Blau für Knaben · 17. Februar 2013

Für eine Geburtsanzeige habe ich die schöne Zeichnung von Frank Ortmann gedruckt.

Für den Knaben sollte das Schaukelpferd in Blau auf die Vorderseite einer Klappkarte.

Welches Blau nur? Ein rötliches?

Ein grünliches?

Nein, weder Violett noch Cyan, es muß ein recht blaues Blau sein, meine ich.

Innen wird die Karte noch mit den Anzeigentext bedruckt, in schwarz. Aber zuvor wird sie noch beschnitten und mit einem hellblauen Farbschnitt versehen.

— Martin Z. Schröder

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Die Post ist da · 25. Oktober 2012

Steht man mit einem kalligrafischen Könner wie Frank Ortmann in näherer Korrespondenz, erlebt man bei der Post nicht selten Momente der Glückseligkeit. Ein Kuvert, das gewissermaßen atmet. Was atmet es denn? Es atmet Genuß in der Könnerschaft, Geschmack, ein tiefes Gefühl für Vollkommenheit.

Die Details in der Vergrößerung.

Die Spitzfeder des Schreibers, die Ahle des Setzers und der Degen des Schweizerdegens (Setzer und Drucker in Personalunion) vereinen sich im Kampf für das gute Schriftbild.

— Martin Z. Schröder

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Herzkarte & Herzkuvert · 6. August 2012

Es ist einige Monate her, als ich meinen Kollegen Frank Ortmann, ein den Lesern dieses Mediums durch seine Arbeiten bereits bestens bekannter Grafikdesigner und Kalligraf, darum bat, mir ein Herz zu für die zahlreichen Hochzeitseinladungen und Heiratsanzeigen und Danksagungen zur Hochzeit zu zeichnen, die ich zu drucken habe und für die mich die in Schriftsätzen lieferbaren Symbole nie recht befriedigten. Man muß dem Künstler Zeit lassen, damit die Eingebung ihn im rechten Moment erwischt, und ich hatte enormes Glück.

Herr Ortmann lieferte mir gleich zwei Zeichnungen, die mich auf Anhieb überzeugten, ja begeisterten, so daß ich sie ohne weitere Druckproben gleich in Messing gravieren ließ.

Und solche Druckstöcke geben Ansichten, die mir immer wieder das Herz, also mein eigenes, wärmen.

Die Karte auf dem ersten Bild ist nur 140 mm lang und nur 90 mm hoch, das Herz ist also ein kleines. Wie ein großer Marienkäfer auf der Fingerspitze.

Frank Ortmann hat gleich zwei Herzen geliefert, eines umgearbeitet in eine negative Form. Wie schön ist ihm die Auflösung der Asymmetrie in die Fläche gelungen! Und erinnert mit den kunstvoll filigran verzweigten Schwüngen an die Herkunft des Symbols aus dem Feigen- und Efeu-Blatt.

Hier sind sie in Vergrößerungen zu sehen.
Die Herzkarten habe ich mit einer goldbraunen Farbe gedruckt, auch um die Karte nicht ausschließlich für eine Art von Liebeserklärungen zu verwenden. Diese Karte kann man auch den Eltern oder dem Busenfreunde übersenden, sie kann von Damen wie von Herren verwendet werden. Ich biete die Karte mit Kuvert im Online-Shop der Werkstatt feil.

Derweil gehen die Arbeiten am vierten Buch der Reihe mit Büchern von Max Goldt voran. Deutlich mehr als die Hälfte des Inhaltes ist fertig, ich bin sehr zuversichtlich, daß unser Werk im November lieferbar sein wird.

Ich kann nicht alle Arbeitsschritte zeigen. Wenn das Buch fertig ist, schreibe ich wieder eine Zusammenfassung über die Typografie der einzelnen Texte. Hier und heute nur der Bildhinweis, daß die Kisten sich füllen.

