Grüßen mit geschmückter Feder · 28. Februar 2011

Von einem Holzstich aus dem Fundus habe ich in kleiner Auflage diese Karten im sogenannten Diplomatenformat gedruckt, als Klappkarte, geschlossen 172 × 112 mm groß. Die Geschichte des Holzschnitts und Holzstichs wird von Klaus Kramer auf dessen Website erzählt.

Und ich nehme nur an, daß es sich um einen Holzstich handelt, ich habe mir das Holz nicht genauer angesehen. Die Fläche, von der gedruckt wird, läßt durch die Druckfarbe, die sich ins Holz gesetzt hat, keine Einblicke mehr zu. Aber an der Rückseite des Stockes und an den Seiten kann man die Faserlaufrichtung erkennen.

Wenn man sich die Kratzer in den Blüten anschaut, könnte man meinen, daß es sich doch um einen Holzschnitt handelt, oder? Ich kenne mich nicht aus. Ich werde bei Gelegenheit eine Seite anschleifen und nachschauen. Wenn ich vom Holzstich drucke, bin ich jedesmal fasziniert von der filigranen Handarbeit, die in jedem alten Holzstich, den man heute noch findet, ihren Schöpfer überdauert hat.

Und die Schöpfer solcher gebrauchsgrafischen Arbeiten sind nicht einmal namentlich bekannt. So etwas war früher eine Handarbeit wie ein Möbelstück.

In der Feder sind zwei kleine Fehlstellen zu sehen, …

… die sich auch im Druckbild zeigen.

Die Karte habe ich mit einem Farbschnitt in orange ausgestattet. Sie wird mit einem weiß gefütterten Kuvert geliefert und kann im Online-Shop der Druckerey bestellt werden, hier ist der direkte Link zur Karte bei letterpressberlin.com.

— Martin Z. Schröder

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Visitenkarten aus der Winkelgasse · 18. Januar 2011

Winkelgasse nennt sich die schmale Ladenstraße in der Parallelwelt Harry Potters. Den ersten der Filme sah ich kürzlich. Ich war sehr angetan. Inzwischen habe ich die anderen Filme auch gesehen — die Lindenstraße der ARD bietet mehr Spannung als das fortsetzungsbedingte Ringen um gute Ideen dieser sicherlich sehr hübschen Kapitalanlage. Für den nächsten Tag nach meinem schönsten Harry-Potter-Film-Abend hatte sich ein gewisser Herr Becker zur Beratung angemeldet. Freilich fiel mir seine stattliche außergewöhnliche Erscheinung auf, aber einem Berliner rennt der Puls nicht davon, wenn Menschen sich etwas eigen gewanden.

Visitenkarten also wurden gewünscht, geschäftliche. Um welches Geschäft es sich handele, wollte ich wissen, denn einem Bankier werde ich einen anderen Entwurf anbieten als einem Kuchenbäcker. Herr Becker wünschte die Bezeichnung Wundermacher auf der Visitenkarte, denn sein Beruf sei der des Magiers. Nun ging mein Puls doch rascher, und ich finde diese Verkettung zweier Ereignisse noch immer seltsam. Da schaue ich mir nun wirklich selten Kinderfilme mit Zauberern an, dieser hier hatte mich sogar gerührt und begeistert, mich hineingezogen in die Welt der Zauberer und Hexen und ihrer Schüler auf Hogwarts. Und ich drucke nun seit fast dreißig Jahren Visitenkarten, hatte aber noch nie für einen Zauberer gearbeitet, und nun stand plötzlich einer leibhaftig in meiner Werkstatt, und es fühlte sich so an, als sei dieser Besuch die Folge meines Film-Vergnügens, allerdings eben von Herrn Becker vorhergesehen, ja offenbar geplant, denn den Termin hatten wir vereinbart, bevor ich die DVD überhaupt hatte. Seltsam. Überaus merkwürdig.

Günstig für die Beratung des Entwurfs war, daß ich den Film nun kannte, denn Herr Becker wünschte sich eine Karte, die in das Ambiente des Geschäfts für Zauberstäbe aus der Winkelgasse passen würde. Gewöhnlich fertige ich nicht so viele Entwürfe an, meistens gibt es eine oder zwei Grundlinien, an denen im Laufe der Entwurfsberatung nur noch Details geändert werden. Aber weil ich so selten für Magier arbeite und Freude daran hatte, habe ich ein wenig mehr skizziert (PDF) als gewöhnlich.

Der Zauberer entschied sich für Entwurf Nummer 8. Die Vorderseite ein wenig stärker geprägt, denn diesen Entwurf konnte ich ohnehin nicht vom Bleisatz drucken, sondern ließ eine Metallplatte nach der digitalen Vorlage ätzen. Damit kommt man tiefer ins Papier, denn mit dem weichen Blei läßt sich nicht prägen, wenn man die Lettern lange bewahren möchte. Die Internet-Adresse auf der Rückseite wurde mit geringerer Schattierung auf den aus Schottland stammenden, zart cremegetönten Feinkarton gedruckt. Mit einem Farbschnitt in Englischrot wurden die Schnittkanten veredelt. Für die freundliche Erlaubnis, die Arbeit hier zu zeigen, danke ich dem Wundermacher Jan Becker.

