Spitzfedergrün · 11. August 2014

Die letzte Farbe, Grün, wurde nun auch gedruckt.

Von einem leicht lädierten Stück Blei.

Auf der Rückseite gibt es ein kleines Impressum, gesetzt aus der Schrift »Volta« in Petit (8 Punkt).

Ich habe das Gefühl, die Karte sieht original deutlich besser aus als auf den Fotos. Manchmal ist es umgekehrt. Das richtige Produktfoto wird gemacht, wenn die Karten beschnitten und zur Klappkarte gerillt sind. Jetzt trocknen sie erst einmal. Bis zum Konsumbedarf dieser Karte ist ja noch viel Zeit. Aber ich bin froh, das Thema jetzt schon ohne Zeitnot abzuschließen.

— Martin Z. Schröder

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Happy New Year in Holzlettern · 9. August 2014

Letztes Jahr war ich mit den Neujahrskarten spät dran. Jetzt ist die richtige Zeit dafür.

Manche Ideen kommen von alleine. Es bedarf dafür keiner Skizze, ich habe ein Bild vor Augen und setze es nur nach. Diesmal in Holz. Zwei Jugendstilschriften, die kleinere heißt Herold und entstammt dem Nachlaß der berühmten Eremiten-Presse. Das E in NEW ist schmaler und mager im Gegensatz zu den fetten, damit das Wort die rechte Breite bekommt.

Einfarbig ist es etwas trist.

Verschiedene Farben müssen sein, schnell sind ein paar Möglichkeiten mit Buntstiften skizziert.

Das Y mit seinem »Fleisch«, so nennt der Setzer die nicht druckende Fläche auf der Letter um das Schriftbild herum, reißt ein Loch. Vielleicht setzt man da ein großes Ausrufezeichen hinein?

Wenn das Papier zugeschnitten und der Druckstock auf das richtige Format gestellt ist, kann man die später zu druckenden Teile herausnehmen und den Raum dafür mit dem nichtdruckenden »Blindmaterial« »freischlagen«.

Zuerst wird das Blau mit Deckweiß aufgehellt und das erste Wort gedruckt.

»YEAR« bekommt dasselbe Blau, nur ohne Deckweiß. Für jeden Druckgang muß die Maschine gewaschen werden und neue Farbe einlaufen.

Die dritte Farbe ist ein bläuliches Violett.

Und so sieht der Druck aus, bevor die vierte Farbe eingedruckt wird. Das große H ist beim Dunkelblau noch einmal mitgelaufen, aber die Letter wurde anders zugerichtet, so daß sie nur partiell druckt.

— Martin Z. Schröder

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Zwei Neujahrskarten 2014 · 18. November 2013

Die neue Werkstatt ist gerade rechtzeitig fertig geworden, um in der Vorweihnachtszeit der Nachfrage gerecht werden zu können. Daran besteht kein Mangel, was sich im gerade größer werdenden Intervall meiner hiesigen Wortmeldungen niederschlägt. Ein Niederschlag meiner Sparsamkeit hingegen, die meiner Berliner Herkunft nicht gerecht wird, ist die erste Neujahrskarte, für die ich erneut das letztjährige Modell umgearbeitet habe.

Diese Karte ist zum Sonderpreis im Online-Shop der Werkstatt erhältlich. Freilich wird sie mit einem passenden Kuvert ausgeliefert.

Verschwendung hingegen beim zweiten Modell. Diese Holzlettern aus einer Frakturschrift sind schon als Objekt an sich schön anzusehen.

Eingefärbte Holzziffern sind auch recht hübsch.

Aber am besten gefällt mir, wenn ich so etwas aus der Druckmaschine ziehen kann. Um solche farblichen Wirkungen zu erzielen, müßte man mit anderen Druckverfahren großen Aufwand betreiben. Im Buchdruck vermögen sie recht leicht herbeigeführt werden, zumindest wenn man weiß, wie es anzustellen ist.

Entschieden habe ich mich letztlich für diese Farben. Die Karte ist dreifarbig auf einen 700 g/qm schweren englischen Karton gedruckt und mit einem dezenten Farbschnitt ausgestattet.

Aus der Schreibmaschinenschrift wurden die drei Wörter zwischen die Holzziffern gesetzt.

Hier ist der Bleisatz zu sehen.

