in der Menge herstellen, wie verbindliche Bestellungen eingehen. Die Schuber werden vom Buchbinder in Handarbeit hergestellt aus einem stabilen Karton, und die Leerschuber mit einem maisgelben Papier bezogen. Sie bekommen ein Rückenschild mit einem Hinweis zum Inhalt. Der Schuber wird 42 Euro brutto inkl. 19% MWSt. und inkl. Versand kosten. Er ist im Online-Shop ab sofort und bis zum 5. März erhältlich.

Die Schuber für die Schuber-Edition werden mit (natürlich echtem) Marmorpapier bezogen. Es wird pro Design nur zwei Schuber geben. Der Edition wird ein Einblattdruck beigegeben. Diese Edition ist noch nicht bestellbar, der Preis steht noch nicht fest.

— Martin Z. Schröder

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Verlautbarung zur Schuber-Edition der Tetralogie "Max Goldt im Bleisatz" · 7. November 2012

Verehrte Leser,

da ich nun oft gefragt wurde, ob die Schuber-Edition der vier Bücher von Max Goldt aus meiner Werkstatt bereits zu bestellen ist, habe ich eine Reservierungsliste eröffnet und schreibe diese Verlautbarung – in welcher es nur um diese Büchlein geht, Sie also in der Lektüre fortzufahren sich bitte nicht bemüßigt sehen wollen, wenn Sie an diesen Arbeiten nicht interessiert sind.

Weil heute der Preis der Tetralogie-Ausgabe noch nicht feststeht (wohl nicht unter 300 Euro), kann die Edition noch nicht bestellt werden. Aber ich trage die Interessenten in die Liste ein, und wenn die Edition erscheint, biete ich den eingetragenen Interessenten das Werk zuerst an.

Wie aufwendig der Schuber sein wird, weiß ich noch nicht, aber schön muß er werden, also mit Kleisterpapier, Leinen oder Leder bezogen und mit Schildchen ausgestattet, und diese handgemachten Schuber werden numeriert sein, damit die Limitierung garantiert ist. Ich habe vor, dem Schuber eine Beilage mitzugeben. Ein Text von Max Goldt im Handsatz auf Echt Bütten vielleicht. Handwerk für gedruckten Luxus.

Gefragt wurde ich auch, ob der Schuber leer geliefert werden kann, damit die Besitzer der vier Bände sie in einen Schuber ordnen können. – Es wird nicht möglich sein, den gleichen Schuber zu bekommen, das würde dem Gedanken der limitierten Edition mit Beilage widersprechen. Ich könnte aber einen weniger aufwendig gemachten Schuber anfertigen lassen, der sich äußerlich vom Editionsschuber deutlich unterscheidet. Ich würde die Interessenten bitten, mir ihr Interesse kundzutun für eine zweite Liste zum Vormerken. Bevor die Schuber dann in die Produktion gehen, zeige ich ein Modell, nehme die Bestellungen mit Vorauszahlung entgegen und lasse die gewünschte Menge produzieren.

Zusammengefaßt: Wenn Sie interessiert sind an der Schuber-Edition, schreiben Sie mir bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Reservierung Edition“. Wenn Sie einen leeren Schuber zu erwerben in Erwägung ziehen, schreiben Sie in die Betreffzeile bitte: „Reservierung Leerschuber“. Wenn Sie an beidem interessiert sind, schreiben Sie mir bitte zwei E-Mails. Sie kaufen damit nichts, sondern reservieren unverbindlich in der Reihenfolge des Eingangs Ihrer Nachrichten in der Druckerey-Postannahmestelle.

Freundlich grüßt Sie
Ihr Martin Z. Schröder

— Martin Z. Schröder

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Ausverkaufswarnung · 9. Dezember 2010

Verehrtes Publikum, die Zugeneigtheit der Freunde des neuen Buches von Max Goldt Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen zu demselben, verbunden mit der Freude des Besitzes oder der Vorfreude des Verschenkens desselben, raubt mir den Schlaf. Deshalb ist es hier im Blog so stille. Vermelden möcht ich doch aber, daß inzwischen 1200 der 2010 Bücher ausgeliefert sind, etwa 100 warten auf den Versand. Zur Zeit gehen täglich etwa 50 Bücher auf den Weg. Es kann also sein, daß das Büchlein in Kürze vergriffen sein wird. Wer nicht zu kurz kommen möchte, sollte darum jetzt bestellen, und zwar hier. Der Versand erfolgt nach Zahlungseingang, solange der Vorrat reicht. Ist ja klar. Von telefonischen Nachfragen bitte ich abzusehen, denn die Arbeit ist in diesen Tagen nur mit größter Mühe zu bewältigen, jede Minute ist kostbar geworden.

— Martin Z. Schröder

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Eine Kompanie Nußknacker · 31. Oktober 2010

Wir müssen hier bemerken: welch ein räthselhaftes, unbeschreibliches, geheimnißreiches, lokendes Ding ist die Zukunft, wenn wir noch nicht in ihr sind – wie schnell und unbegriffen rauscht sie als Gegenwart davon – und wie klar, verbraucht und wesenlos liegt sie dann als Vergangenheit da! Adalbert Stifter

Sind es ein oder zwei Wochen, daß das Büchlein auf seinen Weg geschickt wurde, ich weiß es nicht. Viele Büchlein sind nun schon angekommen, beispielsweise bei der Künstlerin Barbara Wrede, die in ihrem Blog zwei reizende Fotos veröffentlicht hat. Blau ist die naheliegendste Farbe für das vierte Büchlein, fiel mir dabei wieder ein. Was naheliegt, muß nicht am besten passen. Das Bild mit dem hautbraunfarben glänzenden Plüsch ist beinahe vulgär. Danke!

Ich habe das Büchlein inzwischen oft zufrieden durchblättert, mich an manche Arbeit gern erinnert, nun auch wieder bedauert, daß sie getan ist — und zu meinem Entsetzen einen echten Druckfehler gefunden. Den gebe ich aber nicht bekannt, sondern warte gespannt, wann ich damit erwischt werde.

Als ich zu Frau Wrede meinte, ich könnte ein paar Roboter gebrauchen, die für mich zur Post marschieren, Nußknacker oder so, ist die Spezialistin für Wunscherfüllung sofort darangegangen, meine Vision umzusetzen. Gestern fand ich eine Kompanie Nußknacker in meiner Post. Leider reicht es nur zur Illusion: Wie die Truppe unter bärenstarker Führung Büchersendungen zur Post trägt.

An den Lappen muß ich wohl ranschreiben, daß es sich um den Himmel handelt. Leider nur ein Traum. Bald wird mehr gepackt und zur Post getragen, und das gar nicht ohne Vergnügen, denn ich möchte es natürlich unter die Leute bringen. Ab Montag ist das Märchenschloß von Max Goldt im Buchhandel zu haben. Auf Amazon bietet übrigens jemand den Atlas van de nieuwe Nederlandse vleermuizen für 498,00 Euro an, und ich frage mich, ob dieser Händler ein Spaßvogel ist oder eine gute Nase hat und ich jetzt schon an den Preis fürs Märchenschloß eine Null anhängen sollte.

— Martin Z. Schröder

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Übergabe · 26. Oktober 2010

Während die ersten bestellten Märchenschloß-Bücher schon ausgeliefert wurden, begab ich mich in die Räumlichkeiten Max Goldts, um auch dem Autor das Buch zu überreichen.

— Martin Z. Schröder

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Auslieferung · 18. Oktober 2010

Verehrtes Publikum, es hat ein paar Tage gedauert, aber jetzt bin ich soweit, daß ich mich an dem Büchlein erfreuen kann. Es ist doch schön, daß der letzte Schritt nicht in der eigenen Werkstatt gemacht wird, sondern in der Buchbinderei. Man liefert kistenweise bedrucktes Papier ab, und nach ein paar Tagen bekommt man kistenweise Bücher. Herrlich! Ich habe es immer wieder in die Hand genommen (und tue es noch) und freue mich.

Bevor ich noch ein poaar Fotos zeige, zur Kritik meines sehr geschätzten Kollegen Florian Hardwig, der vor ein paar Tagen in Kommentar 3 die Versalzeile aus der Schreibschrift Legende aufpickte. Ich habe in dem großen Buch über den Schriftschöpfer Schneidler keinen Versalsatz aus der Legende gefunden, dafür aber bei Tschichold. Er hat weiter spationiert als ich, und man könnte auch dem Wort KALEWALA einen eigenen Rhythmus zugute halten, der erst zur Verwendung der Legende-Versalien berechtigt.

Es kommt nicht nur auf die Lesbarkeit an, für diese aus dem Einwand von FH gezogene Einsicht danke ich, sondern auf das Bild, das eine Schreibschriftzeile gibt, und das einen viel stärker eigentümlichen Rhythmus herstellt als eine Versalzeile aus gewöhnlicher Druckschrift. Heute muß ich noch sagen, daß ich es wieder so setzen würde und ich die Zeile, ich sag’s mal so naiv wie ich’s fühle, schön finde.

Ich räume aber sofort ein, daß mir möglicherweise die Einsicht des Schriftschreibers fehlt und ich Typografie an dieser Stelle nicht genügend verstehe, daß ich Mängel nicht sehe. Ich wäre für weitere detaillierte Kritik und Sehhilfe sehr dankbar. Zur Typografie des Büchleins habe ich einige Anmerkungen notiert, die hier im PDF eingesehen werden können.

Nun noch ein paar Bilder vom fertigen Werk.

Für den Typografen, Setzer und Drucker bildet jede Seite eine Erinnerung. An die Entwurfsarbeit, an Schwierigkeiten beim Satz und auch an die Arbeit an der Druckmaschine.

Diese Seite war die erste überhaupt, die ich gedruckt habe.

Und diese Seite enthält zwei Platten-Cover, die zu setzen nicht ganz ohne Kniffligkeit abging.

Für diese Formen habe ich digitale Entwürfe gemacht.