— Martin Z. Schröder

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Mit Erler-Versalien gratulieren · 11. Mai 2010

Weil die erste Geburtstagskarte ausverkauft ist, habe ich eine neue gedruckt. Und weil ich lieber etwas neues mache als für eine Nachauflage die Druckform nachbauen, ist es nun eine Klappkarte im Hochformat, geschlossen DIN A6 (105 × 148 mm), zweifarbig gedruckt in dunkelrot und dunkelgrün.

Die Karte wurde mit einem ultramarinblauen Farbschnitt veredelt.

Die Erler-Versalien sind von der Schriftgießerei Typoart in Dresden im Jahr 1953 gegossen worden nach Entwürfen von Herbert Thannhaeuser, der auch die auf dieser Karte gedruckten Meister-Ornamente gezeichnet hat.

Für den Schmuck habe ich Stunde um Stunde gebraucht. Ich habe nicht viel Erfahrung mit dem Einsatz von Schmuck, und wie ein Anfänger tat ich anfangs von allem zu viel dazu. Der Rahmen war ungekonnt überladen durch zu viele verschiedene Ornamente und hatte oben und unten noch Aufbauten. Erst habe ich nach jedem Abzug noch Dinge hinzugefügt, statt wegzunehmen, bis mir der Gedanke kam, daß Schmuck ja wie Schrift behandelt werden kann: Wenige Schriften, wenige Größen, wenige Schnitte, wenig von allem. Das war ein interessanter Unterricht, denn anfänglich war die Reduzierung ergebnislos. Erst als ich entschlossen alle Blümchen bis auf eines entfernte und alle floralen Teile bis auf die Eckstücken und alle abweichenden Ornamente bis auf zwei Mittelstücke in den seitlichen Rahmenlinien, war der Rahmen gut. Auch unten wurde die Zahl der verschiedenen Ornamente reduziert, jetzt sind es nur noch drei. Nun weiß ich also auch ein bißchen mehr über das Ornament. Reichhaltigkeit richtig zu erzeugen, muß ich bei Gelegenheit noch lernen. In meiner Ausbildung war Schmuck übrigens gar kein Thema, abgesehen von einer Linie hier und da. Immerhin. Eine Berufsausbildung zum Schriftsetzer in nur 18 Monaten reicht an keinem Ende. Klassizistischer Schmuck ist ja eine ganz andere Welt als der renaissanceartige Schmuck auf dieser Karte. Und die Elementare Typografie der Moderne hatte wieder ganz andere ornamentale Bilder.

Lieferung und Preis: Im Online-Shop der Druckerey LetterpressBerlin erhältlich.

— Martin Z. Schröder

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Schwere Karten · 19. März 2010

Der Karton der Karten ist nicht übermäßig schwer: 300 g/m². Aber den richtigen Entwurf zu finden, fiel mir schwer. Hoch- oder Querformat? Auf einem Hochformat kann man mehr Text unterbringen, ohne daß die Karte überladen wirkt. Und das Signet der Werkstatt (Idee Axel Bertram, Holzstich Hans-Joachim Behrendt) braucht in der Höhe so viel Platz, daß man kaum mehr als ein oder zwei Zeilen Text darunter stellen kann, ohne das Format aus guten Proportionen gleiten zu lassen. Auch Klappkarten und Druck auf der Rückseite hatte ich erwogen, doch solche Karten sind vielleicht aufwendig und können schön aussehen, sind aber nicht gut zu handhaben. Es ist nicht ganz unwichtig, alles auf einen Blick zu sehen. Und wenn eine Karte in einem Ordner steckt oder an eine Pinnwand geheftet wird, muß eine Seite ganz verdeckt werden.

Vierzehn Varianten im Hochformat blieben übrig. Soll das Signet eingebaut werden in Text oder Linien oder freistehen? Kann Schmuck eingesetzt werden? Oder Schrift als Schmuck? Wie ordnet man den Text so an, daß er weder das Bild übertönt noch untergeht? Ich glaube nicht, daß man diese Entscheidungen durch logisches Vorgehen herbeiführen kann. Man kann sie hinterher begründen, aber es gibt keinen standardisierten Weg zum besten Entwurf, keine Formel. Den guten Entwurf kann man auf diesem Wege schaffen, aber die letzte Entscheidung zwischen den guten Entwürfen ist Erfahrungssache. Ich habe kurzerhand wie in einem Turnier immer zwei beliebige Entwürfe herausgegriffen und gegeneinander antreten lassen. Der Verlierer flog raus. Die letzten fünf Kandidaten haben es mir schwer gemacht.

Vor dem Druck mußte über die Farbe entschieden werden. Welches Grün steht am besten, also zeichnet den Holzstich gut und verhält sich harmonisch zum Grauwert des Textes? (Es wirkt übrigens hier auf keinem Foto gut, im Original spielen Papierfarbe, Farbauftrag und die leichte Prägung des Bildes eine Rolle, die auf diesen Fotos nicht zum tragen kommt.) Welche Farbe soll die Schnittkante bekommen?

Die Papierauswahl war auch nicht ganz einfach. Auf den voluminösen und filzmarkierten oder rauhen Kartonen muß man etwas mehr Farbe bringen, auch mehr Druck einsetzen, und ich wollte doch die zarte Garamond in Nonpareille (6 Punkt) in ihrer Zartheit darstellen. Und auch von dem Bild nichts wegquetschen. Also habe ich einen mittelglatten Karton ausgesucht.