Auch diese Karte gibt es im Online-Shop der Werkstatt. Sie fällt in der Post unbedingt auf! Denn das Kuvert (weiß gefüttert, wird natürlich mitgeliefert) ist nur 90 × 140 mm groß – das kleinste Format, das die Post zum Preis des Standardportos zu befördern sich in Anspruch nehmen läßt. Und weil die Karte so klein ist und auf der bedruckten Seite schon alles wichtige steht (Liebe, Frieden), genügt ihr auf der Rückseite ein handschriftlicher Gruß – wie ein Künstler-Autogramm.

— Martin Z. Schröder

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Eine täuschende Neujahrskarte aus Magenta und Cyan · 9. Dezember 2012

Der Designer Markus Remscheid (Agentur H2D2) hatte sich nach den Maßen der Holzlettern in meiner Werkstatt erkundigt, er würde gern einmal damit arbeiten, am besten für seine Neujahrskarte. Ich sandte ihm von allen Holzschriften die Maße eines großen H und eines kleinen n, digital sind sie ja nicht verfügbar. Mit einer sehr genauen Skizze kam Herr Remscheid in die Werkstatt, die vier Ziffern standen flugs im Schließrahmen, und auch die lasierende Farbe anzumischen für den hier gezeigten Trick, war kein Problem: die rote Farbe “verschwindet” hinter einem roten Transparentpapier. Der Umschlag zeigt deshalb eine (blau gedruckte) 2012.

Mit dem Herausziehen der Karte wechseln die Zahlen, das Magenta wirkt kräftiger und die 2013 tritt in den Vordergrund.

Dem Designer ging es nicht nur um die Trick-Wirkung, sondern auch um die typische Oberfläche von großen Schriften im Buchdruck, wenn sie nicht ganz flächenschließend gedruckt wurden, also nicht mit voller Farbe und vollem Preßdruck.

Die Karten wurden mit einem Farbschnitt in der Farbe der Agentur ausgestattet.

Gedruckt wurde auf einen 715 Gramm pro Quadratmeter schweren Feinkarton, so daß man den Farbschnitt auch noch an der liegenden Karte (es ist beinahe ein Brettchen) deutlich wahrnimmt.

— Martin Z. Schröder

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Recycling einer alten Neujahrskarte · 23. Oktober 2012

Von der Neujahrskarte zum letzten Jahr hatte ich etwas zu viel gedruckt. Wer den Fokus in seiner diesjährigen Post zum neuen Jahr auf das vergangene lenken möchte, kann sich zum Sonderpreis mit diesem oder einem anderen Trick der alten Karte bedienen. Jetzt im Online-Shop der Druckerey.

— Martin Z. Schröder

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Neujahrskarte 2013 · 19. Oktober 2012

Dieses alte Galvano, also eine mit Kupfer galvanisierte Druckform aus Blei, regte Lars, Freund des Hauses, an, über eine Neujahrskarte nachzudenken. Aus den Rädern sollten Schweife mit Sternenfunken schlagen, wenn das Gefährt mit dem Jahr 2013 vorbeizische.

Ein Abzug wurde hergestellt, ergänzendes Satzmaterial gefunden und über den Entwurf nachgedacht.

Eine Klebeskizze entstand.

Und dieser nachgebaut wurde die Druckform.

Am Ende druckte ich die Karte in drei Farben: Englischrot die Kutsche, Blau die Sterne und Silber einen Stern und die Spitzfederschwünge. Die blaue 2013 ist der Zentenar-Fraktur entnommen.

Die Karte ist in der Abteilung Neujahrskarten im Online-Shop der Druckerey zu haben.

— Martin Z. Schröder

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Erste Neujahrskarte für 2012 · 24. Oktober 2011

Ich bin nun sehr in Eile, die Karten zu Weihnachten und Neujahr zu drucken. Hier zeige ich die erste fertige Arbeit. Gesetzt aus Holzziffern, ergänzt durch eine bleierne Vignette und eine Art Etikett, das aus einem Messingoval und Versalien der dreiviertelfetten Futura in Petit (8 Punkt) besteht.

Die Holzlettern sehen noch gut aus, aber die Zurichtung war langwierig. Die Typen mußten stark hinterklebt werden, um sie auf eine gleiche Höhe für halbwegs gleichmäßigen Ausdruck zu bringen. Perfektioniert habe ich es nicht, denn das Aufreißen der Farbe in den Flächen hat eine belebende Wirkung.