Und an der Kombination der Texte “Kuchen” und “Kompott” erfreue ich mich sehr.

Dieser Text wurde an der Monotype-Setzmaschine in Hamburg hergestellt. Mein Dank gilt Helmut Bohlmann und dem Monotype-Spezialisten Erich Hirsch.

Diese Doppelseite war wie ein Aufenthalt auf dem Abenteuerspielplatz, hier wurde wild alles zusammengenagelt, was nicht zusammenpaßt.

Eine meiner Lieblingsseiten und eine der wenigen Illustrationen.

Schließlich das Impressum. Auch dieser Text wurde in Hamburg gesetzt, aus der Schrift Gill, die ich leider nicht habe und die man in deutschen Bleisetzereien leider überhaupt allzu selten findet.

Das Buch kann ab sofort im Online-Shop der Druckerey (Letterpress Berlin) geordert werden. Das Shop-System sendet sofort nach Bestellung eine Bestätigung, aber ich bitte um etwas Geduld, wenn ich am Anfang mit der Bearbeitung nicht so rasch nachkomme. Versandkosten werden für alle Bestellungen, in denen ein Buch enthalten ist, nicht berechnet, auch wenn sich das System in den nächsten Tagen noch gelegentlich irren sollte und die Kosten in der Bestätigung ausweist.

— Martin Z. Schröder

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Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen · 18. Oktober 2010

Das dritte Buch von Max Goldt und Martin Z. Schröder mit dem schönen Titel Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen hat, wie seine beiden Vorgänger, 32 Seiten, enthält nun noch mehr Buchstaben (Druck komplett vom Bleisatz) und schimmert von außen weder silbrig noch dunkelgrün sondern bordeauxrot, und es ist mit dunkelgrünem Garn in einer Fadenknotenheftung gebunden. Die kurzen luxuriösen Texte, die darin stehen, sind Erstveröffentlichungen.

Zur Typografie habe ich Anmerkungen notiert, die hier zu laden sind.

Das Märchenschloß erschien am 18. Oktober 2010. Im Blog läßt sich seine Herstellung verfolgen, die am 1. Februar des Jahres begann.

Vom Verkauf der Gesamtauflage zurückgehalten werden 50 Exemplare, die zusammen mit dem ersten Buch, dem dritten (Märchenschloß) und einem für 2012 geplanten vierten als vollständige Tetralogie im eigens anzufertigenden Schuber im Jahre 2013 erscheinen sollen.

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Buchdruck vom Bleisatz, mehrfarbig,
Englische Broschur, Fadenknotenheftung mit Umschlag
Einmalige (limitierte) Originalauflage: 2010 Exemplare
32 Seiten
28 Euro

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Das Büchlein kann im Internet-Laden der Druckerey ab Januar wieder versandkostenfrei geordert werden, solange der Vorrat reicht. Es ist am 14. Dezember 2010 fast ausverkauft. Für den Buchhandel ist das Buch leider nicht mehr lieferbar.

— Martin Z. Schröder

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Eine Lieferung von Lüderitz & Bauer · 15. Oktober 2010

Es ist nun doch etwas Hektik entstanden, aber zum Glück wird davon das Büchlein von Max Goldt nicht beeinträchtigt. Die Arbeiten direkt am Buch sind, tatsächlich, wie ist es doch schön, abgeschlossen.

Auf nebenstehendem Bild ist zu sehen, wie sich die freundlichen Buchbinderinnen bei Lüderitz & Bauer der feinen Ware annehmen. Die Büchlein wurden mit dem Schutzumschlag versehen, den ich noch zeigen werde, und sie wurden einzeln in Packpapier eingeschlagen, und auf das Papier wurde die Nummer des darin enthaltenen Exemplars geschrieben. Zu fünfzig Stück wurden die eingeschlagenen Büchlein in Kartons verpackt, auch diese wurden numeriert.

Es gehört einige Organisationserfahrung dazu, damit alles geordnet bleibt. Die Numerierung mußte während der gesamten Weiterverarbeitung in der Buchbinderei im Auge behalten werden.

Erst wurden die Bogen beschriftet, dann die Bücher verpackt. Denn es durfte nicht passieren, daß beim Beschriften des verpackten Buches das Schreibgerät durchgedrückt wird auf den Buchumschlag.

Die richtigen Handgriffe für eine Verpackung wollen gekonnt sein, denn eine Knautsch- und Knüllumhüllung möchte man schließlich nicht haben.

Am Mittwoch dann habe ich die Büchlein zusammen mit einem Kurier abgeholt, denn das Dienstfahrzeug des Druckers ist nur ein unmotorisiertes Zweirad.

Und inzwischen sind die Kartons auch verstaut. Nun kann der Verkauf bald losgehen, aber das dauert noch ein paar Tage. Denn niemand findet es erfreulich, wenn er nach der Bestellung die Mitteilung bekommt, daß dem Versand ein Verpackungsproblem entgegensteht. Morgen kommen die ersten 200 stabilen Kuverts, auch mit Porto rechne ich in den nächsten Tagen. Das Büchlein wird dann vorerst nur im Internet-Laden der Druckerey erhältlich sein, und ich werde hier natürlich Bescheid geben, wenn es soweit ist. Bis November wird auch der Buchhandel von dem Büchlein erfahren.

So richtig genießen konnte ich den Abschluß der Arbeit noch nicht. Es ist noch zu viel zu tun. Neben dem Verlagsgeschäft beispielsweise ein Kommentar zur Typografie des Büchleins, den ich den Blog-Lesern zur Verfügung stellen werde.

— Martin Z. Schröder

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Streben nach dreckigem Grün · 9. Oktober 2010

Der Inhalt des Büchleins ist gebunden. Ich habe auch ein Filmchen gemacht, nur bislang fehlte mir die Zeit, es zu laden. Nächste Woche hole ich das nach. Derweil bin ich mit dem Umschlag befaßt. Die hier skizzierte Fraktur wird nicht eingesetzt werden, ich habe mich für die Schrift Legende von Ernst Schneidler entschieden.

Der Name wird aus Versalien gesetzt, die Legende gehört zu den Schreibschriften, die Versalsatz erlauben.

Beim Mischen der Farbe entstand ein großes Durcheinander, bis ich den richtigen Ton gefunden hatte. Zwischendurch beim Drucken habe ich ihn übrigens auch mal wieder verloren, so daß es zwei verschiedene Grünversionen auf dem Umschlag gibt. Was natürlich nur merkt, wer zwei Bücher aus verschiedenen Drucketappen kauft.

Olivgrün, Dunkelgrün, Silberpaste, Lasurweiß, Deckweiß, Trockenstoff, Bologneser Kreide und Gelb wurden nach und nach zu Zutaten.

Und so sieht das dann aus, wenn die Farbe ins fix gebastelte Drucker-Pappkästchen gestrichen wird.

Kommende Woche wird das Büchlein fertig, das ist abzusehen. Der Umschlag muß noch umgelegt werden, und jetzt werde ich doch noch schnell das Filmchen hochladen.

— Martin Z. Schröder

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Buch unterwegs · 4. Oktober 2010

Der Inhalt von 2010 Büchlein liegt auf dieser Palette, die der Chef der Buchbinderei Lüderitz & Bauer, Jörg Ziegler, eigenhändig in den Betrieb gezogen hat. Dem entnimmt mein verehrter Leserkreis, daß nun demnächst gebunden wird. Auf Berlins einziger Fadenknotenheftmaschine. Baujahr 1952, wie der Heidelberger Tiegel, auf dem der Buchinhalt gedruckt wurde.

Lüderitz & Bauer knoten also Fäden, während ich mich mit dem roten Umschlag befasse. Und den Vertrieb vorbereite. Vorbestellungen werde ich nicht entgegennehmen. Es sind ja genug Bücher da, die werden nicht so schnell ausverkauft sein wie beim Vorgängerbüchlein. Etwa Mitte Oktober wird das Büchlein über den Shop der Druckerey in den Handel kommen.

— Martin Z. Schröder

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Innerer Umschlag · 29. September 2010

Das Büchlein wird bei der Fadenknotenheftung mit einem Kartonumschlag vernäht, um den dann ein zweiter Karton gelegt wird. Englische Broschur wird diese Bindeweise genannt (wenn der äußere Umschlag noch festgeklebt wird, aber ich nehm’s mal nicht so genau, denn für meine Art der Broschur gibt es keinen Namen). Die Klappen des umgelegten Umschlages reichen weit über den grünen Umschlag, innen sieht man von diesem nur schmale Streifen. Unter die Klappen habe ich links eine Art Illustration aus Lettern gedruckt, rechts eine Textzugabe. Einen kleinen Text, der im Buch keinen Platz mehr fand, der mir aber so gut gefiel, daß ich ihn nun hinter der hinteren Umschlagklappe versteckt habe.

Die Lettern-Illustration zu setzen war ein zeitaufwendiges Vergnügen. Ich habe Teile des Monotype-Satzes, der ja nicht abgelegt wird, sondern wieder eingeschmolzen, dafür verwendet. Und aus der Schriftschrottsammlung ein paar Buchstaben gezogen.

Natürlich fallen immer wieder Lettern um, die Monotype-Buchstaben sind ja nicht groß, Schriftgrad Korpus (10 Punkt).

Ich habe mich also langsam vorgearbeitet.

Bis sich das Feld allmählich schloß.

Wie ich die Buchstaben im Schließrahmen befestigen konnte, so daß sie sich durch die Erschütterungen beim Drucken mit dem Heidelberger Tiegel nicht lösen, hat mich Kopfzerbrechen gekostet, aber es fand sich eine Lösung.

Gedruckt wurde mit einem metallischen Grün auf den grünen Karton.

Und unten rechts zwei Wörter aus einem der Goldt-Texte stehen zu lassen, fand ich hübsch.