Der Entwurf, den ich schließlich in Bleisatz und Druck umgesetzt habe, war der zweite von allen überhaupt. Das passiert mir gar nicht so selten. Es spricht am Ende eigentlich für eine sichere Hand, aber gerade mit der eigenen Drucksache tut man sich als Typograf schwer. Ich hatte anfangs die Befürchtung, die Karte sei so schlicht, daß sie plump wirke, und fing an, die Entwürfe aufzubrezeln durch Linien und Schmuck und Umstellungen. Sogar Linienrahmen hatte ich ausprobiert. Wenn ich mir dabei zugesehen hätte, würde ich wohl recht unwillig gemurmelt haben, daß man es auch übertreiben könne und daß weniger oft mehr sei und ob ich wohl am horror vacui litte.

Vergleicht man die letzten beiden Fotos, wirkt der Farbschnitt unterschiedlich hell. Das passiert einem natürlich auch in der Produktion. Man läuft von einer Tageslichtlampe zur nächsten und schließlich vor die Tür, um die “Wirklichkeit” der Farbe zu finden. Es gibt sie natürlich nicht. Außer wenn es dunkel ist.

— Martin Z. Schröder

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Z wie Zuversicht, Neujahrskarte 2010 · 21. September 2009

Es herbstet, und der Drucker bereitet sich auf den Bedarf an stilvollen Glückwunschübermittlungen vor. Neulich berichtete ich vom Erwerb von Zierversalien aus dem Bleisatz-Magazin von Georg Kraus, die er von der 1949 in Frankfurt gegründeten Eremiten-Presse übernommen hatte.

Die Idee zu dieser Karte habe ich geklaut, und zwar aus einem Buch von Hans-Joachim Schauß. (Unten mehr dazu.) Freilich ist die Ausführung dann doch ganz anders, wieder einmal mit dem Farbschnitt, hellgrün zum kräftigen Rot des Kartons.

Hier ist das Initial in der Druckform zu sehen.

Und so sieht es gedruckt aus.

Der Anblick einer solchen Skulptur gehört zu den Freuden und Erhebungen des Drucker-Lebens.

Dazu habe ich als glatte Type die Futura gesetzt, die beiden Z aus dreiviertelfetter, den Rest aus magerer.

Preise Die Karte ist zu haben für 2,20 pro Stück. Ab 10 Stück: 1,80 per Stück. Auf Wunsch mit gefüttertem Kuvert, dann 2,40 Euro per Set. Oder ab 10 Stück: 20,00 Euro. Alle Preise inklusive 19% Mehrwertsteuer zuzüglich Versand.

Geklaut? Es ist in der Gebrauchsgrafik gar nicht unüblich, daß man gute Ideen weiterträgt. In der Buchausstattung ist fast alles schon einmal dagewesen. Ob es sich um den Satzspiegel oder das Initial handelt, man erfindet nichts, wenn man Bücher macht. Aber auch in Akzidenzen, Kleindrucksachen, gibt es Beispiele für berühmte Diebereien wie das Exlibris von Valter Falk, das Jan Tschichold mit neuer Schrift nachgesetzt hat. Ich hab es dann dem Tschichold geklaut, wieder in einer anderen Schrift. Ach, hatte ich ja erst im Juni hier erzählt.

Die Abbildung der Karte von Gerd Haubner (über die Suche in der Allianz Deutscher Designer zu finden) entnahm ich dem bei Faber & Faber erschienenen (und leider überall vergriffenen) Buch “Pünktliche Pointen” von Hans-Joachim Schauß, einem prägenden Gebrauchsgrafiker der DDR, der über 800 Büchern ein Gesicht gegeben hat, vorrangig für den Verlag der Nation in Berlin, dessen Künstlerischer Leiter er viele Jahre lang war.

Der Dichter Jürgen Rennert schrieb über den Grafiker Hans-Joachim Schauß diese rhythmischen Zeilen:
Die feinnervigen Magier wie Schauß
Stehen im Dunkel
Stets überschlagnen Impressums und hüten,
Behutsam Schatten verteilend das Licht …

Vor sieben Jahren habe ich ein ebenfalls längst vergriffenes Buch von Schauß besprochen (PDF).

Die Designer-Schelte in diesem Text würde ich heute nicht mehr aufrechterhalten, ich kenne inzwischen auch eine ganze Reihe junger Gebrauchsgrafiker, die bewundernswerte Arbeiten machen. Und ich würde auch nicht mehr behaupten, daß serifenlose Schrift besser lesbar sei als eine Schrift mit Serifen. Man lernt glücklicherweise nie aus.

— Martin Z. Schröder

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Aufwendige Visitenkarten · 4. September 2009

Wer grafisch am Computer arbeitet, entwickelt oft ganz andere Entwürfe als ein Akzidenzsetzer wie ich, der Typografie gewissermaßen aus dem Setzkasten heraus denkt. Designer wie Patrick O. Wodtke erinnern mich aber trotzdem an früher. Als ich noch angestellter Schriftsetzer in einer Akzidenzsetzerei war, bekamen wir von Gebrauchsgrafikern Skizzen, die wir nachbauten. Axel Bertram war in der Buchdruckerei Rapputan in der Berliner Friedrichstraße dafür bekannt, besonders enge Wortzwischenräume im Satz zu bestellen, anders als wir es gewöhnlich handhabten.