— Martin Z. Schröder

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Acht große Seiten · 9. März 2012

Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung hatte meinem Kollegen Frank Ortmann und mir im letzten Herbst vorgeschlagen, eine Wochenend-Beilage der Zeitung ohne Fotos, nur mit Schrift zu gestalten, und mit großer Freude haben wir den Auftrag übernommen. Fünf Wochen vor dem Erscheinen ging es los. Wir bekamen die Texte (Max Goldt schrieb für die Seite 1, Ror Wolf, Nora Bossong, Steffen Jacobs, Durs Grünbein, Franzobel lieferten Gedichte, Alex Rühle erzählt von einem Besuch mit einem blinden Maler im Louvre und über Wortverwandlungen bei Epilepsie, Hermann Unterstöger spielt mit Sprache, Renate Meinhof berichtet vom Archiv der unsichtbaren Bücher, einen Text von Gustav Seibt über die Heilige Schrift haben wir in Fraktur gesetzt, Joachim Käppner sprach mit Handschriftenexperten des Bundeskriminalamtes, Kolja Reichert sprach mit W.J.T. Mitchell über die Macht der Bilder, Lothar Müller schreibt über Papier, Hilmar Klute über die Gedichte in dieser Ausgabe und Gerhard Matzig haben wir frech ein Piktogramm in seinen Text gegen bestimmte Piktogramme geklebt) und hatten nun für acht Seiten acht Entwürfe zu entwickeln, die nach und nach ausgebaut wurden.

Auf den ersten vier Fotos sind verschiedene Stadien der Arbeit zu sehen. Mit einem Zeitungsformat wird ein Designer nicht täglich konfrontiert, aber die Grundsätze für Lesefreundlichkeit und die Regeln der Typografie für mittlere und längere Texte und für Gedichte müssen nicht neu erfunden werden.

Man hätte es freilich auch ganz anders machen können, auch ein kleines Gedicht läßt sich plakatartig auf ein großes Format bringen, aber eine gewisse Fülle an Lesestoff war ja vorgegeben. Der Zeitungsleser möchte, so nimmt man an, am Wochenende keine Plakate betrachten, sondern Texte lesen, für die er am Wochenende eben Zeit hat. Die Zeitungslektüre am Wochenende ist für viele Leser ein Ritual.

Also haben wir keine Zeilen gestürzt und keine wilden Experimente mit Abenteuern fürs Auge entwickelt, sondern uns um interessante und schöne Entwürfe und luxuriöses Lesen bemüht.

Nach der Aufteilung der Texte auf die Seiten und grundsätzlichen Entscheidungen, welche Stile wir den Seiten zuordnen, nachdem die Texte auf die Seiten gestellt waren, ging es an die Arbeit am Detail.

Dies hier sind Skizzen für die eigens angefertigten Ornament-Rahmen und Verzierungen. Wir haben alle uns zur Verfügung stehenden technischen Mittel beansprucht, Frank Ortmann hat gezeichnet und kalligrafiert, in der Druckerey wurden Abzüge von Holz- und Bleilettern gemacht.

Der hier gezeigte Schriftzug war für die erste Seite bestimmt.

Er wurde leider nicht zugelassen.

Ursprünglich planten wir, ein Foto mit Schrift auf die Seite 2 zu stellen.

Aus mehreren Bleisatzschriften wurden der Titel und zwei Worte aus dem Gedicht von Nora Bossong gesetzt und in eine Druckform geschlossen.

Um die Lettern in dem Bild besser lesen zu können, wurden die Oberflächen erst mit Silberpaste eingestrichen.

Dann auch mit Goldpaste.

Verschiedene Schriften wurden als Bildmotiv ausprobiert, hier die Schaefer-Versalien.

Die mit Goldpaste besser erkennbar sind.

Schließlich wurde davon Abstand genommen, ein Foto in die bildlose Beilage zu bringen, und ich habe eine Druckform aus vier Bleischriften mit sichtbar gemachtem Blindmaterial abgezogen.

Das Blindmaterial heißt ja so, weil es nicht mitdruckt, im Druck also blind ist, unsichtbar. Für diesen Abzug wurde es auf die Höhe der Oberfläche der Buchstaben gebracht. Ohne Blindmetarial kann kein Buchstabe in eine Druckform gelangen, die weißen Flecken in der Typografie bestehen nicht aus Nichts.

Das Blindmaterial also wurde dann mit den Lettern eingefärbt und abgezogen.

Die schöne Interessantheit dieses sehr alten Arbeitsmaterials zeigt sich in den Abzügen auch für den Drucker neu. Die dreidimensionale Oberfläche wird zum flachen Druckbild.