Der erste Korrekturabzug sieht selten gut aus. Und in diesem Fall habe ich auf der rechten Seite noch einen vollständigen Rahmen um die Kolumne gebaut und manches verschoben.

Rechts habe ich Ziermaterial verarbeitet, das sich sowohl für eine größere Figur eignet, wenn man vier Teile zusammenfügt,

als auch für Eckstücke eines Rahmens.

Vorn lockt dieser possierliche Zeitgenosse dazu, den äußern Umschlag zu heben und darunterzulugen.

So sieht das verwendete Klischee aus. An seine Herkunft habe ich keine Erinnerung, es steht schon sehr lange im Regal.

Da nun der Umschlag gedruckt ist, wird in Bälde alles in die Buchbinderei transportiert werden.

— Martin Z. Schröder

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Kein wirklicher Schmutztitel · 27. September 2010

Dieses Päckchen kam aus Hamburg in meine Berliner Werkstatt. Im Hamburger Museum der Arbeit hat der Monotypesetzer Erich Hirsch (in diesem Beitrag zu sehen) den Text gesetzt, und unser Kollege Helmut Bohlmann hat ihn mir geschickt.

Herrlich. Das Impressum. Denn wir sind beim letzten Druckbogen angelangt. Tatsächlich, dieser Druckgang ist der letzte für den Inhalt. Bevor das Büchlein in die Buchbinderei geht, muß nur noch der innere Umschlag gedruckt werden. Ein Ende der Produktion ist in Sicht. Einerseits erfreulich, daß man bald das Buch in der Hand halten kann, andererseits werde ich die Arbeit vermissen.

So sieht der Satz des Impressums aus, aber so bleibt er nicht für den Druck.

Zuerst kommt er auf ein Setzschiff und wird aufgebunden, also die Kolumnenschnur, welche die Lettern festhielt, wird entfernt.

Dann wird er durchschossen, also mit Zeilenzwischenräumen ausgestattet. Und ich habe ein Numerierwerk eingebaut, denn alle 2010 Exemplare werden numeriert, jedes wird zum Einzelstück, ein Merkmal bibliophiler Ausgaben.

Wenn Druck auf den Plunger ausgeübt wird (auf dem Plunger steckt das Nummernzeichen), rückt das Werk eine Stelle zurück, denn es handelt sich um ein rückwärtslaufendes Numerierwerk. So daß, wenn die Auflage gedruckt ist, zuoberst die Nr. 1 liegt. Außerdem habe ich den Satz etwas verändert, also den Umbruch korrigiert, die Versalzeilen ausgeglichen (Buchstabenabstände harmonisiert) und spationiert (Buchstabenabstände erweitert).

Das ist das Impressum in voller Länge. Es ist so umfangreich, weil alle verwendeten Schriften namentlich genannt werden und weil alle Mitwirkenden genannt werden und in genauer Bezeichnung auch die verwendeten Papiere mit dem Lieferanten, der Papier-Union.

Hier deutlicher zu erkennen, der obere Teil des Impressums …

… und der untere.

Und auf diesen Bildern ist die Seite zu sehen, auf der gewöhnlich der Schmutztitel steht. So heißt die erste Seite des Buches, die am Vorsatzpapier des Deckels befestigt ist und den Haupttitel vor Verschmutzung schützt. Hier ist die Seite kein echter Schmutztitel, sicherlich wird dieses Buch nie einen neuen Einband bekommen, wofür man den Schmutztitel entfernen würde. Deshalb kam die Druckermarke auf diese erste Seite des Buches. Gewöhnlich gehört sie auf den Haupttitel, stünde dort aber unpassend.

Hier noch einmal größer, oben der Name des Autors in kleinen Garamond-Majuskeln, unten ein Kurztitel in kursiven Majuskeln.

So, das war der letzte Druckbogen. Als nächstes folgt der grüne Umschlag innen. Dann geht alles in die Buchbinderei, und während dort dunkelgrüne Fäden genkotet werden, mache ich mich an den äußeren Umschlag (metallisches Rot). Und wenn die Bücher gebunden sind, wird der Umschlag angepaßt, gerillt und umgelegt. 6030 Rillen für 2010 Bücher, jede wird einzeln geprägt, herrje! Also es dauert noch ein Weilchen.

— Martin Z. Schröder

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Penisg'schichterln · 25. September 2010

Penisg’schichterln aus dem Hotel Mama sollte unser Büchlein einmal heißen. Ich möchte aber nicht, daß sich ein Titel eines Textes als Buchtitel wiederholt. Deshalb heißt das Büchlein ja nun auch “Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen”. Aber den wunderbaren Text mit dem Penisg’schichterl gibt es noch. Und so ziersam ist er geschmückt worden. Den Monotype-Satz aus der Schrift Plantin lieferten Erich Hirsch und Helmut Bohlmann aus dem Hamburger Museum der Arbeit (fünf Seiten des Büchleins werden sie am Ende mit Satz gefüllt haben). Ich habe den Satz durchschossen (Zeilenzwischenräume aus sogenannten Regletten eingefügt), was ein bißchen schwierig ist, weil der Monotype-Satz ölig klebt und man arg aufpassen muß, daß man den Satz nicht zu einem Eierkuchen verrührt. Eierkuchen nennt man gequirlten Satz, dieses Schreckensbild bedarf vermutlich keiner Erläuterung. Mein Lieblingssatz aus diesem Text lautet: Der Penis “überspringt” die Mutter. Nun, bald kann man nachlesen, welche Bewandtnis es damit hat.

So sieht die Überschrift gedruckt aus. Ich habe versäumt, ein Foto von der Doppelseite zu machen. Die Penisg’schichterln werden sehr lieblich präsentiert. Ich fotografiere ja am Ende noch einmal alle Doppelseiten.

Aber doch zeigen kann und möchte ich diese Doppelseite.

Zusammen mit der zweiten Hälfte des Penis’geschichterln-Textes wurde nämlich dieses schöne alte Glas gedruckt.

Das schöne alte Glas hier in großer Aufnahme.

— Martin Z. Schröder

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Urgesteine und Umstrittene · 24. September 2010

Dieser Anblick, verehrte Leser, diesen Acker mit Reihen und Furchen anzuschauen, das ist für mich erhebend. Einerseits die geordnete Umgebung, der rechteckige Rahmen, die genauen Maße, die Präzision der Form — andererseits die wortbildenden Lettern, denen sprachliche Unordnung innewohnt. Es dauert ein Weilchen, einen solchen Entwurf zu berechnen, in diesem Fall habe ich einen digitalen Entwurf gemacht, und den Text zu pinnen, wie wir früher sagten, wenn mal Werksatz (Paketsatz) anzufertigen war. Man füllt den Winkelhaken einige Male, bis eine solche Kolumne fertig ist.

Und in dem Moment, da ich diese Zeilen schreibe, ist der Satz bereits gedruckt und schon wieder abgelegt, denn mir fehlt inzwischen Platz, um Kolumnen dieser Größe zu lagern. Ist das aber nicht ein schönes Bild eines “temporären Werkes”? Nur Mittel zum Zweck, nur dazu da, um auf Papier gedruckt zu werden, aber an sich schön und vielleicht wegen seiner Vergänglichkeit für den Schriftsetzer, der es Letter für Letter zusammengesetzt hat und alle feintypografischen Details des Textes während der Arbeit an der Zeile im Winkelhaken bestimmt hat und so genau kennt wie sonst niemand, ein bewegender Anblick.

Es handelt sich um die kursive Walbaum in Petit (8 Didot-Punkt), eine der schönsten Schriften meiner Werkstatt.

Auf der linken Seite ist Monotype-Satz aus Hamburg zu sehen. Schrift: Plantin. Im gebundenen Buch wird der Druckbogen so freilich nicht zu sehen sein, das paßt ja überhaupt nicht zueinander.

Wenn dieser Zwiebelfisch nicht von der Schriftlinie abweichen würde, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht bemerkt. Die Letter selbst mißt 3 Millimeter Kopfhöhe, so ein i ist etwas mehr als ein Drittel davon.

Die Texte von Max Goldt in diesem Büchlein sind alle gut. Ich habe sie ausgesucht aus einer größeren Auswahl, in der kein schlechter Text befindlich gewesen. Dieser hier gehört zu den Texten, in denen man das so ernstgemeinte wie dusselige Gerede der eigenen medialen Umwelt wiedererkennt und ins Komische gezogen sieht: Eine “umstrittene Balalaikaspielerin”, ein “CDU-Urgestein” (huh!), ein “irre populärer Kunsthonigexperte”. Schon das WORT Kunsthonigexperte haut mich um. Ich sehe ihn vor mir, mit einem geschichtsträchtigen (gemeint wäre anekdotenbehafteten) Löffelchen in der Aktentasche; Halbglatze, Brille, Bart, Lederbundjacke, Jeans, ein lockerer, gern gesehener Talkshowgast, der, das Herz auf dem rechten Fleck, als unbestechlich gilt in allen Fragen rund um den Kunsthonig, in welchem natürlich viel mehr steckt, als der Laie auch nur ahnt. Und dieser hochkarätige Spezialist heißt dann auch noch Bernhard Behrend. Behrend, Bär rennt, Kunsthonigexperte — mich erheitert das ganz außerordentlich, und ich summte wie ein fleißiges Bienchen, als ich diesen süßen Text mit Gutenbergs Mitteln vervielfachte.

— Martin Z. Schröder

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Fraueninsel und Pfaueninsel · 23. September 2010

Max Goldt hat wirklich viel längere Texte geschrieben für dieses Buch. Aber sie sind schön. Ich habe zwar weniger Raum und muß mehr Text setzen, aber es sind wunderbare Stücke. Am Ende wird es hier wieder eine typografische Zusammenfassung mit Entwurfserläuterungen geben. Heute zeige ich nur rasch Bilder. Ich habe den Text aus der Pracht-Antiqua gesetzt. Von einem Herrn Pracht entworfen und 1941 erstmals gegossen. Nicht alles aus dieser Zeit war ideologisch verseucht. Die Pracht-Antiqua ist keine prachtvolle Schrift, aber ihr wohnt kein marschierender Nationalismus inne, sondern allenfalls deutsche Gemütlichkeit. In den großen Graden zeigt sie recht deutliche Breitfederzüge, aber nur wenig Charme.