POW wünschte sich Visitenkarten, die auf einer Seite mit einer Farbfläche im Beschnitt bedruckt waren, darin negativ eine Grafik, auf der Rückseite eine digital gesetzte Schrift. Beides war also nicht vom Bleisatz zu drucken, sondern vom Klischee. Die Karten sollten mit einem Farbschnitt ausgestattet werden. Als Farbangaben wurden mir Nummern aus dem HKS-Farbfächer genannt. Ich danke Herrn Wodtke für die freundliche Genehmigung, die von ihm entworfenene, gesetzte und gezeichnete und von mir ausgeführte Arbeit hier zeigen zu dürfen.

Das Klischee mußte also größer angelegt werden als das Format der Karte, um den Schnitt in die Farbfläche hineinsetzen zu können.

Das Papierformat brauchte einen Rand über die Druckfläche hinaus, damit es in der Maschine befestigt werden konnte. Gewöhnlich drucke ich auf das Endformat und setze den Farbschnitt vor dem Druck an.

Die dunkelbraune Farbe habe ich von Hand gemischt. Selbst wenn ich die entsprechende HKS-Farbdose im Regal hätte: Im Buchdruck ist der Farbauftrag höher als im Offset, mit dem der Farbfächer gedruckt ist. Das Papier mit der filzmarkierten Oberfläche und die Farbfläche des Druckbildes brauchen einen extra hohen Farbauftrag.

Eine Farbe aus der Dose würde dadurch dunkler scheinen als die Vorlage auf dem Farbfächer. Dem müßte also durch Aufhellen der Farbe entgegengewirkt werden. Dann mische ich lieber gleich. Hier also ein dunkles Braun, dazu ein Löffelchen kaltes Rot, eine Messerspitze Orange und ein Stritz Schwarz.

Nach dem Drucken und dem Beschnitt sowie dem Anschleifen der Schnittflächen wird die Farbe auf die Schnittflächen aufgetragen. Auch diese Farbe ist von Hand gemischt nach Angabe einer HKS-Farbe. Nach dem Auftragen wird die Farbe poliert und mit einem dünnen Lack überzogen.

Vor dem Schneiden wurden die Drucke mit dünnem Papier durchschossen. Der Preßbalken und das Messer in der Schneidemaschine üben einen so hohen Druck aus, daß die Farbe der Farbfläche unweigerlich auf der Rückseite der nächsten Karte abziehen würde. Außerdem wird der Papierstapel für den Farbschnitt sehr hohem Preßdruck ausgesetzt. Nach dem Schneiden habe ich die recht fest haftenden Zwischenlagen abgezogen, aber für das Verpacken zwischen den Karten gelassen, denn auch Abrieb in einem festen Päckchen wäre unschön.

Immer wenn sich ein Designer mit einer Anfrage meldet, bekomme ich es erst einmal ein wenig mit der Angst zu tun. “Designer” ist keine geschützte Berufsbezeichnung, und auch wenn es das wäre, gibt so ein Wort noch keine Garantie für typografisches Verständnis. Aber bislang hatte ich Glück mit meinem Designer-Kunden. Typografisch ist auch an diesem Entwurf von Patrick O. Wodtke nichts auszusetzen, der Schriftsatz in der PDF-Vorlage, die ich für die Klischeeherstellung benötige, war einwandfrei. Von Designern dieser Güteklasse kann ich lernen, und sie fordern mich technisch heraus: Die Kombination von Farbfläche im Beschnitt, zweiseitigem Druck und Farbschnitt erfordert genaue Planung.

— Martin Z. Schröder

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DANKE in 2. Auflage — und was noch? · 10. August 2009

Weil sich der Vorrat dieser Karten mit dem DANKE neigt, drucke ich sie nach. Diesmal mit einem auffälligeren, nämlich roten Farbschnitt. Und ich biete meinen verehrten Lesern an, eine Kleinauflage mit einem anderen Text zu versehen. Zuerst habe ich Grün gedruckt, weil Grün gerade für eine andere Sache in der Maschine, also die Gelegenheit günstig war. Demnächst kommt Blau dazu, am Schluß drucke ich den roten Text ein. Ein Teil der Auflage kann aber für andere Anlässe verwendet werden. Entweder in einer Kleinauflage auf Bestellung. Oder ein Leser unterbreitet mir einen Vorschlag, den ich so gut finde, daß ich davon für den allgemeinen Bedarf drucke und dem Leser zum Dank fünf Karten mit Kuverts zusende. Etwa achtzig Karten stehen zur Verfügung zur freien Verwendung.

Letztes Mal hatte ich ein paar andere Wörter mit großen Lettern eingedruckt (Link siehe oben), man bekommt aber in kleiner Schrift vielleicht auch zwei Zeilen in die grünen Wedel. Anmerkungen bitte als Kommentar oder, wenn es eine persönliche Bestellung werden könnte, per E-Mail.

Die grüne Farbe trocknet nun. Auf dem Foto sehe ich eben zwischen den Setzkästen ein paar Postkarten liegen. Die habe ich vergangene Woche in der Gemäldegalerie im Berliner Kulturforum gekauft, aus Begeisterung über die Blumen-Aquarelle von Emil Nolde, die neben großartigen Südseemenschen-Porträts, beseelten Seen-Landschaften und Bildern aus dem Hamburger Hafen derzeit in einer phantastischen Ausstellung im Kupferstichkabinett zu sehen sind. Ich bin kein großer Freund von Blumen-Aquarellen, aber vor diesen von Nolde stand ich atemlos vor Überraschung. Dieses geheimnisvolle Leuchten! Ich habe mir ein paar (natürlich miese weil Vierfarbenoffset) Postkartennachdrucke mitgenommen, um mich an die Farben erinnern zu können.