Das ist die rote Druckform. Neben dem kleinen Impressum für die Rückseite enthält sie den Conférencier und das kleine Etikett für die Ziffer 2, die im nächsten Jahr an letzter Stelle der Jahreszahl erscheint.

Der Herr im roten Anzug hat auch einen roten Kopf.

An der Druckform aus Blei sieht man, daß er schon erheblich lange seinem Publikum dient.

Runde Druckformen sind immer ein wenig kompliziert, aber drei Versalien sind dann doch schnell gesetzt.

Beim Ausfüllen der Form ist freilich die Unterlänge der Lettern zu beachten.

Die Neujahrskarte vom Bleisatz mit Holz und Messing ist jetzt erhältlich im Online-Shop der Druckerey. Sie wird mit einem silber gefütterten weißen Kuvert ausgeliefert. Wenn Sie mehr als zwanzig Karten ordern möchten, unterbreite ich Ihnen gern ein Angebot mit Mengenrabatt.

— Martin Z. Schröder

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Sende einen Glockenton zum neuen Jahr · 21. Oktober 2010

Wie in jedem Jahr habe ich eine Neujahrskarte gedruckt, die mit selten gelesenen schönen Worten auf die Zukunft einstimmt. Der Goethe-Kenner Gustav Seibt hat mir meinen Wunsch erfüllt und gelesen. Eben nicht nur in den Maximen und Reflexionen, die auch in der Druckerey ein Rüstzeug geben (Duden, Goethe, Montaigne, Tschichold, damit kommt der Drucker wohlgestimmt durch den Tag), sondern in der Erstausgabe der zweiten Fassung von Wilhelm Meisters Wanderjahren hat GS gesucht und mir dieses schwingende Textangebot unterbreitet.

Gedruckt wurde in zwei Farben von der um 1800 erstmals gegossenen Bleisatzschrift Walbaum, deren klassizistische Feinheit, deren zarte Linien auf einem hochglatten Papier am besten ausdrucken.

Es wurde mit einem sehr hellen Grau vom Bleisatz gedruckt.

Die Rückseite der innen unbedruckten Klappkarte zeigt das Impressum.

In einer kleinen Menge habe ich auch ein paar einfache, zweiseitig bedruckte Karten, also keine Klappkarten, zusätzlich gedruckt. Die Klappkarten gibt es im Internetladen der Druckerey, hier ist der Link zu allen Neujahrskarten. Für die einfachen Karten bitte ich um Anfrage oder Bestellung per E-Mail. Der Preis ist der gleiche: 3,00 Euro inklusive gefüttertes Kuvert und gesetzl. MWSt.

— Martin Z. Schröder

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Erste Neujahrskarte für 2011 · 6. Oktober 2010

Weil dieses Druckbild auf beifälliges Interesse gestoßen war, dachte ich mir, könne ich wohl eine Neujahrskarte ähnlicher Gestalt herstellen. Ich wollte eigentlich erst in zwei Wochen darüber reden, aber weil mich nun die ersten Anfragen erreichen, ob und wann Karten der Druckerey zu Weihnachten und zu Neujahr in Aussicht stünden, und weil in vielen Geschäften wohl schon seit September die Schokoladenfiguren Aufmerksamkeit heischend aus den Regalen starren, beantworte ich die Anfrage schon hier und heute.

Es gibt diese Karte ab sofort hier im Online-Shop für feine Karten (und gelegentlich Bücher) zu kaufen. Ich habe die Form komplett neu gebaut, denn die oben verlinkte für das Buch hatte ich ja nach dem Druck vorschnell wieder abgelegt.

Hier auf dem Foto ist nicht ganz die gedruckte Form zu sehen, die gedruckte Null habe ich später zusammengebaut.

Es wird aber weitere Karten zu Weihnachten und zu Neujahr geben. Zwei Weihnachtskarten sind schon fertig, und eine Neujahrskarte mit einem schönen Text soll in der kommenden Woche gedruckt werden. Ich würde vorschlagen, mit dem Einkauf noch zu warten, bis die Auswahl etwas größer ist. Sollten die Neujahrskarten Ende November ausverkauft sein, würde ich nachdrucken, also es besteht heute noch kein Grund zur Eile.