Der Schmuck stammt aus Matrizen der Bauerschen Gießerei, in die das Leipziger Museum für Druckkunst frisches Blei gegossen hat.

Diese Schmuckleiste ist aus Monotype-Satz zusammengesetzt, den mir Helmut Bohlmann vom Hamburger Museum der Arbeit zukommen ließ. Ach, da fällt mir ein — mein Gedächtnis! Es ist ist schrecklich schwach. Es ist allerdings auch gerade etwas überstrapaziert, denn die Buchproduktion läuft neben der Tagesproduktion der Druckerey. Nach wie vor entstehen ja auch Visitenkarten, Hochzeitseinladungen, Bleisatz, Letterpress, Buchdruck, Briefpapier, und so weiter und so fort. Da hab ich doch ganz vergessen: Helmut hat in einem großartigen Film mitgespielt. Wenn das Goldtsche Märchenschloß im Handel ist und die ersten Schwünge versandt sind, werde ich hoffentlich Zeit finden, einiges nachzuholen. Einstweilen verlinke ich zur taz, für die Daniel Wiese den Film “Zwiebelfische” von Christian Bau gesehen hat. Ich hab ihn auch gesehen und empfehle ihn sehr. Und das Buch liegt vor, und ich muß bei Gelegenheit davon erzählen. Ich konnte es nur durchblättern, blieb an den großartigen Fotos von Candida Höfer hängen und an der Schilderung, wie beim Heraustragen des toten Prinzipals der Druckerei Augustin in Glückstadt die Druckmaschinen zum Salut angeworfen wurden. Ein letzter Gruß aus der Presse. Einen Hinweis auf den Film bringt auch Page.

Nun noch eine Bitte: Manche meiner Leser können fremde Sprachen sprechen. Manche Leser haben Ehefrauen, denen mehr als eine Sprache nicht fremd ist. Ob jemand zu entschlüsseln vermag, was INASCO für eine Firma war? Eine Handelsagentur der UdSSR? Steht da noch mehr?

— Martin Z. Schröder

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Silbriges Frontispiz · 21. September 2010

Ich wage nicht, Arbeitsbilder vom Haupttitel mit Frontispiz als Doppelseite zu zeigen. Ob meine Vorstellung Wirklichkeit wird, ob meine Idee aufgeht, soll das fertige Buch zeigen. Auf diesem Bild ist wieder einmal der Farbkasten des Heidelberger Tiegels zu sehen, in den ich eine mit Violett getönte Silberpaste gestrichen habe.

Im Farbwerk der Walzen und Zylinder wird die Masse glatt, und es sieht hier so aus, als würde mit Stahl- statt Gummiwalzen gedruckt. Komische Phantasie: Stahlwalzen auf Bleilettern. Das wäre arg.

Aber auf diese kostbaren Ornamente lasse ich kein Metall, das ist klar. Das Frontispiz soll ein Kachelfragment darstellen. (Frontispiz nennt man die dem Haupttitel gegenüberliegende Illustration.) Eine Ruine schöner Fläche, die der Baustelle des Titelblattes entgegensteht.

So sieht der Satz gedruckt aus. Der Glanz wird noch etwas schwinden, wenn die Farbe ganz trocken ist. Das macht aber nichts, eine zarte Andeutung genügt vollkommen.

Und weil es sich ja um ein Märchenschloß handelt, liegt auf dem Frontispiz auch noch ein Krönchen herum. Golden wollt ich es nicht färben. Erstens ist es sehr schwierig, zu dem Namen des Autors, Goldt, goldene Farbe zu stellen, ohne sich der Plumpheit verdächtig zu machen, und zweitens soll die Seite eine zarte Ferne andeuten. Wie immer, hat der Titel des Buches nichts mit seinem Inhalt zu tun, sondern ist als eigenständiger Text anzusehen und wird typografisch so behandelt. Der Umschlag soll dann wieder ganz anders aussehen. Romantik schwebt mir vor. Das hat aber noch etwas Zeit.

— Martin Z. Schröder

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Haufenweise Goldtseiten · 17. September 2010

In diversen Ecken der Werkstatt liegen kleine Stapel herum. Wenn man zu viele Bogen zum Turm stapelt, kann die frische Farbe in den unteren Lagen auf die Rückseite des darüberliegenden Bogens abziehen. Das wäre katastrophal.

Nach zwei Tagen sind die Bogen ausreichend durchgetrocknet. Wenn alle vier Seiten eines Druckbogens fertig sind, werden sie in Kartons verpackt und nehmen nicht mehr ganz so viel Fläche weg. Ich sehe frohgemut dem Tag entgegen, an dem ich alles in die Buchbinderei schicken kann.

— Martin Z. Schröder

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Typografisch niesen · 16. September 2010

In diesem Text wird das Bild eines Niesens mit entsetzlichen Folgen heraufbeschworen. Und es schien mir angebracht, dieses Niesen bildlich umzusetzen.

Auf diesem Bild ist das Loch in der Kolumne zu sehen, in welches das Niesen eingebaut werden soll.

Zuerst wurden die drei Zeilen gesetzt und in das Loch gehoben.

Dann wurden sie gespreizt. So etwas macht Drucker sehr nervös, denn der Schrägsatz muß fest im Schließrahmen sitzten, damit er nicht spießt, also Teile des Blindmaterials durch die Erschütterungen der Druckmaschine nach oben auf die Höhe der Schrift wandern und mitdrucken. Noch schlimmer wäre, wenn der Satz sich so lockert, daß er in die Maschine fällt. Aber das ist mir (natürlich, würde ich dreist behaupten wollen) nicht passiert. Die Form war fest, ich habe aber trotzdem etwas öfter das Druckbild geprüft.

Die Buchseite sieht so aus.

Und dieses Foto zeigt die Explosion des Niesens während einer Mahlzeit. Daß die Unger-Fraktur zur Futura gestellt wurde, kann man politisch deuten, wenn man es auf den Text bezieht. Ich habe keine politische Deutung intendiert, mir erschienen die Ligaturen in dem unregelmäßig spationierten Satz gut geeignet zur Illustration von der beschriebenen Bröckchen. Die Fraktur hat viele Ligaturen, und man darf sie auch im gesperrten Satz nicht auflösen. Das kam mir entgegen, auch wenn die Satzregeln für diese bildliche Darstellung zu vernachlässigen sind.

— Martin Z. Schröder

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Haupttitel, zweiter Druckgang · 15. September 2010

Baustelle Märchenschloß: Nach dem gestern gezeigten ersten Gang mit schwarzer Farbe folgt hier ein Bild vom kompletten Haupttitel. Die Versalien sind nicht ausgeglichen, sondern stehen eng. Bis auf den Abstand zwischen E und M in EINEM, der war zu auffällig eng, da steckt ein halber Punkt drin (0,188 mm). Ich beziehe ich mich mit meiner Entscheidung gegen den sonst üblichen und notwendigen Versalausgleich auf den Kalligrafen Rudolf Larisch, der in seinem Schreiblehrbuch ausführt, daß engstehende Versalien zur Betonung einer eigentümlichen ornamentalen Wirkung zulässig sind. Von Larisch habe ich bislang nie etwas erzählt, sehe ich mit Blick ins Register. Muß ich bei Gelegenheit nachholen.

— Martin Z. Schröder

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Haupttitel, erster Druckgang · 14. September 2010

Liegenlassen lohnt sich. Eine Entwurfsidee beurteilt man nach ein paar Tagen kritischer. Ich hatte neulich schon erste Abzüge vom Haupttitel gemacht. Nun habe ich die Lichte Futura für den Namen des Autors durch die Lichte Largo ersetzt.

Der Entwurf soll gewissermaßen gegen den Text gebürstet sein. Jedenfalls innen. Keine riesigen Pinsel-Lettern für das Wort “Nackt” und keine Schnörkel für das “Märchenschloß”. Stattdessen Orange, die Farbe der Berliner Müllabfuhr, gestreifte Schranken, ungeordnet fließende, breiige Außenform, ein amorphes Gebilde mit spröden Balken. Der Hinweis auf den Typografen als Regisseur einer schrägen Inszenierung in Englisch. Ein Gegensatz zu dem sehr deutsch klingenden Wort Märchenschloß mit Umlaut ä und versalem Eszett. (Max Goldt bevorzugt, wie auch ich, die unreformierte Rechtschreibung.)

Aber ob sich die erwünschte Wirkung einstellt, wird man erst im zweifarbigen Druck sehen. Mit dem Wort Märchenschloß habe ich noch etwas vor …

— Martin Z. Schröder

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Grünlichblau auf Flamingo · 13. September 2010

Kürzlich zeigte ich den Satz für einen Fond, den ich nun mit einer in Flamingo hingehauchten Farbe gedruckt habe: Deckweiß mit etwas Tiger lily. Also Orange. Auf diesen Grund habe ich am Tag darauf mit einem grünlichen Blau den einzigen komplett englischen Text des Buches gedruckt. Der Wortschwall eines Fährmanns, während er Touristen zu einer Insel schippert. Ein wunderbarer Text, der nach einer Tirade von Nonsens noch ein abstruses Ende bekommt, denn der Fährmann ist Besitzer einer Schokoladenfabrik. Sagt er jedenfalls. Vielleicht ist es auch Hasch.

Der Untergrund macht das Papier in der Draufsicht nur unruhig, hält man die Seite auf bestimmte Weise ins Licht, wird die Struktur scharf deutlich.

Die Überschrift habe ich aus der schmalmageren Futura in Versalien gesetzt.