— Martin Z. Schröder

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Klappbare Visitenkarten · 27. Juli 2009

Visitenkarten als Klappkarten sind nur eingeschränkt zu empfehlen. Man kann sie in Sammelalben nicht verwenden, weil Angaben verdeckt werden; ebensowenig an Pinnwänden oder unter Glasplatten. Sinnvoll können solche Karten sein, wenn sie als Träger von handgeschriebenen Botschaften verwendet werden. Innen ist hier die obere Seite unbedruckt und bietet Platz dafür.

Oder auch als eine Privatkarte, deren Funktionalität weniger wichtig genommen wird. Das Format dieser Karte ist geschlossen 50 × 80 mm, also eine Proportion aus der Fibonacci-Folge, angenähert dem Goldenen Schnitt.

Das Telefon ist von einem Holzstich gedruckt, die Ziffern gehören zur Schrift Bigband.

Hier ist der hölzerne Telefonapparat zu sehen. So einer steht in der Druckerey tatsächlich auf dem Tisch. Ein Nachbau, immerhin von derselben Firma, die das Gerät in den 1950er Jahren als modernes Telefon baute.

Die Visitenkarte zum klappen hat einen dunkelgrünen vierseitigen Farbschnitt und wurde für den Falz gerillt.

— Martin Z. Schröder

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Berliner Visitenkarten | Nr. 4 · 28. Mai 2009

Zu jeder Druckfarbe gehört ein Untergrund, also das Papier. Das seine eigene Farbe hat. Druck- und Papierfarbe sollen harmonieren oder eben nicht, sie dürfen nur nicht willkürlich eingesetzt werden. Schwarz ist eine gute Farbe, aber sie kann auf verschiedene Weise wirken. Auf Grau wirkt sie düster. Die Schrift kann diese Wirkung aufheben oder unterstützen. Eine schwarze, munter verschlungene Schreibschrift auf grauem Papier kann freundlich aussehen. Buntfarben angemessen einzusetzen, ist auch nicht leicht. Violette Schrift auf Weiß wirkt sehr leicht profan. Die Kälte dieser Farbe kann man verstärken, indem man Flächen und Ornamente bildet. Oder man tönt das Weiß stark ab.

Die verwendete Schrift auf der Karte ist die Garamond. In kursiv, einer Zeile Versalien und gewöhnlichen Typen. Und dazu habe ich ein schmückendes Zweiglein gestellt. Freilich sind die Räume links und rechts der Karte definiert. Solche Entscheidungen zu treffen, hilft manchmal die Mathematik, manchmal das typografische Gefühl.

Das kalte und etwas blasse Violett in einer zierlichen Schrift auf einem warmgrauen Karton bildet einen harten, aber anziehenden Kontrast. Der ebenfalls violette Farbschnitt bildet eine hauchfeine Umrahmung für den Text dieser vierten und einstweilen letzten Karte der kleinen Serie für R.S.V.P. in der Mulackstraße im Berliner Scheunenviertel. Dort werden die Visitenkarten demnächst original zu sehen sein, zusammen mit anderen aus derselben Werkstatt.

Den violetten Farbschnitt zu fotografieren, ist mir am Einzelstück nicht gelungen, er ist zu fein für meine kleine Kamera, die mit dem kalten Rot als so feiner Linie Schwierigkeiten hatte. Im Stapel entsteht ein hübsches Leuchten.

— Martin Z. Schröder

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Saphire · 27. Mai 2009

Gestern wies mich Hans Reichardt in einem Blog-Kommentar auf die Verhältnisse hin, wie sie sind: Die Saphir ist in allen Graden gleich. Bei den Ziffern handelt es sich um die “Festlichen Ziffern” von Hermann Zapf, extra entworfen für Urkunden u.ä. Anlässe mit feinerer Struktur der Ornamente. Ich war nicht auf die Idee gekommen, daß Sonderfiguren zur Schrift geschaffen worden waren — ich arbeite wohl zu selten mit Zierschriften. Urkunden zu Jubiläen gehören ja nicht zu meinem Tagesgeschäft. Denn ungewöhnlich ist dies nicht. Die blaue Schrift auf dem Foto ist aus dem Alphabet-Buch von Zapf, worin er die Saphir nur sehr am Rande notiert. Es ist freilich für einen Kalligraphen keine bedeutende Schrift, für den Akzidenzdrucker aber doch eine wesentliche Erweiterung, auch wenn er selten auf sie zurückgreifen wird.

Und Georg Kraus sandte mir eine Ansicht der Saphir-Ziffern mit dem Vermerk: zwei 36p-Lettern Saphir-Ziffern, wie sie die Schriftgießerei Stempel heute verkauft.

Da schätze ich mich so recht glücklich, die Festlichen Ziffern erwischt zu haben.

Und habe freilich rasch feststellen können, daß die Buchstaben diese reicheren Ornamente nicht tragen. Dem großen L scheint mir das Gleichgewicht etwas zu fehlen, es könnte, aus der Ferne betrachtet, zum I geraten.

Aus der Ferne betrachtet, fielen mir die diversen Visitenkarten auf, die ich in den letzten Jahren gemacht habe.