Jeder Kratzer ist nun sichtbar.

Der Abzug wird in feuchtes Feinpapier gebürstet oder gerieben, wodurch sich auch ein deutliches Relief auf der Rückseite des Druckbogens zeigt. Für die digitale Vorlage wurden die Abzüge ebenso wie die der Holzlettern gescannt.

Weil meine Druckformen nicht so breit sind wie eine Zeitungsseite, habe ich Montage-Material zusätzlich abgezogen, aus dem wir dann für die seitlichen Abschlüsse noch Teile herausgeschnitten und an das Hauptmotiv geklebt haben.

Manche Bleistege sind viel benutzt worden und sicherlich sechzig oder mehr Jahre alt

Wenn ich solche Abzüge sehe, denke ich an Konservierung und Museum, aber die Stege sind nach wie vor im täglichen Einsatz.

Auf Seite 2 der Beilage steht eine Kollage aus Holzlettern.

Dafür wurden echte Holzbuchstaben abgezogen. Diese hier hatten noch nie zuvor Kontakt zur Farbe, wodurch die Maserung auf ihrer Oberfläche noch frisch ist.

Dieser Beitrag ist entstanden, bevor ich die Zeitung in den Händen hielt. Wir haben zwar, wie auf den ersten Fotos zu sehen ist, Klebeumbrüche angefertigt, wie ich es in meiner Jugend in der Redaktion bei meinem Vater gesehen hatte und in meiner Lehrzeit noch mit Maschinensatzspalten selbst lernte — Spaltenabzüge wurden Fahnen genannt, weil sie so lang und schmal waren, und diese Fahnen wurden ausgeschnitten und zu einer Zeitungsseite montiert, die ich dann in Blei nachbaute (Mettage nannt man das) —, und wir hatten auch Proofs aus der Druckerei in Originalgröße bekommen, um die Farben einzustellen, aber der Schritt selbst von einem großen Computerbildschirm zum Original einer Zeitungsseite mit einem Satzspiegel von 371 × 529 mm ist ein großer. Ich bin sehr gespannt darauf, was ich mir morgen beim Kiosk abholen werde.

— Martin Z. Schröder

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Manufakturen auf der Messe »Bread & Butter« in Berlin · 13. Januar 2012

Auf der Messe Bread & Butter Berlin wird sich die kleine Druckerey mit einer kleinen Handpresse zeigen. Wir sind fünf Handwerker und Manufakturen und stellen aus in der Halle »L.O.C.K. Manufactory, Made in Germany«: Schuh-Bertl aus München, Merz b. Schwanen aus Berlin, J.R. Ledermanufaktur aus Berlin, Edsor Kronen, auch aus Berlin, und die Berliner Druckerey. Dazu der Händler Uwe van Afferden aus Düsseldorf.

Die Messe beginnt am Mittwoch, dem 18. Januar, um 10 Uhr und endet am Freitagabend. Wir produzieren auf der Messe Visitenkarten und bieten einen Teil der Artikel aus der Produktion an, nicht ganz so viel wie im Online-Shop.

Freilich ist furchtbar viel vorzubereiten, zuletzt war ich vor über zehn Jahren mit einem Stand auf einer Messe und erstelle seit ein paar Tagen Listen. Es wäre zu blöd, wenn einem das entscheidende Werkzeug fehlt.

Die heute gezeigten Fotos sind von einer Karte, diese hat Frank Ortmann in Windeseile entworfen und mit der Spitzfeder den Schriftzug gezeichnet, sie wurde heute erst gedruckt.

Auf der Messe selbst werden wir aber zu zweit den Bleisatz zeigen. Zwei Setzkästen kommen mit und eine kleine Abziehpresse.

Was der Buchdruck mit einer Modemesse zu tun hat? Das kann ich Ihnen vielleicht nach der Messe sagen, jetzt weiß ich es auch noch nicht. Mir gefällt die Idee der Zusammenführung von Handwerken in einem Raum im Flughafen Tempelhof auf dieser riesigen Messe für Alltagskleidung.

Ich gebe dem Zufall eine Chance, das Auftragsbuch zu überfüllen — das ist der Zweck von Handelsmessen.