Und den Text aus einer kleiner werdenden Garamond, also mit Korpus (10 Punkt) in den ersten Zeilen beginnend, darauf folgt Borgis (9), dann Petit (8), am Ende Nonpareille (6 Punkt). Dazu ein paar Ornamente aus dem Fahrplansatz, ein Schiffchen, ein Haus, Messer und Gabel, ein Bus. Und zwei Taschenlampen. Wofür man die früher benutzte, ist mir ein Rätsel. Für Schlafwagen, deren Schaffner eine Taschenlampe hat?

— Martin Z. Schröder

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Dummy · 9. September 2010

Die gestern gezeigte rotbraunsilbrige Farbe habe ich für eine Doppelseite verwendet, rechts die Fortsetzung der Geschichte von dem Mann mit dem Radio im Zahn (diesmal gehen viele Texte über zwei Seiten, wie gut, daß ich den Monotype-Satz aus Hamburg zur Unterstützung bekommen habe!). Links ein Text mit dem Titel Der Karpfen auf den Shrimps in Anspielung auf das Buch von Max Goldt Der Krapfen auf dem Sims, welches oft irrig mit einem Buchstabendreher geschrieben wurde. Weil es um ein Schaufenster während eines Erdbebens geht, hat die Seite eine schiefe Jalousie bekommen.

Um den Überblick zu behalten, welche Buchseiten nebeneinander auf einen Druckbogen gehören und was schon gedruckt ist und was noch entworfen und gesetzt werden muß, arbeite ich mit einem Dummy, in den ich die fertigen Seiten über die Skizzen klebe. Hier bekomme ich auch einen ersten Eindruck von der Reihenfolge der inszenierten Texte. Und wie sich die Doppelseiten machen. Die Druckfarben der einzelnen Seiten werden so angeordnet, daß jede Doppelseite für sich stehen kann und einen deutlichen Kontrast zu den Seiten davor und dahinter bilden.

Hier der Monotype-Satz aus Hamburg vom Museum der Arbeit.

Das vorgestern gezeigte Gedicht Knie nicht!

Hier Kuchen, da Kompott. Die Reihenfolge der Texte festzulegen, war eine der zeitraubenden Arbeiten. Das Büchlein soll bei aller Lebendigkeit mit den vielen verschiedenen Texten und Darbietungen derselben wie aus einem Guß gemacht wirken.

— Martin Z. Schröder

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Langwierige Spielwiese · 8. September 2010

Es sieht leicht aus, dauert aber mindestens eine Stunde, so ein Chaos zu setzen. Nur den Andruck habe ich in Rot gemacht, denn die Auflage wird mit weißer Farbe gedruckt, die einen leichten Orangeton bekommt. Es wird ein Fond (Hintergrund), darauf kommt ein Text mit schwarzer Farbe.

— Martin Z. Schröder

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Dichtung · 7. September 2010

Wer das Werk von Max Goldt gut kennt, hat auch die Nuuk-Platte gehört. Dieses Gedicht aus dem Märchenschloß erinnert an diese Liedtexte. Ich habe ihn in die Sammlung aufgenommen, weil er so eigenartig ist. Ein Mensch, der den Text spricht, mahnt die Jugend zur Aufrichtigkeit: Knie nicht!

Gesetzt aus der Delphin von Georg Trump, über die ich schon mehrfach ausführlicher geschrieben habe.

Typografische Zurückhaltung schien mir geboten, nur eine Borte schmückt die Seiten, gedruckt wurde in einem sehr dunklen Blau.

— Martin Z. Schröder

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Ein Radio im Zahn · 6. September 2010

Hab ich einen Stalliten für Erdaufnahmen?

Ist das der Amazonas?

Nee, das ist der Farbkasten mit einem metallischen Grün.

Wenn die Farbe aus dem Kasten in das Farbwerk übertragen wird, verschwinden die nicht ganz durchgemischten Spuren von Silberpaste.

Grün wurden zwei weitere Seiten für das Märchenschloß von Max Goldt gedruckt.

Auf der rechten Seite ein mit alten Stempeln aus dem Fundus versehener Entwurf für einen abgelehnten Werbespot für vegetarischen Brotaufstrich.

Und links der Anfang eines Textes über einen Mann mit einem Radio im Zahn.

Der Monotype-Satz aus dem Museum der Arbeit in Hamburg druckt ganz vorzüglich und scharf aus.

Erst als ich die Druckform auseinandergenommen hatte, fiel mir ein, Fotos zu machen. Nun hier also von den Stempeln.

Auch ein russischer ist dabei, und ich habe keine Ahnung, was da steht. Bei Gelegenheit fotografiere ich den Druck und bitte dann hier wieder um Übersetzungshilfe.

Ich bitte, die kurzen Einträge zu verzeihen. Die Arbeit läuft jetzt mit Hochdruck, damit das Büchlein bald fertig ist. Etwas über die Hälfte des Inhaltes ist jetzt gedruckt. Wenn das Büchlein vorliegt, werde ich wieder über jede Doppelseite etwas zur typografischen Arbeit sagen.

— Martin Z. Schröder

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Bleisatz von der Monotype aus Hamburg · 4. September 2010

Dieses Päckchen erreichte mich am Freitag. Päckchen! Man ist immer wieder überrascht vom Gewicht, wenn man ein Bleipaket in die Hände nimmt.

Öffnen!

Auspacken!

Die kleinen Pakete aufschneiden.

Und dieser Anblick der ausgebundenen Kolumnen erinnert mich an die kurze schöne Zeit, als ich in der Lehre die Mettage des Neuenhagener Echos machen durfte, also das Zusammenbauen einer Zeitungsseite. Überschriften aus Handsatz, Texte aus Maschinensatz. Tolle Arbeit, zumal wenn die Layout-Berechnung so falsch ist, daß man den Umbruch im Blei neu machen muß, ich hab’s gerne gemacht, es ist wie ein Puzzle. Und das dann noch unter Zeitdruck, herrlich!

Das ist ein Text aus der Schrift Plantin, die 1913 bei der Monotype erschien. Das Hamburger Museum der Arbeit, aus dem mir mein Kollege Helmut Bohlmann das Paket schickte, hat ein PDF mit Informationen zur Schriftgeschichte veröffentlicht.

Und hier die Gill von Monotype, die Eric Gill um 1930 entworfen hat (Wikipedia zur Gill).

Die Gill-Kolumne habe ich gleich in den Schließrahmen genommen, neben eine handgesetzte Seite.

Der Andruck sieht schon gut aus, am Sonnabend wird gedruckt. Sehr herzlichen Dank nach Hamburg an Helmut Bohlmann und Erich Hirsch für die großartige Arbeit!

Ich hoffe, mit dem Druck des Inhalts im September so weit zu kommen, daß das Büchlein in die Buchbinderei kann, aber es ist noch ein großes Stück Arbeit. Max Goldt hat für dieses Büchlein viel längerere Texte geliefert als für die ersten beiden. Schöne Texte, es ist ein großes Vergnügen!

Mit der Annahme von Bestellungen warte ich noch, es wird dafür und die anderen Druckerey-Produkte eine neue Internetseite geben. Aber ich kann schon verraten, daß der Preis sinken wird gegenüber dem leider restlos ausverkauften Vorgänger-Band, weil die Auflage steigt und weil ich es diesmal riskiere, das Büchlein im Eigenverlag zu verbreiten.

Bei meinen Gesprächen mit einem mittelgroßen Verlag bin ich nämlich auf die Hürde gestoßen, daß 60 Prozent des Verkaufspreises an Auslieferung (9%), Großhandel (15%) und Buchhandel (35%, wobei die großen Ketten nichts unter 45% Rabatt einkaufen) gehen, dann der Verlag auch seinen Teil braucht und das alles zusammen den Preis für das Buch sehr hoch getrieben hätte, weil die Produktion an sich schon nicht billig ist. Mit dem Eigenverlag wird der Vertrieb schwieriger, aber es ist die einzige Möglichkeit, einen akzeptablen Preis zu berechnen.

Wenn meine freundlichen Blog-Leser mir hier und da helfen mit der Verbreitung der Kunde von diesem bibliophilen Schätzchen (wenn es denn fertig ist), bin ich guter Hoffnung, daß es den Weg zu den Lesern findet. In der Musikbranche funktioniert dieser Vertriebsweg ja schon recht gut.

— Martin Z. Schröder

Kommentare [5]

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Titelentwurf im Bleisatz · 2. September 2010

Nach dem klassizistischen Titel im Atlas soll der Haupttitel vom Märchenschloß nun etwas wilder werden.

Sicherlich wird nicht mit violetter Farbe gedruckt. Violett war nur gerade in der Maschine.

Die Schriften: Lichte Futura, Lichte Largo, Koralle, Futura Buch und Futura dreiviertelfett. Die Bilder zeigen den ersten Entwurf, den ich erst einmal liegenlasse für weitere Überlegungen.

— Martin Z. Schröder

Anmerkungen [3]

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Monotype in Hamburg · 30. August 2010

Nicht, weil Max Goldt jahrelang in Hamburg gewohnt hat und dort am 19. Dezember im Schauspielhaus lesen wird, sondern weil mein Kollege Helmut Bohlmann, Schriftsetzer, in der Druckerei des Museums der Arbeit in Hamburg den Bleisatz am Leben hält, werde ich zwei Texte aus dem neuen Buch von Monotype-Satz drucken dürfen. Die Monotype ist eine Einzelbuchstabengießmaschine (mehr darüber weiß Wikipedia).

Erich Hirsch, Monotypesetzer und zugleich Gießer, hier im Bild an der Monotype zu sehen, ist zu verdanken, daß diese Technik an diesem Ort noch eingesetzt werden kann. Und daß ich Monotype-Satz für das Büchlein bekomme.

Die Texte wurden aus Plantin und Gill gesetzt, hier ein Blick in die Maschine.