Und freilich ist es nur ein Bruchteil, der sich in der Werkstatt zur Schau stellt. Es sind Hunderte von verschiedenen Entwürfen. Schrift, Farbe, Papier, der Kombinationsmöglichkeiten gibt es scheinbar unendliche, auch wenn der größte Teil der Karten zurückhaltend aufgebaut ist. Spannung im kleinen Format erzeugt man mit wenigen Mitteln, denn sie entsteht zwischen den Lettern, auf den unbedruckten Flächen. Gestern beugte sich Eckehart SchumacherGebler über die Galerie und zeigte sich recht entzückt von so mancher Akzidenz, was mich wiederum sehr freute.

Und nun ist ja auch der Farbschnitt noch hinzugekommen. Hier die vier aus der Serie für R.S.V.P., die nun allmählich fertig werden.

Ja, violetter Farbschnitt — ein Stapel muß noch bedruckt werden. Mache ich heute. Zeige ich morgen. Violetter Farbschnitt, violetter Druck, mir ist schon ganz lila. Aber auf grauem Karton entfaltet Violett eine Leuchtkraft, der ich nicht widerstehen kann.

— Martin Z. Schröder

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Berliner Visitenkarten | Nr. 3 · 26. Mai 2009

Eine Visitenkarte für einen Berliner Journalisten, der mit einem “Bilderbuch für Verliebte” Bekanntheit erlangte. Da kann man doch mal einen Goldschnitt ansetzen. Aber Goldschnitt an weißes Papier? Das wäre für einen jungen Mann arg überfeinert, es muß ein Gegengewicht her. Ein bräunlicher Karton mit ein wenig Filznarbung auf der Oberfläche und ein paar feinen, aber lebendigen Fasereinschlüssen. Das Gold am Schnitt ergänzt nur den Ton der Fläche. Und dazu die grobe Schreibmaschinenschrift, denn Journalisten hackten ja zu Tucholskys Zeiten auf solchen rum.

Schreibmaschinenschriften wurden übrigens für Formulare und Reklame gemacht, für gedruckte Zettel, die wie maschinengeschriebene Mitteilungen aussehen sollten. So wie heute Unterschriften mit blauer Farbe gedruckt werden, um dem Reklame-Empfänger vorzumachen, sein Werbewisch sei von jemandem persönlich unterschrieben worden.

Und ein wenig Coolness in den Entwurf: dunkelblauer Druck und — Tucholsky ist ein 90er Jahrgang — die Ziffern der Schrift Saphir zur Bildung einer Schmuckmarke. Die digitale Saphir von Hermann Zapf, die 1953 erstmals in Blei gegossen ward, sieht anders aus. Entweder wurde sie für die Digitalisierung umgearbeitet, oder es gibt mehrere Saphir-Versionen oder meine Bleilettern sind nicht die Saphir. Herrje. Oder, noch eine Möglichkeit, die Digitalisierung ist nach den kleinen Graden gemacht worden, denn in Band 1 der Schriften-Sammlung “Erinnerungen an den Bleisatz” von Kandler ist dieselbe Type zu sehen mit der Angabe der Schriftgröße 20p. Und ich habe hier eine Dreicicero (36p) eingesetzt. Die hat freilich mehr Fläche fürs Ornament. Ich werde mal in meine diversen Zapf-Bücher schauen.

Der Goldschnitt ist dezent, aber wenn man ihn einmal entdeckt hat, weidet sich das Auge an dem schmalen Glitzern. Das Format der Karte liegt mit 50 × 81 mm auch noch im Goldenen Schnitt. Ja, es ginge noch goldener. Mit Handvergoldung oder Golddruck auf der Karte. Nein, ein solches Modell ist nicht vorgesehen. Einstweilen nicht.

— Martin Z. Schröder

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Berliner Visitenkarten | Nr. 2 · 21. Mai 2009

Schwarzer Farbschnitt, wie kann man einen schwarzen Farbschnitt so bringen, daß die Visitenkarte nicht düster wirkt? Wie sortiert man welche Gestaltungmittel dazu? Die zweite Visitenkarte der kleinen Serie für R.S.V.P. ist gedruckt, das Modell “Adolf Glaßbrenner”. Der einzige Berliner Lokaldichter, soviel ich weiß. Und fast vergessen. Lebte von 1810 bis 1876 und machte Berliner Figuren wie den Eckensteher Nante und das Blumenmädchen über seine Zeit hinaus bekannt. Nante und Blumenmädchen gab es in meiner Kindheit, also in den 70er Jahren, im Treptower Park als Souvenirpuppen zu kaufen. Noch heute gut lesbar sind Glaßbrenners witzige Geschichten um den Privatier Herrn Buffey.

Der Berliner Don Quixote war ein von Glaßbrenner gegründetes Unterhaltungsmagazin, was drinstand, weiß ich nicht. Die Schrift auf der Visitenkarte ist jünger als Glaßbrenner. Es handelt sich um die Fundamental halbfett kursiv. Sie wurde 1938 erstmals gegossen in der Schriftgießerei Ludwig Wagner, Leipzig. Gezeichnet hat sie Arno Drescher, der auch Maler war. Seine vor der Fundamental entstandene “Super Grotesk” wurde die meistverwendete Serifenlose in der DDR.