— Martin Z. Schröder

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Neonröhren von Frank Ortmann · 5. August 2011

Auf seiner Internetseite gibt der Grafikdesigner Frank Ortmann Auskunft über und Einblick in seine Arbeit. Mit welcher Mühe solch ein schöner Buchumschlag entsteht, erfährt man hier genauer: In dem Beitrag vom 20. 7. 2011 — die einzelnen Artikel sind nicht verlinkbar.

— Martin Z. Schröder

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Geburtsanzeigen · 21. Juli 2011

Möchten Eltern nur eine kleine Anzahl Geburtsanzeigen versenden, würde ein eigener Druck die einzelne Karte sehr verteuern. Drucken vom Bleisatz ist von Johannes Gutenberg als Vervielfältigungsmethode erfunden worden. Statt Bücher durch Abschreiben zu kopieren, konnte man sie nun viel schneller in größeren Mengen herstellen. Der größte Teil des Aufwandes entsteht aber vor dem Drucken, und demnach auch der Preis. Ob man nun 100 oder 200 Visitenkarten drucken läßt, das macht keinen bedeutenden Unterschied. Aber es sind eben auch die Preise für 12 und für 60 Geburtsanzeigen recht ähnlich.

Deshalb habe ich zwei Vordrucke, nämlich zur Anzeige der Ankunft von Töchtern und Söhnen, entworfen, auf der ersten Seite der Klappkarte mit dem von Frank Ortmann gezeichneten Schaukelpferdchen ausgestattet und innen mit einem roten Initial nebst schwarz gedrucktem Text aus der Garamond. Die Karte ist mit einem roten Farbschnitt ausgestattet und wird mit einem weiß gefütterten Kuvert ausgliefert.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Karte zu beschriften. Der Name des Kindes und das Geburtsdatum sind wichtig, ob er die Maße des Kindes nennt, ist dem Absender vorbehalten.

Der Klappkarte kann ein Foto beigefügt werden. Manchmal ist es sinnvoll, mit dem Foto noch ein paar Tage zu warten. Denn das Geborenwerden ist derart anstrengend, daß viele Leute ziemlich zerknittert das Licht der Welt in Augenschein nehmen und in ihren ersten Lebenstagen nicht so fotogen sind wie in den darauffolgenden Jahren.

Die Karte kann im Online-Shop der Druckerey erworben werden. Hier ist der Link zu letterpressberlin.com, wo die Karte als Einzelstück zu haben ist sowie im Sixpack. Sixpack aber nicht wegen der Erinnerung an Bierflaschen und Bauchmuskeln, sondern weil 6 die Hälfte von 12 ist, ein halbes Dutzend, und mit der 12 und dem Duodezimalsystem zu rechnen ist des Druckers täglich Brot.

— Martin Z. Schröder

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Anwalt der Handschrift · 27. Mai 2011

Im Frühjahr stellte der im Druckerey-Blog schon oft mit schönen Arbeiten erwähnte Designer und Kalligraf Frank Ortmann seinen Rundbrief-Empfängern eine neue Arbeit vor, nämlich “eine das Spektrum der feinen Schreibschriften bereichernde sowie hiesig gänzlich unverbrauchte Variation der Englischen Schreibschrift, im Amerikanischen als (Advanced) Engraver’s Script bekannt, charakterisiert durch erstaunlich stark kontrastierte Schwellzüge und außergewöhnliche Versalformen”, nachdem er sie so gründlich einstudiert hatte, daß er sie nun seinen Kunden anbieten kann.

Kunden von Herrn Ortmann kommen gelegentlich in den Genuß von echter Post (Snail-Mail), beispielsweise wenn Vorlagen, Originalproben und Papiermuster versandt werden. Hurra, ein Brief aus dem 19. Jahrhundert! ruft der Empfänger aus. Für so einen Brief kramt man den vergoldeten Erb-Brieföffner aus dem Erbgerümpel, denn diese Briefhülle zu zerfetzen, kommt für keinen Kulturmenschen in Frage. “Das ist doch aber nicht handgeschrieben!” hört man Besucher sagen, wenn man solche Post dekorativ auf dem Tische herumliegen läßt. “Schauen’s amol genau hin!” erwidert man gelassen. Die Besucher tun’s — und die Erkenntnis verschlägt ihnen die Sprache. Wenn man bei Frank Ortmann etwas in Auftrag gibt, wird man nicht nur mit solcherlei Arbeit beliefert, sondern auch noch mit so großer Freundlichkeit und prompt bedient, daß man ihm immerzu Päckchen mit Geschenken schicken möchte und einem die Rechnung am Ende zu gering vorkommt.