Für die Aufnahmen, hier ein Bild vom fertigen Satz, auf der Abziehpresse (Nudel) stehend, danke ich meinem Verbindungsmann in der Hamburger Druckerei, Schriftsetzer Helmut Bohlmann. Weitere Bilder der Kolumnen werden aus Berlin folgen.

— Martin Z. Schröder

Anmerkungen von Lesern [4]

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Bleisatz ist Trumpf ? Grau · 20. August 2010

Die schräg und in den Beschnitt gestellte Prachtseite bildet den Mittelteil eines dreiteiligen Textes. Rechts der Prachtseite, durch die am Ende übrigens auch der Faden der Fadenknotenheftung laufen wird, endet ein Gespräch zwischen einem Wicht, einem Troll, einem Gnom und einem Schlumpf. Die Einleitung und den Schluß habe ich aus einem mit Braun versetzten hellen Grau gedruckt. Gesetzt ist der Text aus der Futura mit der Wiener Grotesk für die Hervorhebung der Gesprächsteilnehmer.

Dieses Foto könnte zur Kritik anregen: Das W und das T von Wicht und Troll stehen recht allein da, aber diese Lettern sind so empfindlich, und die Schrift ist so selten, daß ich sie nicht anfeilen und unterschneiden möchte. Diese Eigenheiten der Bleilettern kann ich nur hinnehmen — und ihren Reiz in diesem ohnehin schrägen Schriftbild mit diesen gewaltig langen Hälsen suchen.

Die visuelle Unterscheidung zwischen der Pracht- und der Normalseite könnte jedenfalls kaum größer sein, und darauf kam es an. Der graue Text wirkt etwas schäbig und bringt das buchkünstlerische Bleisatzzitat zum leuchten.

— Martin Z. Schröder

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Bleisatz ist Trumpf ? Grün · 19. August 2010

Am Mittwoch kam im fünften Druckgang die letzte Farbe auf die zuerst hier und gestern hier gezeigte Seite aus dem Buch von Max Goldt “Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen”: ein gelbliches helles Grün. Sie steht schräg auf der Seite und wird am Ende leicht angeschnitten werden, weil es sich um das ironische Zitat einer aufwendig im Bleisatz hergestellten Gastronomie-Kritik handelt.

Ich war von der Prachtentfaltung überrascht, und ich bin von dieser Seite sehr angetan, ich konnte den Blick kaum davon lösen. Es ist schön, wenn die Pläne, die hier so grob skizziert waren, so schön aufgehen.Die letzte Farbe hatte ich erst dünn mit dem Spachtel um den gedruckten Rahmen herumgestrichen, um die Farbzusammenstellung zu prüfen.

Die Drucker, die in alter Zeit solche Prachtbände druckten, nein, die Buchmaler, die solche Bände erst erfanden, ob sie diesen Anblick des ausgesucht Bunten auch genossen haben? Sicherlich anders als ein Drucker heute, der letztlich doch seine Unvollkommenheit spürt, weil er eben kein Buchmaler ist, sondern Überlieferung imitiert.

Das Zitat ist übrigens eine sehr üble Gastronomie-Kritik, in welche der Autor alle dummen Redewendungen gestopft hat, die man in einschlägigen Rubriken entsprechender Medien lesen kann. So aufwendig und prachtvoll im Bleisatz ist schlechter Sprachstil und dummes Geschwätz wohl noch nie ausgeführt worden. Diese Seite ist ein Exempel für typografische Komik. Im sechsten Druckgang wird die gegenüberliegende Seite des Textes gedruckt, mir schwebt eine schmutzige Farbe vor, ein grünblaubraunes Grau. Oder so.

— Martin Z. Schröder

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Bleisatz ist Trumpf ? Gelb, Gold und Rot · 18. August 2010

Am Montag wollte ich Gold drucken auf den gestern gezeigten Druckbogen, da fiel mir ein, wie wenig Goldfarbe deckt und daß man entweder zweimal Gold druckt, eher aber eine andere Farbe vordruckt, um die Papieroberfläche zu schließen und dem Gold einen Untergrund zu geben, auf dem der Glanz etwas besser hält. Also habe ich erst einmal mit Gelb vorgedruckt und über Nacht trocknen lassen.

Am Dienstag folgten dann Gold und als vierter Druckgang Rot. Die Bilder ganzer Seiten sind, wie schon erklärt, wegen der Urheberrechte am Text hier unscharf gemacht worden. Insgesamt sind es also für diese Seite des Bogens sechs Farben, die Rückseite wird zwei bekommen, so daß allein dieser Druckbogen achtmal den Heidelberger Tiegel passieren wird.

Aber Detailaufnahmen kann ich zeigen, hier die linke obere Ecke mit dem Initial aus der fetten Zentenar-Fraktur. Heute nun werde ich Grün drucken, danach folgt zuerst die Rückseite (der Widerdruck) und am Freitag die rechte Seite des Druckbogens auf der sogenannten Schöndruckseite. Schöndruck nennt man den Druck auf der ersten Seite des Bogens, Widerdruck den Druck der Rückseite.

In diesem Text sind auch die englischen Wörter in Fraktur gesetzt. Dazu mußte ich mir die für das Englische geltenden Regeln zum langen ? (s) anschauen. “Crossover” — wie schreibt man das? Cro??over, also nicht mit ß. Im Englischen wird Doppel-s auch nicht wie in der deutschen Fraktur als ?s geschrieben, sondern eben ??. Die Regeln dafür habe ich nicht in meinem Handbuch für fremdsprachigen Satz gefunden, das in Antiqua gesetzt ist, sondern im Internet. Vergessen, wo. Aber ich fand auch Fotos, vielleicht bei Wikipedia, von gravierten Inschriften in Fraktur mit ??. Nach den neueren Fraktursatz-Regeln hätte ich alle Fremdwörter in Antiqua setzen müssen, aber das hätte die Seite unschön gemacht, weil etliche vorkommen, trendy etwa oder als Eindeutschung und somit Zweifelsfall: tra?hig. Und die Garamond läuft sehr viel breiter als die Zentenar-Fraktur, die Wörter hätten wie hervorgehoben gewirkt. So habe ich mich entschieden, auch das Englische in diesem Text in Fraktur zu setzen, schließlich war diese Type einst in Europa verbreitet.

— Martin Z. Schröder

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Bleisatz ist Trumpf ? Blau · 16. August 2010

Am Wochenende habe ich die sogenannten echten Doppelseiten des neuen Buches von Max Goldt, “Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen”, zu drucken begonnen. Echte Doppelseiten werden jene genannt, die nebeneinander auf einen Druckbogen gedruckt und nicht erst durch die Bindung zu Doppelseiten werden. Die rechte Seite bleibt allerdings noch ein paar Tage frei, denn diese Seite wird fünffarbig gedruckt. Links eine Prachtseite in vier Farben, rechts dann die fünfte. Auf dem ersten Bild ist der aus der Zentenar-Fraktur von Ernst Schneidler gesetzte Text zu sehen. Zur Schrift habe ich schon im März 2008 hier etwas ausgeführt.

Anschließend kam Schmuck um den Text.

Auf diesem Bild ist er genauer zu sehen. Die großen Elemente stammen aus Matritzen der Bauerschen Gießerei, die schmalen Linienstücke sind dem Meister-Schmuck von Herbert Thannhaeuser entnommen.

Dann brachte mich eine Freundin, der ich von der Arbeit erzählte und die sich erkundigte, ob ich ein Schmuckinitial einsetzte, auf den Gedanken, eben dies zu tun. Mir fiel ein, daß ich die 5 Cicero große fette Zentenar-Fraktur von Georg Kraus gekauft, aber noch nicht in den Kasten gesteckt hatte. Ich änderte die ersten Zeilen des Satzes, um Platz für das Initial zu schaffen.

Es ist ein schmerzlicher Moment geworden, wenn ich auf den Platten, auf denen die ausgebundenen Schriften versandt wurden, den Stempel meines verstorbenen Lieferanten sehe. Ich kann ihm die Arbeiten, die aus seinen Lieferungen entstanden, nicht mehr zeigen. Er hat sich immer gefreut, wenn die von ihm gelieferten Schriften gedruckt wurden.

Als bleischweres Denkmal steht diese schöne Schrift nun bei den anderen Zentenar-Schnitten.

In diese Lücke wird das Initial eingefügt werden.

Um mir über die Farben klar zu werden, habe ich die umrandete Kolumne schnell mit Bunstiften skizziert. Schrift blau, Initial rot, Schmuckrahmen von innen nach außen Gold, Rot, Grün.

Da steht das Initial E.

Der nächste Schritt: der erste Abzug. Noch mit ein paar Druckfehlern, aber im Druckbild schon sehr gut. Die Zentenar-Fraktur im Schriftgrad Mittel (14 Punkt) ist in einem sehr guten Zustand und druckt ohne schweren Druck scharf aus. Eine Zurichtung war nicht nötig.

Der Schmuck im Druckbild.

Auf diesem Foto sind zwei Spieße zu sehen. So nennt man Blindmaterial, das mitdruckt, statt blind zu sein.

Hier sind die Spieße, man drückt sie nur leicht mit der Ahle nach unten.

Dann kam die Stichsäge zum Einsatz, denn die Seite wird schräg gedruckt, wozu die Form im Schließrahmen durch Keile verschoben wird. Die Größe der Keile wird abgemessen, dann werden die Keile zurechtgesägt und -gefeilt. Oder gibt es dafür Spezialwerkzeuge?

Vor dem Druck der Auflage werden alle Teile entfernt, die in anderen Farben gedruckt werden sollen.

Um deren Form zu erhalten, werden sie neu als Rahmen aufgebaut. Fortsetzung Gold folgt. Zur typografischen Idee werde ich später etwas sagen. Dieser Text besteht aus drei Teilen, und im ersten Satz steht der Satz: “Bleisatz ist Trumpf.” Diese Seite illustriert also traditionellen Bleisatz als Buchkunst.