Diese Visitenkarte hat ein kleines schwarzes Eselsohr bekommen. So wird ein schlichtes geometrisches Gebilde zum Ornament. Und der Karton ist graublau, das mindert die Härte des Farbschnitts. Mit dem Farbschnitt ist es so eine Sache. Auf den Fotos hier setze ich ihn freilich ins Licht, aber wenn man eine solche Karte in der Hand hält, sieht man den Farbschnitt erst beim dritten Hinschauen, wenn er nicht gerade knallrot ist oder hellgrün. Hat man ihn aber erst einmal entdeckt, kann man ihn nicht mehr übersehen. Man sucht ihn immerzu, weil diese farbige Linie so fein ist, eben nur so fein wie das Papier dick ist, und trotzdem so — hat man sie erst einmal entdeckt — unübersehbar erscheint.

— Martin Z. Schröder

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Berliner Visitenkarten | Nr. 1 · 19. Mai 2009

Für meinen Lieblingspapierladen produziere ich eine Modell-Serie feinster Visitenkarten, vom Bleisatz gedruckt. Heute habe ich die erste gefertigt, eine Besuchskarte mit Adresse, E-Mail und Telefonnummern (übrigens die Lebensdaten darstellend) für Rahel Varnhagen.

Gesetzt aus der Zentenar-Fraktur mit magerer Futura. Format des Kartons in gebrochenem Weiß: 50 × 81 mm. Die Proportion also im Goldenen Schnitt. Die Höhe der unbedruckten Fläche über der bedruckten Fläche und die Höhe darunter wiederholen das Maßverhältnis.

Die Karte wurde mit einem dunkelrot glänzenden vierseitigen Farbschnitt ausgestattet.

Als ich heute die digitale Skizze (links im Bild) mit dem Bleisatzoriginal (rechts) verglich, wunderte ich mich. Wie energisch das R einst war — und was man heute digital dafür bekommt …

— Martin Z. Schröder

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Alles Gute (ausverkauft) · 6. Mai 2009

Es gibt wirklich viele Geburtstagskarten. Trotzdem sah ich mich immer wieder Anfragen abschlägig beantworten, bis mir dämmerte, daß den Fragenden die meisten handelsüblichen Karten mit ihrer schillernden Lärmerei so wenig geeignet zur Gratulation erscheinen wie mir selber und ich nun im Stile meiner Werkstatt eine zurückhaltende freundliche Karte drucken sollte. Gedacht, getan. Hier findet sich die Wirkung meiner Blumenkäufe in den eingesetzten Farben: ein zartes Grün für die floralen Ornamente (deren Herkunfts-Gießerei mir unbekannt ist) und ein kräftiges Violett für die Schrift.

Ich könnte auch behaupten, die Farbkombination Lila und Hellgrün hätt ich mir von Rogier van der Weyden abgeguckt. Der stellt nämlich gerade zusammen mit dem Meister von Flémalle in der Berliner Gemäldegalerie aus, und da hat er auch aus dem Frankfurter Städel seine Medici-Madonna kommen lassen, zu deren rechter Seite sich die Ärzteheiligen Cosmas und Damian aufgebaut haben (im Zweitberuf Hauspatrone der Familie Medici) — und ersterer eben trägt ein wunderbar leuchtendes lilafarbenes Gewand mit einem grünen Futter.

Aber da ich mit einer sachkundigen Zeugin in der Ausstellung war (wenn man übrigens mit einer theologisch beschlagenen Kunsthistorikerin durch die Gemäldegalerie spaziert, lernt man in einer Stunde doppelt so viel wie in zehn Jahren Schule, amüsiert sich aber besser und hat noch Fragen übrig für zu Hause — und schaut nach, wer die Damen Ecclesia und Synagoge sind), welche die halbfertigen Karten zuvor in der Druckerey betrachtet hatte, lasse ich mich lieber nicht beim Schwindeln ertappen.

Hier also nun die fertige Geburtstagkarte. Die Schrift heißt Kavalier (und ist digital bislang nicht zu haben). Gedruckt wurde auf einem angenehm weichen Karton aus reiner Baumwolle.

Die Karten sind mit einem hellgrünen Farbschnitt versehen. Ausgliefert werden sie mit einem dunkelgrün gefütterten Kuvert. Es handelt sich um eine Klappkarte, welche sich nach links öffnen läßt.

Lieferung und Preis: 3,50 Euro brutto (also inkl. 19% MWSt.) per Stück inklusive farbig gefüttertes Kuvert, 3,20 Euro ohne Kuvert. Keine Mindestabnahme. Verpackung und Versand: 4,00 Euro.

Übrigens ist in der oben Gemäldegalerie jetzt auch der zuvor mit dieser Sonderausstellung unterwegs befindliche, eigentlich in Berliner Besitz seiende sog. Bladelin-Altar (eigentlich Middelburger Altar) zu sehen, in den sich der Stifter Bladelin sensationell rabenschwarz und schmuck hat hineinmalen lassen, das muß man sich anschauen! Das Vergnügen hat man noch in Berlin bis zum 21. Juni. Und zur Medici-Madonna hält Prof. Dr. Jochen Sander vom Frankfurter Städel-Museum am Donnerstag, dem 28. Mai um 19 Uhr im Vortragssaal des Kunstgewerbemuseums (Kulturforum Potsdamer Platz) einen Vortrag. Die Ausstellung ist dann bis 22 Uhr geöffnet.