— Martin Z. Schröder

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Karte zum Jahreswechsel von 2009 zu 2010, Neudruck zu 2011 · 3. Oktober 2009

Zum in knapp drei Monaten bevorstehenden Jahreswechsel habe ich wie in den vergangenen zwei Jahren eine Karte mit einem Zitat der deutschen Klassik gedruckt. Im Entwurf dieser Karte steht noch eine Worttrennung. Aber mit kleinen Eingriffen läßt sie sich vermeiden. Ich habe gestern den Bleisatz gezeigt.

Hier nun der vom Bleisatz aus der Garamond gedruckte Text in seiner ganzen Pracht. Ich verdanke ihn einem Goethe-Kenner ersten Ranges, der aus seinen Quellen den hier nun gedruckten Wortlaut abschöpfte und mich dazu wissen ließ, woher er ihn genommen habe, nämlich “nach einer guten Ausgabe (historisch-kritisch gibt es von diesem Text noch nicht). Der Änderungen gegenüber der ersten Version sind dreie: “werthen” mit th; nach “gewährt” ein Semikolon statt des Kommas; nach “an sein Ziel gelangt” das Komma weg. Die Interpunktion sollte man übernehmen, da war Goethe sehr sorgfältig. Das “h” bei “werthen” stelle ich anheim, das hat für unser Auge leicht etwas Verzopftes, was Goethe bestimmt nicht beabsichtigte, er folgte da nur einer Konvention.”

Und mein Gewährsmann Gustav Seibt ließ mich auch mit der Rückseite nicht allein: “Für den Quellenvermerk an der Rückseite ist zu beachten, dass Goethe “Winckelmann” ohne ck schrieb. Im Titelblatt seiner Schrift heißt es: “Winkelmann und sein Jahrhundert”. Viele neuere Ausgaben schreiben allerdings W. wie herkömmlich.” Ich habe für diese Karte die Schreibweise von Goethe übernommen.

Gedruckt wurde der Text wie ein barockes Figurengedicht: die Schrift schwarz und rot, dazu ein nachtblauer achtzackiger Stern. Gedruckt wurde auf einen weichen, auch mit der Feder gut beschreibbaren Karton aus reiner Baumwolle aus der belgischen Papiermühle Pelletier.

Auch der Stern ist aus Blei.

Das Papier ist so weich und zugleich so wenig glatt, daß man ein wenig mehr Prägedruck geben muß, damit die Farbfläche nicht aufreißt.

Es ist dieses Jahr eine einfache Karte, auf der Rückseite stehen am Fuß …

… die Quelle …

… und ein Druckvermerk.

Ausgeliefert wird die Karte nach Wunsch einzeln oder mit einem dunkelblau gefütterten Kuvert. Preise: Die einzelne Karte kostet 2,70 pro Stück. Ab 10 Stück: 2,50 per Stück. Auf Wunsch mit gefüttertem Kuvert, dann 3,00 Euro per Set (eine Karte mit einem Kuvert). Ab 10 Karten mit 10 Kuverts: 2,70 Euro per Set. Alle Preise inklusive 19% Mehrwertsteuer zuzüglich Versand. Hier bekannte Kunden der Druckerey erhalten die Ware mit beigefügter Rechnung, neue Kunden bitte ich um Vorauszahlung. Und freilich kann man die Karten auch direkt in der Werkstatt kaufen. Übrigens sind auch noch Hölderlin-Karten, die vom vergangenen Jahr, in kleiner Menge lieferbar. Aktualisierung Herbst 2010: Die Karten sind mit anderen Farben auf ein größeres Format und als Klappkarte neu gedruckt worden und jetzt hier erhältlich.

— Martin Z. Schröder

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Z wie Zuversicht, Neujahrskarte 2010 · 21. September 2009

Es herbstet, und der Drucker bereitet sich auf den Bedarf an stilvollen Glückwunschübermittlungen vor. Neulich berichtete ich vom Erwerb von Zierversalien aus dem Bleisatz-Magazin von Georg Kraus, die er von der 1949 in Frankfurt gegründeten Eremiten-Presse übernommen hatte.

Die Idee zu dieser Karte habe ich geklaut, und zwar aus einem Buch von Hans-Joachim Schauß. (Unten mehr dazu.) Freilich ist die Ausführung dann doch ganz anders, wieder einmal mit dem Farbschnitt, hellgrün zum kräftigen Rot des Kartons.

Hier ist das Initial in der Druckform zu sehen.

Und so sieht es gedruckt aus.

Der Anblick einer solchen Skulptur gehört zu den Freuden und Erhebungen des Drucker-Lebens.