— Martin Z. Schröder

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Versalien ausgleichen für ein Gespräch über Hummeln · 11. August 2010

Wacker schreiten die Arbeiten voran am neuen Buch von Max Goldt: Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen. Zu sehen sind hier zwei neue Seiten (die im gebundenen Buch nicht nebeneinander stehen werden). Links ein Gespräch über Hummeln, im Buch wird ihm ein Gespräch über Tomaten in gleicher Länge gegenüberstehen.

Der Satz war kompliziert, weil es ein Kreissatz ist, der im Entwurf genau berechnet werden mußte, um ihn eben in dieser Form setzen zu können. Das Foto wurde unscharf gemacht, weil die Urheberrechte des Autors am Text zu berücksichtigen sind. Links oben befindet sich eine Zeile aus Versalien der Buch-Futura in Petit (8 Punkt), und wie man Versalien im Bleisatz ausgleicht, habe ich mit der Kamera aufgezeichnet, hier der Film (6 Minuten lang):

Ja, Fleisch, es muß in der Erklärung richtig heißen: derjenige Teil des Kopfes einer Type, der kein Bild trägt, also im Druckbild nicht erscheint.

Rechts auf dem Druckbogen steht ein Text über Kapuzen und deren Wirkung. Schon vor zwölf Jahren hat sich Max Goldt in dem Buch Ein gelbes Plastikthermometer in Form eines roten Plastikfisches zu diesem Thema geäußert. Welche Folgen die Beschneidung des Blickwinkels durch Kapuzen für die Welt nach sich ziehen, wie Krankheiten und Kriege möglicherweise längst hätten verhindert werden können, führt der Autor nun genauer aus. Links neben dieser Seite wird sich im fertigen Buch ein Text über die dem Kuchen innewohnenden Möglichkeiten für den Zugang zu einer klar umrissenen Menschengruppe finden.

— Martin Z. Schröder

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Der gotische Barsch · 19. Mai 2010

Die am sattesten leuchtende Farbe für unsere Augen. Fische und Kakteen mögen es anders sehen. Als ich die 2000 Druckbogen in Rot durch den Heidelberger laufen ließ, dazu 3000 Buchseiten einzeln für einen werbenden Handzettel, arbeitete der liebe Gehilfe so ruhig und gleichmäßig vor sich hin, daß ich auf dem Handtiegel Visitenkarten drucken konnte. Dazu schallten Bässe aus den Boxen — es war so ein herrlich betriebsamer Krach in zwei Rhythmen (der Handtiegel war mal im Takt des Heidelbergers, mal in dem der Musik), daß ich vor Glück fröstelte.

Das erste Ries Papier von achten ist aufgebraucht. By the way bekomme ich heute einen Brief von der Papier-Union, in dem die Firma, der ich für die köstliche Lieferung von dem Papier Pop’Set in perlgrau für das Büchlein sehr dankbar bin, schon wieder eine Preiserhöhung mitteilt. Ein beigefügtes Blatt stellt die Preisentwicklung für Zellstoff dar. Die Papier-Union schreibt: “Ende März war Zellstoff erstmals in der Geschichte der Papierindustrie teurer als das daraus gefertigte Papier.” Bis Herbst soll sich das Papier erneut (dann zum dritten Mal in diesem Jahr) verteuern. An der Zellstoffbörse, schreibt die Papierunion, werde spekuliert, was zu einer Verteuerung führe. (Und ich dachte bis heute, Spekulation sei eines der Kerngeschäfte von Börsen.) Der Preis für Zellstoff habe sich zwischen Mitte 2009 und Anfang 2010 deshalb fast verdoppelt, auch wegen der Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar. In Chile habe ein Erdbeben Zellstoffwerke mit einer Kapazität von 4 Millionen Tonnen zerstört oder beschädigt, womit 8% der Weltversorgung entfielen. In Finnland streikten im März wochenlang 3000 Hafenarbeiter, weshalb der Papierhandel darniederlag, mehrere Papierfabriken stellten die Produktion ein. Im April streikten 3000 (magische 3000) Arbeiter der Papier- und Zellstoffindustrie in Schweden. Die Nachfrage in Osteuropa und Übersee habe sich während der Verknappung erhöht. So kam eines zu andern.

Der Papierhändler Römerturm hat seine Preise dieses Jahr noch gar nicht erhöht. Letztes Jahr auch nicht. Vielleicht haben sie rechtzeitig angezogen. Ich vergleiche nicht, ich verarbeite zu geringe Mengen, die Papierpreise spielen für feine Kleindrucksachen eine untergeordnete Rolle. Ich kaufe auch künftig gern bei der Papier-Union, weil sie gutes Papier bietet.

So sieht der fertige Druckbogen aus, jedenfalls auf der Schöndruckseite. Die Rückseite kommt natürlich auch irgendwann noch dran. Und scharf lesbar sind die Texte nur im Buch.

Wenn das Buch fertig ist, werde ich wieder eine typografische Zusammenfassung geben. Hier ist eine Christbaumkugel zu sehen, und daß die dritte der drei Kugeln keine Ziffer enthält, hat mit dem Text zu tun. Entworfen ist die Seite für ein liebes Weihnachtsgedicht, aber der so getarnte Text entpuppt sich als Horror.

Diese Seite zeige ich vollständig. Abtippen des Textes vom Foto ist verboten, Urheberrechte liegen beim Autor. Sage ich nur der Vollständigkeit halber. Diese Seite bildet nicht nur die erste des Buches nach dem noch nicht bestimmten Haupttitel, sie wird auch als Handzettel verwendet. Wenn der Buchtitel feststeht, drucke ich diesen und warme Worte auf die Rückseite. Und dann verteile ich die Zettel. Aber wo? In der U-Bahn? Den zahlreichen Verkäufern der Obdachlosenzeitungen hinterher? Oder vor dem Hotel Adlon? Unter den Linden, vor der Humboldt-Uni? Im Porno-Kino? Oder in der Shopping-Mall auf der Schönhauser Allee? Muß ich noch grübeln.

Hier aber schon ein Wort zum Entwurf.

Wie schon bei den beiden Vorgänger-Büchlein (Plastikthermometer und Atlas) habe ich von Max Goldt die Manuskripte ohne Vorgaben zum Entwurf bekommen. Jeder Text bekommt seine Gestalt von mir, und ich darf die Texte typografisch deuten. Also auch der Text mit der Überschrift “Insgesamt so sieben Leute” war ursprünglich ein Manuskript, ohne weitere Hervorhebung. Für den Entwurf lerne ich so einen Text beinahe auswendig, weil ich ihn so oft lese, bis ich meine, seine Winkel und Geheimnisse entdeckt zu haben. Zumindest einige. Die Texte von Max Goldt sind komplexe Kunstwerke, gerade die kurzen.

Vor diesem hier stand ich anfangs etwas ratlos. Er gefiel mir sehr, er gehörte auf Anhieb zur engsten Auswahl (ich bekomme immer ein paar mehr, als dann gedruckt werden), aber ich wußte nicht, warum. Was ist das eigentlich? Ein Gedicht? Ich hatte für den Entwurf sehr schnell eine Liste der Mitwirkenden eines Programmzettels vor Augen. Es kann sich aber auch um einen Dialogteil handeln. Wie, sieben Leute? fragt einer. Ja, insgesamt so sieben Leute, dann werden die Barsche aufgezählt, anschließend die Kakteen Nimmersatt, eine Sonderrolle nimmt aber ein vierter Barsch ein, weil er von den drei andern abgesondert am Schluß genannt wird und die fragliche Sieben komplettiert. Spielt der vierte Barsch eine Sonderrolle? Wodurch zeichnet er sich aus? Alle Barsche haben es nur zu unbestimmten Artikeln gebracht, während die drei Kakteen zwar nicht durch ihre Namen, aber eine Größenbestimmung (vielleicht doch als Namenszusatz) unterschieden und individualisiert sind. Der vierte Barsch, der nur ein vierter Barsch ist, bekommt die Hauptrolle in meinem Programmzettel. Ob das die Intention des Autors trifft, weiß ich nicht. Bislang waren ihm meine Deutungen recht, er hat sie mit Interesse und Erheiterung aufgenommen, und darauf verlasse ich mich auch bei diesem Buch.

Die Schriften: Programmzettel werden schon lange nicht mehr in Fraktur gedruckt. Dieser hier könnte einer aus den 30er Jahren sein. Die Futura gab es schon, die Sinkwitz-Gotisch erschien zwar erst 1942, aber gotische Schriften gab es freilich auch vorher. Die Sinkwitz-Gotisch von Paul Sinkwitz zeigt etwas von den harten Zügen der nationalistisch verkargten und der Zierde enthobenen Brachialtypen, aber ihr ist auch die Breitfeder noch deutlich anzusehen und sie ist nicht aller Zierlichkeit durch brutale Eckigkeit beraubt.

Die Futura wird hier in zwei Schnitten angewendet: Buch und dreiviertelfett.

In der Futura habe ich in Barsch das ch aus Einzellettern gesetzt, die ch-Ligatur ergibt in sch kein gutes Bild. Im Wort noch ist das ch ligiert, hier hat die Ligatur als Laut eine Funktion. Im Gotisch-Barsch wurde ebenfalls die ch-Ligatur gesetzt, weil ein unligiertes ch hier zu fremdartig wirken würde. Einige oder viele, ich weiß es nicht, gebrochene Schriften hatten auch eine sch-Ligatur, die Sinkwitz-Gotisch leider nicht.

Die Gotisch für den Barsch unterstreicht seine enorme Wichtigkeit, das Tragende und vielleicht Tragische seiner Rolle. Der Schriftwechsel von der Serifenlosen in die Gebrochene gibt dem Text zusätzlich eine historische Dimension, beispielsweise: ein vierter Barsch als mittelalterlicher Bischof. Der Entwurf selbst darf als originäre Stilmischung gelten. In der Dada-Typografie hat man viel mit gebrochenen Schriften gespielt, aber die Mittelachse war in dieser Strenge nicht zu sehen, grüner Druck ebensowenig. Die Farbgebung paßt eher wieder zur Gotik, zu farbenfrohen Innenräumen der Kathedralen und zur Buchmalerei, auch die Betonung der Vertikalen in der Proportion der Seite (Goldener Schnitt). Es sind Assoziationen, die sich durch die Schriftwahl und die Stimmung in Text und Schriftbild einstellen können, typografisch zitiert wurde nicht.

