Blasen in Quadraten
Diese Stücke drucken nicht mit, sie tragen keine Lettern, die sind dazu da, eine Druckform auszustopfen, die druckenden Teile zu umfassen und in der Form festzuhalten. Blindmaterial heißen solche Teile, weil sie im Druck nicht zu sehen sind, sie geben kein Bild. Diese beiden hier sind sogenannte Quadraten. Nicht Quadrate, sondern Quadraten. Der Singular ist allerdings fast unverändert: Quadrat. Allerdings sagen wir nicht das, sondern der Quadrat. Hat mit dem geometrischen nicht viel zu tun, die Seiten der großen Flächen sind nicht gleich lang. Vielleicht deshalb die sprachliche Unterscheidung: der Quadrat, die Quadraten. Und ich finde zwei, die haben einen Buckel. So etwas ist unbrauchbar, denn das Handwerk ist so genau, daß wir Setzer und Drucker mitunter Seidenpapier in die Druckformen einsetzen.
Da hat eine Schriftgießerei mal Ausschuß produziert. Und ich hab, weil die Dinger unbrauchbar sind, die Ahle genommen und die Furunkel aufgestochen. Reine Neugier.
Innen ist tatsächlich ein Hohlraum. Die beiden Quadraten kommen in die Zeugkiste zum Altblei.
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Die Druckerey empfiehlt sich
Wie zuletzt berichtet ist einiger neuer Schmuck in der Druckerey angekommen. Meine Partner R.S.V.P. — Papier in Mitte hatten darum gebeten, einige meiner Visitenkarten in ihrem hübschen Geschäft in der Berliner Mulackstraße zu deponieren, um Anfragen ihrer Kunden angemessen beantworten zu können — nicht mit handgeschriebenen Zetteln.
Mir erschien es naheliegend, meinem Lieblingspapierladen eigene Karten zu drucken, wozu einige der neuen Schnörkel zur Anwendung kommen sollten.
Gekrönt wird der Textsatz mit einem Einzelstück.
Der die Kolumne schließende Schmuck ist aus vier Teilen zusammengesetzt.
Ich hatte anfangs etwas mehr eingebaut, gewissermaßen eine Aufhängung für diesen Kronleuchter. Links die gedruckte Form, rechts eine der Testformen. Links wurden der Durchschuß (Zeilenzwischenraum) verringert und der Schmuck reduziert.
Denn nach einigem Ausprobieren — ich kenne den neuen Schmuck ja noch nicht und muß die Figuren erst einmal drucken — schien mir doch Maßhalten geboten. Zumal die Form des Satzes selbst schon eine ornamentale ist.
Das Klappkärtchen (Hochformat im Goldenen Schnitt) wurde mit einem roten Farbschnitt ausgestattet. Der Druck ist dunkelblau.
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Neuer Zierrat
Am 23. Juni hat Georg Kraus in seinem Blog über die Übernahme von Setzmaterial aus der Düsseldorfer Eremitenpresse berichtet. Vor ein paar Tagen kam die erste Lieferung, denn ich habe mich mit Erfolg um die Übernahme einiger Stücke beworben.
Diese erste Lieferung enthält Buchschmuck und Initiale (Singular die Initiale, Plural die Initialen — Singular das Initial, Plural die Initiale).
In diesen Kuverts fand ich gußfrische kleine Aldusblätter.
Sicherlich wird für die nächste Buchproduktion einer dieser prachtvollen Buchstaben gedruckt werden.
Und das A nach der Reinigung mit Waschbenzin und einer weichen Bürste.
Hübsches Rahmenmaterial habe ich bekommen.
Endlich habe ich auch Schmuck für klassizistische Schriften.
Dieser Schmuck hat meistens sehr zarte Linien, und er wurde im 20. Jahrhundert wenig eingesetzt, deshalb ist wenig erhalten.
Wenn man Hintergrundflächen und Rahmen setzen möchte, braucht man Schmakazien, wie wir Setzer unseren Zierrat scherzhaft nennen, in größeren Mengen.
Ich bin mit der Lieferung sehr froh, und eine Drucksache ist schon in Arbeit, ich zeige sie demnächst.
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