Titelentwurf im Bleisatz
Nach dem klassizistischen Titel im Atlas soll der Haupttitel vom Märchenschloß nun etwas wilder werden.
Sicherlich wird nicht mit violetter Farbe gedruckt. Violett war nur gerade in der Maschine.
Die Schriften: Lichte Futura, Lichte Largo, Koralle, Futura Buch und Futura dreiviertelfett. Die Bilder zeigen den ersten Entwurf, den ich erst einmal liegenlasse für weitere Überlegungen.
Anmerkungen [3]
Monotype in Hamburg
Nicht, weil Max Goldt jahrelang in Hamburg gewohnt hat und dort am 19. Dezember im Schauspielhaus lesen wird, sondern weil mein Kollege Helmut Bohlmann, Schriftsetzer, in der Druckerei des Museums der Arbeit in Hamburg den Bleisatz am Leben hält, werde ich zwei Texte aus dem neuen Buch von Monotype-Satz drucken dürfen. Die Monotype ist eine Einzelbuchstabengießmaschine (mehr darüber weiß Wikipedia).
Erich Hirsch, Monotypesetzer und zugleich Gießer, hier im Bild an der Monotype zu sehen, ist zu verdanken, daß diese Technik an diesem Ort noch eingesetzt werden kann. Und daß ich Monotype-Satz für das Büchlein bekomme.
Die Texte wurden aus Plantin und Gill gesetzt, hier ein Blick in die Maschine.
Für die Aufnahmen, hier ein Bild vom fertigen Satz, auf der Abziehpresse (Nudel) stehend, danke ich meinem Verbindungsmann in der Hamburger Druckerei, Schriftsetzer Helmut Bohlmann. Weitere Bilder der Kolumnen werden aus Berlin folgen.
Der jüngere Bruder Bär
Vor gut einem Jahr habe ich meine Druckermarke, den oben abgebildeten Bären, hier vorgestellt. Nun ist dieser Holzstich mit einigem Retusche-Aufwand zwar reproduzierbar, wie ich erst hier und dann hier beschrieb. Aber für Stempel, Prägungen und Brandprägungen ist er zu filigran gearbeitet.
So bat ich des Bärchens Vater, den Grafiker, Holz- und Metallstecher Hans-Joachim Behrendt, mir eine grafische Version zu erschaffen, die diesen Reproduktionsansprüchen genügt. Und binnen weniger Tage wurde ich nun mit dieser Arbeit überrascht.
Ich habe das Bild in meiner Hand fotografiert, damit man die Größe des Originals ahnen kann. Freuderfüllt ob über dieser Arbeit bin ich nun, denn sie ist meisterlich gemacht.
Zum einen hat Behrendt den Ausdruck des Bären, seine Persönlichkeit, genau getroffen. Ein freundliches Gesicht, das Humor und Geist verrät. Eine Wesensart, die ich schon im Holzstich-Bären als erstrebenswert ansehe. Nun mahnt mich also auch noch ein Bärenbruder, freundlich zu sein und mich um Bildung zu bemühen. Zweitens bewundere ich die grafischen Kunstgriffe. Das Bild ist nicht nur einfach von den feinen Linien befreit worden, sondern es wurden Akzente hineingesetzt: Die Ohren, der rechte Daumen, die linke Buchseite als Imagination einer Abbildung, die nun ausgefüllten Abschlüsse der Parierstange des Degens gegen den weißen Knauf des Heftes. Schaut man sich den Bären im Detail an, findet man weitere grafische Überlegungen umgesetzt, die dem Meister Petz Leben einhauchen.
Hans-Joachim Behrendt hat die Arbeit in Schabtechnik ausgeführt. Schabkarton wird mit einer weißen und weichen Kreideschicht überzogen, die leicht abzuschaben und abzukratzen ist. Die Kreideschicht wird schwarz gefärbt mit einer Farbe, die nicht bis in den Papieruntergrund vordringt. Danach wird aus der schwarzen Fläche das Bild geschabt. Auf diesem Foto lassen sich Spuren der Arbeit erkennen.
In der Verkleinerung neben der Reproduktion des Holzstiches in Originalgröße ist die Wirkung eines Stempels oder einer Prägung zu ahnen. Mit Farbe kann hier nichts mehr zulaufen, und für eine Prägung sind die Innenräume weit genug. Ich werde als erstes einen Stempel anfertigen lassen.
Leserzuschriften [6]