Der Kunde eines solchen Kalligrafen ist eher eine Art Mandant: Herr Ortmann übernimmt Fälle und vertritt Interessen. Ex manu datum – man gibt den Fall (diesenfalls die Feder) aus der Hand, und der Kalligraf führt den Auftrag auf eine Weise aus, daß der Mandant sie nur bewundern, nicht aber beurteilen kann, weil ihm das Fachwissen über Schnörkel und Schlingen fehlt.

Wie schreibt man aber einem solchen Anwalt der Schrift? Meine Handschrift ist an sich eine recht manierliche. Ich bemühe mich um Lesbarkeit, ich male mal einen kleinen Schwung hier und da an einen Buchstaben, ich schreibe Mediävalziffern — aber damit kann man gegen die Briefe von Ortmann nicht anstinken. Also ziehe ich mir die groben Handschuhe an und zeige, was eine Druckerkralle krakeln kann.

Hatte ich die neue Website von Frank Ortmann schon erwähnt? Das möchte ich hiermit nachgeholt haben.

— Martin Z. Schröder

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Ortmanns Hände · 11. Februar 2011

Dieser Film zeigt, wie Frank Ortmann, auch Kalligraf der Druckerey, die Hülle der LP L’Eglise des Crocodiles von Max Goldt mit schriftkünstlerischem Werk ausstattet:

— Martin Z. Schröder

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Schaurig-schön · 7. Mai 2010

Mein Kollege Frank Ortmann ist nicht nur ein Kalligraf, sondern auch ein, wie ich finde, ausgezeichneter, mit Kenntnis und Geschmack ausgestatteter Designer. Bei Hörbuch Hamburg ist das neue Hörbuch von Max Goldt Unsere traurige technische Zukunft erschienen, wieder ausgestattet von Frank Ortmann. Außen schwarz-weiß wie ein Filmvorspann aus den 30ern, aber der blau leuchtende Saum …

… verrät das undüstere Innenleben, wo sich der aufgeräumte Autor im unaufgeräumten öffentlichen Raum zeigt.

Die Details auf den Platten …

… erfreuen den Betrachter.

Das Hörbuch ist jetzt im Handel.

— Martin Z. Schröder

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Um etwas einzulegen · 1. März 2010

Ein Gutschein ist so ein angenehmes Geschenk: Gutscheine für Konzerte, den Kinobesuch, ein Reisegutschein. Man möchte also einen Gutschein verschenken, aber so ein getippter Zettel aus dem Computer sieht kaum festlich aus. Ein bißchen Drumrum wäre nett. Wie stünde es mit einer Klappkarte wie dieser? Mein Kollege, der Kalligraf Frank Ortmann, hat mir den Wunsch erfüllt und das Wort Gutschein mit der Spitzfeder geschrieben.

Vom originalen Federzug wurde eine Magnesium-Ätzung reproduziert, wie man sie im Buchdruck auch für Bildmaterial verwendet.

Mit einem kühlen, also etwas bläulichen Rot habe ich das Motiv auf einen hellgrauen Feinkarton (glatt, 250g/m²) gedruckt.

Vor der Reproduktion wurden diesmal die Unebenheiten der Schriftzüge, wie sie in Handarbeit entstehen, nicht in Bezierkurven übertragen und geglättet, wie man es für Satzschriften gewöhnlich macht oder auch für Monogramme und Initale aus englischer Schreibschrift. In der Vergrößerung sind die natürlichen Linien der handgeschriebenen Anglaise gut zu erkennen.

Die Klappkarte wird mit einem passenden hellgrauen Kuvert mit Seidenfutter geliefert.
Preise und Lieferung: Direkt im Online-Shop der Druckerey: LetterpressBerlin

— Martin Z. Schröder

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Raketenmann · 14. Januar 2010

Die neue Karte der Serie mit Motiven von Künstlern und Designern wurde auf allen Pressen meiner Werkstatt gedruckt. Rot auf dem Pedaltiegel von Emil Kahle, das Motiv schwarz auf dem Heidelberger Tiegel und die Schrift schwarz auf dem Hand-Tiegel von Hogenforst. Die Karte zeigt eine Arbeit von Frank Ortmann, der nicht nur typo- und kalligrafisch arbeitet, sondern auch zeichnet.