Dazu habe ich als glatte Type die Futura gesetzt, die beiden Z aus dreiviertelfetter, den Rest aus magerer.

Preise Die Karte ist zu haben für 2,20 pro Stück. Ab 10 Stück: 1,80 per Stück. Auf Wunsch mit gefüttertem Kuvert, dann 2,40 Euro per Set. Oder ab 10 Stück: 20,00 Euro. Alle Preise inklusive 19% Mehrwertsteuer zuzüglich Versand.

Geklaut? Es ist in der Gebrauchsgrafik gar nicht unüblich, daß man gute Ideen weiterträgt. In der Buchausstattung ist fast alles schon einmal dagewesen. Ob es sich um den Satzspiegel oder das Initial handelt, man erfindet nichts, wenn man Bücher macht. Aber auch in Akzidenzen, Kleindrucksachen, gibt es Beispiele für berühmte Diebereien wie das Exlibris von Valter Falk, das Jan Tschichold mit neuer Schrift nachgesetzt hat. Ich hab es dann dem Tschichold geklaut, wieder in einer anderen Schrift. Ach, hatte ich ja erst im Juni hier erzählt.

Die Abbildung der Karte von Gerd Haubner (über die Suche in der Allianz Deutscher Designer zu finden) entnahm ich dem bei Faber & Faber erschienenen (und leider überall vergriffenen) Buch “Pünktliche Pointen” von Hans-Joachim Schauß, einem prägenden Gebrauchsgrafiker der DDR, der über 800 Büchern ein Gesicht gegeben hat, vorrangig für den Verlag der Nation in Berlin, dessen Künstlerischer Leiter er viele Jahre lang war.

Der Dichter Jürgen Rennert schrieb über den Grafiker Hans-Joachim Schauß diese rhythmischen Zeilen:
Die feinnervigen Magier wie Schauß
Stehen im Dunkel
Stets überschlagnen Impressums und hüten,
Behutsam Schatten verteilend das Licht …

Vor sieben Jahren habe ich ein ebenfalls längst vergriffenes Buch von Schauß besprochen (PDF).

Die Designer-Schelte in diesem Text würde ich heute nicht mehr aufrechterhalten, ich kenne inzwischen auch eine ganze Reihe junger Gebrauchsgrafiker, die bewundernswerte Arbeiten machen. Und ich würde auch nicht mehr behaupten, daß serifenlose Schrift besser lesbar sei als eine Schrift mit Serifen. Man lernt glücklicherweise nie aus.

— Martin Z. Schröder

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Karte zum Jahreswechsel von 2008 zu 2009 (vergriffen) · 6. Oktober 2008

Die Karte zum Jahreswechsel ist fertig, alle fünf Farben sind gedruckt. Vier davon, nämlich ein leicht rötliches Blau, ein Purpurrot, Gold und auf der Rückseite das Impressum in dunkelbraun, sind nur sichtbar, denn unter das Gold der Sternchen wurde mit gelber Farbe vorgedruckt, damit die Metallpigmente der Goldbronze nicht ins Papier einziehen sondern ein bißchen glänzen. Gedruckt wurde auf eine Klappkarte aus Echt Bütten mit vierseitigem echten Büttenrand und in der Mitte einer Verdünnung im Papier, damit man die Karte klappen kann, ohne das Papier zu brechen. Papiergewicht: 225g/m², Papierfarbe: gebrochenes Weiß. Damenformat: geschlossene Karte: 90 × 175 mm; Kuvert 97 × 182 mm. Die Auflage dieser Neujahrskarte beträgt 500 Exemplare, sie wurden auf der Handpresse gedruckt.

Eine Karte kostet 2,60 Euro inklusive gefüttertes Kuvert aus Echt Bütten und inklusive Mehrwertsteuer, nur das Porto käme hinzu, wenn Sie unsere Werkstatt nicht selbst aufsuchen können. Wir liefern, solange der Vorrat reicht. Ein Nachdruck ist nicht vorgesehen, die Auflage ist also limitiert. Unter Kontakt (Leiste auf der linken Seite des Fensters, letzter Knopf) finden Sie die Adresse des Hauses.

Dieser Preis gilt auch für Wiederverkäufer. In meiner Werkstatt werden alle Produkte zum Herstellungspreis ohne Einzelhandelsspanne angeboten. Eine solche Karte findet für 5 bis 7 Euro in der feinen Papeterie ihre Käufer.