— Martin Z. Schröder

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Meine Visitenkarten · 11. April 2009

Just dieser Tage gingen meine eigenen Visitenkarten zur Neige. Und was liegt nun gerade näher, als eine meiner Hausfarben (schwarz, weiß, rot) als Farbschnitt auf die eigene Karte zu bringen? Das Rot hat eine kräftige Wirkung, es knallt ziemlich, glänzt auch durch die Politur. Und es ist ein bißchen, als ob die Visitenkarte Lippenstift aufgelegt hat.

Deshalb hat sie auch nur einen Kopfschnitt bekommen.

Ganz rundum rot wäre mir etwas zu viel gewesen.

— Martin Z. Schröder

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Noch einmal Farbschnitt · 8. April 2009

Es lassen sich auch größere Formate mit dem Farbschnitt versehen, und er läßt sich auch an nur einer Schnittkante anbringen wie an dieser Karte. Nur fotografieren läßt er sich kaum, der Farbschnitt. Dies ist die Rückseite einer Einladung für den Stammtisch eines befreundeten Verlegers. Das ist der Handel: Ich darf die Einladungen nach meinem Gusto entwerfen und drucken und bekomme dafür die Rückseite zur Verfügung, und der Verlag zahlt maximal die Materialkosten, wenn ich nicht sowieso Reste verwende für die paar Karten. So habe ich nach einer Weile eine Sammlung von typografischen Referenzen.

Auf eine interessante Veranstaltung im Hamburger Museum der Arbeit über die Kunst des Stempelschneidens weist der Fontblog hin.

— Martin Z. Schröder

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Visitenkarte mit Farbschnitt · 6. April 2009

Für die Mustermappe und mein Internet-Schaufenster habe ich eine Visitenkarte entworfen, aus kursiver Garamond und magerer Futura gesetzt und zweifarbig hellbraun und schwarz auf einen schwach bräunlich getönten Karton gedruckt, ausgestattet mit einem braunen Farbschnitt auf allen vier Schnittkanten. Und erst Tage später sehe ich, daß ich dem Vornamen dieses Renaissance-Musikverlegers und -Notendruckers versehentlich ein C geklaut habe. Jacques Moderne hieß der Mann.

Ins Schaufenster stelle ich diese Karte erst später, wenn noch eine zweite gedruckt ist, die nur den Kopfschnitt in rot bekommt. Es ist immer noch so viel Auftragsarbeit da, daß ich kaum zu solchen Dingen komme, vor allem ist furchtbar viel Satz abzulegen. An manchen Tagen schaffe ich es, mehr abzulegen als ich neu setze, aber dann kommt wieder eine Einladung mit mehr Text, und schon sind die Ablege-Setzschiffe wieder voll.

Visitenkarte vom Bleisatz mit Farbschnitt — ich bin recht froh um ein Produkt, das mit keiner neuen Technik herzustellen ist, sondern nur in Handarbeit. Und dann muß man auch noch rausbekommen, welche Farben einzusetzen sind, damit nichts verklebt. Die gefärbten Schnittkanten werden noch mit einer Politur behandelt, die Bienenwachs und Orangenöl enthält. (Die Karte behält aber keine Duftspuren, das verfliegt ganz rasch.)

— Martin Z. Schröder

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Farbschnitt · 24. März 2009

Es ist richtig aufregend, wenn das Angebot aus eigener Kraft vergrößert wird: Visitenkarten mit Farbschnitt. (Stichwort edge painting business cards.) Nachdem ich mich ein wenig belesen hatte, kaufte ich Farben und Pinsel, das sonst nötige Werkzeug war schon vorhanden. Nach einigen Fehlversuchen gelingt mir jetzt der Farbschnitt, wobei die Unsauberkeiten auf den Fotos auf den Karton zurückzuführen sind.

Ich habe nämlich zum Ausprobieren der Farbwirkung nur Reste verwendet. Für einen sauberen Farbschnitt muß man den Block direkt aus der Schneidemaschine in die Verarbeitung nehmen. Die Farbe wird von Hand mit dem Pinsel aufgetragen und nach dem Trocknen gebürstet und poliert. Der Farbschnitt kann komplett auf alle vier Schnittflächen aufgetragen werden, aber auch nur auf ausgewählte.

Manche Farben kann man auch auf Hochglanz polieren. Von der starken Wirkung bin ich überrascht. Mit diesem Wirkmittel muß man vorsichtig umgehen. Es sind sehr besondere Visitenkarten, die damit entstehen, es kann aber auch leicht zu bunt werden. Jetzt wird ein neues Modell einer Visitenkarte entworfen und angefertigt, fotografiert und dann im Schaufenster ausgestellt.

— Martin Z. Schröder

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Goldschnittig · 23. März 2009

Getrieben von einem Kundenwunsch habe ich mit dem Farbschnitt experimentiert und mich dafür erst einmal mit dem Goldschnitt befaßt. Goldfarbe ist in diesem Falle leichter zu verarbeiten. Ich arbeite ja nicht wie die Buchbinder vergangner Zeiten mit Blattgold, aber diese Farbe glänzt auch ganz hübsch. Nun gibt es also die Danksagungen mit Goldschnitt, d.h. einen Teil habe ich ohne gelassen. Bei der einzelnen Karte ist das übrigens viel dezenter als wenn man mehrere so fotografiert. Angebot folgt.

— Martin Z. Schröder

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