Der Raketenmann hat mich heute etwas zum Spielen verleitet, denn man kann aus dem Material einer Druckerei hübsche Bühnenbilder bauen. In der Lehrzeit haben wir Lehrlinge eine ganze Miniatur-Wohnung aus Regletten und Quadraten, also allerlei Bleimaterial, auf einem Setzschiff aufgebaut, vor den Lehrmeistern in einem Stehsatzregal versteckt. Ob wir da Dallas nachspielten? Keine Ahnung, vergessen.

Wer einen Raketenvergleich in dieses Bild interpretieren will, ist auf dem Holzweg. Es zeigt allein Druck und Druckstock.

Die rote Farbe habe ich absichtlich aufreißen lassen. Nur auf zwei, drei Abzügen deckt sie ganz. Diese Abzüge kommen nicht in den Handel. Schöner sind jene, welche den Karton etwas durchscheinen lassen. Die schwarze Farbe deckt vollständig und knallt auf der aufgerissenen Fläche um so mehr.

Von meinen Pressen kann nur der Heidelberger den Druck auf eine Fläche ausüben, so daß sie scharf und deckend druckt auch ohne schmatzende Farbe, welche die Details zuschmieren würde. Hier ist die Prägung in den Details gut zu sehen.

Gedruckt wurde mit einem sehr pigmentreichen Prachtdruckschwarz auf Cranelettra Pearlwhite 300g/m², einen unkalandrierten Karton aus Baumwolle.

Lieferbar ist das gute Stück im Online-Shop der Druckerey: LetterpressBerlin Die Klappkarte ist geschlossen 105 × 148 mm groß, also DIN A6, damit sie in die Kuvertgröße DIN C6 paßt.

— Martin Z. Schröder

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Morgen erscheint Zimbo! · 17. September 2009

Am 30. Juni hatte ich über die Arbeiten an diesem Buch berichtet. Vor acht Tagen lag die fertige Arbeit im Briefkasten. Und morgen erreicht Zimbo den Buchhandel. Hier ist der gedruckte Schutzumschlag zu sehen, den mein Kollege Frank Ortmann entworfen und mit der Hand geschrieben und gezeichnet hat.

Mir gefällt die Arbeit ausnehmend gut. Wir haben zu dritt viel diskutiert über die gesamte Arbeit, sowohl die äußerliche Erscheinung, also den Umschlag, als auch über das Innenleben, das ich eingerichtet habe. Max Goldt hat die Entwürfe durch seine Bestellung geprägt, von ihm ist die Farbwahl, die auf die vorhergehenden Bände und die zu naher Zeit erscheinenden Hörbücher (wenn auch anderen Inhalts) in violett und nachtblau abgestimmt ist. Goldt hat auch die typografischen Umschläge bestellt, worüber Ortmann und ich als ausführende Entwerfer glücklich sind.

Dieser Text befindet sich auf der Rückseite des Buches.

Das ist der Einband.

Die Schrift wurde mit Folie geprägt.

Die Farben für den Umschlag hat Max Goldt bestimmt, Leseband, Kaptalband (silber, nicht im Bild), Vorsatz wurden von Frank Ortmann als Ergänzung zum Farbakkord beigefügt.

Im Juni hatte ich hier Varianten für den Haupttitel gezeigt. Mir wäre eine geschlossenere Form lieber gewesen, aber der Autor braucht Platz zum Signieren, und signiert wird auf dem Haupttitel.

Auch die Konstruktion des Satzspiegels hatte ich gezeigt. Die Ränder sind breit genug, um das Buch bequem fassen zu können, und sie schließen die eng nebeneinander stehenden Kolumnen als weißen Rahmen ein. Die Kolumnen stehen so eng wie möglich, ohne daß das Lesen behindert wird, weil der Text nach innen in den Bund fiele. Die klassische Einrichtung des Buches entsprach sowohl dem Wunsch des Autors als auch meinen Vorstellungen, wie man Essays von Max Goldt typografisch anordnen sollte: mätzchenfrei nämlich, also so, daß die Typografie gewissermaßen verschwindet und jede Handschrift des Designers vermieden wird. Also allein die bequeme Lesbarkeit in einer angenehmen Umgebung ohne gestalterische Störungen war zu ermöglichen. Es ist gewissermaßen eine gegenteilige Arbeit zu dem Atlas van de nieuwe Nederlandse vleermuizen, in welchem die Typografie die Texte interpretiert.