Die Karte ist 10 Cent billiger als jene im vergangenen Jahr, weil heuer die Auflage höher ist, was schwerer ins Gewicht fällt als die Anhebung der Großhandelspreise für Papier und der höhere Aufwand im Druck. So eine Karte zu fotografieren, ist nicht einfach. An den ähnlichen Bildern sieht man, wie der Lichteinfall die Oberfläche mal glättet, mal uneben wirken läßt.

Zu den Farben habe ich im Blog bereits etwas gesagt. Bildhafte Ideen in typografische Entwürfe umzusetzen, ist immer ein wenig heikel. Aber wer auf der Karte eine verzierte Brunnenschale entdeckt, der eine sich teilende Fontäne entspringt, hat eine mögliche Idee aufgegriffen. Ursprünglich wollte ich nur einen hübschen auf die Mitte gestellten Satz mit einem angenehm zu lesenden Zeilenfall haben. Der Rest ergab sich.

Ganz schwer zu fotografieren ist gedrucktes Gold. Damit keine falschen Erwartungen entstehen: der goldene Druck glänzt leicht golden, aber nicht wie Goldfolie, Hand-Bronzierung oder gar Blattgold. Wenn das Licht ideal fällt und man sich so einen Stern in der Vergrößerung anschaut, dann erkennt man deutlich den Farbauftrag und den Glanz der Metallpigmente.

In einem Teil der Auflage wurden vier Sterne der rechten Fontäne durch die Zahl 2009 ersetzt. Als Datum für eine nächste Zukunft, von der im Text die Rede ist. Diese Karten sind zwar vorderhand für den bevorstehenden Jahreswechsel gedacht, können aber auch zu Gratulationen für im Jahre 2009 statthabende Geburtstage verwendet werden. Bitte geben Sie bei einer Bestellung an, welche Variante in welcher Stückzahl geliefert werden soll.

Auf der Rückseite steht ein Impressum, gesetzt aus der 6p Walbaum gerade und kursiv. In der etwa dreifachen Vergrößerung des Fotos sieht der Satz viel unregelmäßiger aus als mit bloßem Auge am Original erkennbar.

— Martin Z. Schröder

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Karte zum Jahreswechsel von 2007 zu 2008 (vergriffen) · 11. Oktober 2007

Ausverkauft. Ein neues Angebot folgt im Herbst 2008.

Hier die komplette Neujahrskarte, eine Klappkarte in Echt Bütten. Auf der ersten Seite dreifarbiger Druck: Goldenes Ornament, Schrift in eigens angemischten Grün- und Blautönen. Innen ist die Karte unbedruckt, auf der Rückseite steht ein Impressum mit dem Hinweis auf Goethe als Autor. Die Karte wurde in einer Auflage von 250 Stück auf der Handpresse gedruckt.

Wir verkaufen sie zum Stückpreis von 2,70 Euro inklusive gefüttertes Kuvert aus Echt Bütten und inklusive Mehrwertsteuer, nur das Porto käme hinzu, wenn Sie unsere Werkstatt nicht selbst aufsuchen können. Wir liefern, solange der Vorrat reicht. Ein Nachdruck ist nicht vorgesehen, weil ich mich nicht gern typografisch zitiere, die Auflage ist also limitiert. Unter Kontakt (links, letzter Knopf) finden Sie die Adresse des Hauses.

Auf Wunsch können wir in die Karten etwas eindrucken, aber womöglich wäre dann eine eigene Komplettanfertigung in Erwägung zu ziehen. Diese bitte ich Sie übrigens rechtzeitig zu avisieren, denn ab November beginnt wieder das schöne Drucken feiner Weihnachtsgeschenke und verlängert sich die Produktionszeit.

Und weil die Sonne so schön schien, hat der Fotograf noch eine Karte mit einem Text von Adolf Glaßbrenner, unserm bekanntesten Berliner Volksdichter, abgelichtet. Schriften: Excelsior (Englische Schreibschrift) und Futura mager. Ebenfalls auf Echt Bütten im schmalen Damenformat und als Klappkarte. Hier war die Auflage deutlich kleiner, diese Karte (mit gefüttertem Echt-Bütten-Kuvert) kostet deshalb mehr: 4,20 Euro inkl. MWSt. zuzügl. Versand.

— Martin Z. Schröder

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