Dies einmal exemplarisch zur Erläuterung der Entwurfsarbeit. Zur ein oder anderen Buchseite werde ich nach Erscheinen des Werkes etwas ausführen, wenn interessierte Leser das Buch als Ergebnis der Praxis mit der Theorie abgleichen können. Mir ist schon klar, daß meine Intentionen nicht in jedem Fall sogleich erkannt werden. Daß der Barsch in der riesigen gotischen Schrift aber eine eigene Komik für den Betrachter entwickelt, auch wenn dieser meine Absicht nicht kennt, möchte ich annehmen. Es ist in der Typografie wie in anderen Kulturtechniken auch: je mehr man über die Form weiß, desto mehr kann man die Form lesen. Es besteht ein Unterschied darin, ob ich eine Fraktur oder eine “industrialisierte” Gotische einsetze. Aber den muß man nicht erkennen, um Freude an dem Text zu finden.

Und jetzt: Zähneputzen. (via PUBLIC SCHOOL)

— Martin Z. Schröder

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Der erste Druckbogen · 18. Mai 2010

Eine volle geschlossene Druckform mit Buchseiten — ein schöner Anblick für den Drucker. Am Wochenende habe ich den ersten Bogen des neuen Buches von Max Goldt gedruckt. Neulich hatte ich einen Titel für das Buch präsentiert, aber inzwischen wurde der wieder verworfen, so nenne ich das Buch für mich derzeit nach seiner Umschlagfarbe: das Rote.

Weil ich vorher im Heidelberger Tiegel vom Klischee auf einen dicken Karton geprägt hatte, habe ich den Druck vorsichtshalber stark zurückgenommen. So sieht dann der erste Abzug aus. Es genügt, um den Stand der Form einzurichten.

Mit mehr Druck und Farbe lassen sich dann weitere Korrekturen ausführen. So tastet man sich langsam vor zum guten Druck, also einem fehlerfreien in richtiger Position.

Nach den groben kommen die Feinkorrekturen, hier waren die Versalien besser auszugleichen.

Und weil hier die mittlere Frakturzeile nicht in Grün mitgedruckt wird, kann auch der Raum enger werden, als es die Lettern mit ihren Ober- und Unterlängen erlauben.

Die Solemnis soll nicht zu stark gesperrt (spationiert) werden, wie ihr Entwerfer Günter Gerhard Lange mir erklärt hatte. Ein wenig Harmonisierung braucht sie aber auch.

Schrift und Weihachtsornamente sind auf 12p-Kegel gegossen, also etwa 4,5 mm hoch.

Nach den Korrekturen im Satz und in der Presse zieht der Drucker sehr zufrieden den ersten guten Bogen aus der Ablage des Tiegels.

Und dann geht es los mit der Auflage. Ich lasse die Maschine nicht sehr schnell laufen, für 2000 Druck braucht sie dann doch deutlich mehr als eine Stunde, zumal mit Unterbrechungen, um neue Farbe aufzutragen.

Damit die Farbe nicht auf der Rückseite abzieht, bleiben die Bogenstapel niedrig. So wird der Druck auf die unteren Bogen nicht so stark. In den nächsten Tagen folgt die zweite Farbe. Die ersten Druckbogen fertig zu sehen, ist ein überaus erfreulicher Anblick. Der erste Druckgang von etwa 25, es liegt noch viel Arbeit vor mir. Der Bleisatz wird gleich wieder abgelegt, denn mir fehlt der Platz für 32 Buchseiten Satz.

— Martin Z. Schröder

Kommentare

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Hotel Mama · 21. April 2010

Gestern kam das Papier für das neue Buch von Max Goldt, dessen Titel lauten wird: Penisg’schichterln aus dem Hotel Mama. Bestellungen können noch nicht entgegengenommen werden. Die Produktion hat ja noch gar nicht begonnen. Erst einmal liegt dieser Papierberg neben dem Heidelberger Tiegel wie das Heu neben dem Elefanten. Im Mai werde ich mit Satz und Druck beginnen.

Sehr dankbar bin ich der Papier-Union, die einen großen, sogar den größten Teil des Papiers beiträgt. Gedruckt wird der Inhalt wie bei den Vorgängern auf Popset perlgrau 90g/m², der angeheftete innere Umschlag auf Popset jadegrün 240g/m² und der Umschlag auf Curious Metallics Antik bloom 300g/m². Alle Papiere wurden von Arjowiggins in Frankreich hergestellt und wurden im Rohbogenformat 70 × 100 cm geliefert.

Nachtrag 20. Juni 2010: Der Titel des Buches wurde geändert. Es wird heißen: Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen

— Martin Z. Schröder

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Max Goldt bekommt ein Rotes · 22. Februar 2010

Am Wochenende habe ich die Auswahl der Umschlagpapiere des neuen Buches von Max Goldt vorangetrieben. Es ist schon interessant zu sehen, wie sich zwei Farben miteinander verändern. Man kann dem roten Umschlag Leuchtkraft geben und nehmen, je nachdem, welchen Gegensatz der innere Umschlag herstellt.

Ich möchte es im Grunde lieber leuchtend haben, aber nicht grell. Also wird der Umschlag ein sanftes Rot bekommen und innen der Karton ein noch sanfteres Grün zeigen. Aber die Entscheidung fällt erst in ein paar Tagen, ich prüfe noch.

Ich war nicht mehr ganz sicher, ob das hellgraue Papier für den Inhalt 90 oder 100g/m² schwer ist, also habe ich eine Papierprobe ausgewogen. Mit dieser Papierwaage, die einen Schnipsel in einer bestimmten Größe umrechnet auf das Gewicht des Bogens im Quadratmeter.

Sehr praktisch. Und sehr genau.

Max Goldt hat mir die Manuskripte übergeben. Wir haben sie uns am Wochenende gegenseitig vorgelesen und gemeinsam hier und noch etwas verbessert. Das Vorlesen der Texte war für mich wichtig, weil die Interpretation des Autors Texten ein anderes Gewicht geben kann, als ich es beim Lesen wahrgenommen habe. Es sind sehr schöne neue Texte. Ich verrate mal eine Überschrift: “Words of a tropical ferryman”. Ein großartiger Text ist auch “Chcocklers Flops”.

Die erste Aufgabe bestand in der Aufteilung der Texte auf die Seiten. 32 Seiten hat das Buch, davon sind einige schon belegt mit der Titelei. Die Texte sind in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, manche gehen über zwei Seiten und sollen im Buch nebeneinander stehen. Aber diese Planungsarbeit macht auch Spaß. Es steckt soviel Vorfreude darin.

Einen Titel hat das Buch noch nicht. Deswegen bekommen die Texte einstweilen den tag “Goldts rotes Buch”. Gedruckt werden voraussichtlich 1500 Exemplare. Es wird also nicht so schnell vergriffen sein wie der Vorgänger. Die Ausstattung wird erneut reicher werden, eine Seite beispielsweise braucht eine starke Prachtausstattung, mit Schmuck, Farben, vielleicht auch Gold und Silber.

— Martin Z. Schröder

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Rubrik Vermischtes · 1. Februar 2010

Das Original der Männlein von neulich zeige ich hier. Es wurde im Jahr 2000 auf offenbar holzhaltiges Papier gezeichnet und an die Wand eines Jugendzimmers geklebt, damit es ein wenig Patina erhält. Jetzt könnte es eigentlich ins Museum, zu meiner Verblüffung hat noch keines um den Ankauf nachgesucht. Vielleicht hat das Kunstwerk noch nicht genug Patina.

Regelrecht entzückt hat mich die kleine Letter z der kursiven Garamond von Herbert Thannhaeuser — ist das nicht ein schöner Schwung, eine elegante Linie?

Apropos Schrift. Diese Lettern sind aus der Schrift Titanic (entworfen von Ludwig Wagner, Leipzig, zuerst gegossen anno 1920, Schriftgießerei Wagner/Schmidt). Das linke h ist das gewöhnliche der Schrift, das mittlere hat eine extreme Oberlänge und das rechte gehört offenbar in einen kleineren Schriftgrad, den ich nicht habe.

Natürlich hat nicht nur das h diese Sonderform, es gibt noch mehr langohrige Buchstaben — wenn ich nicht irre, haben alle Lettern mit Oberlängen auch die Sonderformen mit Oberoberlängen.

Wozu man so etwas braucht? Wohl kaum für eine Visitenkarte. Demnächst beginnt die Produktion des neuen Buches von Max Goldt, das noch keinen Namen hat. Am Freitag trafen die ersten Papiermuster ein. Als letzter Band der Trilogie soll der dritte den ersten beiden in der Farbe des Umschlags angepaßt werden, und da die ersten beiden aus Grau und Grün und Rot gemacht wurden und Grau und Grün die Farben der ersten beiden Umschläge waren, wird der dritte aus rotem Metallic-Karton. Die Rottöne des ersten Lieferanten sind also eingetroffen, und ich bin schon sehr angetan — nun mal sehen, ob die anderen Händler noch besser geeignete haben. Bis es mit der Arbeit wirklich losgeht, dauert es ein Weilchen. Mancher wird sich angesichts der Seltenheit des zweiten Bandes fragen, ob dieser wieder so schnell vergriffen sein wird. Nein. Diesmal drucke ich etwas mehr. Das Erscheinen ist für den Herbst vorgesehen, Bestellungen nehmen der Verlag und ich noch nicht entgegen. Ist wirklich noch zu früh.

— Martin Z. Schröder

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