Oft kommt aus einer Setzerei eine Buchseite mit unschöner kurzer Ausgangszeile am Kopf einer Buchseite (Fachbegriff für diesen typografischen Fehler: Hurenkind) an den Verlag mit dem Vermerk: “Bitte 1 Zeile einbringen!” Dies darf nicht Aufgabe von Autor oder Lektor sein, typografische Probleme sind immer typografisch zu lösen. Das Textwerk, also der Text als Kunstwerk, ist tabu, auch wenn der Autor seinen Text ändern könnte. (Tote Autoren können das ohnehin nicht.) Der Autor müßte ihn ja, wenn er diese Haltung zu seinem Werk einnimmt, für eine Taschenbuchausgabe ggf. wieder ändern. Und von einem Schriftsteller darf man erwarten, daß er nach Abschluß seiner Arbeit kein Komma mehr ändern möchte. Zumal nicht für ein typografisches Problem.

Jan Tschichold schlägt vor, sehr kurze Ausgangszeilen an die Kolumne anzufügen und über den Satzspiegel hinausgehen zu lassen, wenn der optische Zeilenabstand zur Seitenzahl unberührt bleibt. Mir erscheint der Vorschlag sehr vernünftig, weshalb er in die Satzanweisung eingeflossen ist.

Das erste Wort jedes Essays ist als Spitzmarke in leicht gesperrten Kapitälchen gesetzt.

Gesetzt wurde aus der Schrift Minion von Robert Slimbach von der Berliner Setzerei pinkuin. Auszeichnungsschrift ist die Kursive.

Die Mikrotypografie wurde in der Umbruchkorrektur nachjustiert, so wurden der Randausgleich verbessert und einige Satzzeichen-Abstände korrigiert. Die Ligaturen hat die Setzerei nach den Regeln der Kunst eingefügt, und ich meine nun nach erster Durchsicht des Buches, es handelt sich um eine gute Setzerei, ich hatte schon nur recht wenige Anmerkungen in der Korrektur machen müssen.

Das Buch erscheint morgen im Verlag Rowohlt Berlin, hat 208 Seiten und kostet 17,90 Euro. Link: Der Titel im Verlag.

— Martin Z. Schröder

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Zugestecktes · 17. März 2009

Wenn man einen Kalligrafen kennt, der immerzu üben muß wie ein Virtuose, dann kommt man mitunter in den Genuß, außerordentlich hübsche Dinge zugesteckt zu bekommen.

Geschrieben ist das mit der Spitzfeder. Einige Arbeiten von Frank Ortmann sind auch in unserem Schaufenster unter Kalligraphie zu sehen. Wer eine Festtafel mit schönen Tischkarten verzieren und seine Gäste entzücken möchte, dem sei unsere Offerte ans Herz gelegt.

— Martin Z. Schröder

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Mit der Spitzfeder geschwungen · 8. August 2008

Mein Mitarbeiter, der Grafikdesigner Frank Ortmann, hat wieder einmal ein Monogramm aus zwei Buchstaben mit der Spitzfeder geschrieben. Solch ein Buchstabenbild muß erst sorgfältig konstruiert werden. Der Kalligraf überlegt sich, welche Verschlingungen möglich und sinnvoll sind und wie zwei Buchstaben harmonisch in ein schönes Bild gebracht werden können.

Gedruckt habe ich das Monogramm auf die Klappe eines Kuverts im Diplomatenformat (120 × 180 mm). Dazu gibt es eine einfache Karte mit dem vollen Namen des Karteneigners aus der Bleisatzschrift “Englische Schreibschrift halbfett” der Bauerschen Schriftgießerei. Die ich natürlich aus Diskretion nicht zeige. Das Papier ist cremefarben getönt.

In der Vergrößerung werden auch die kleinen Verdickungen deutlich, die Frank Ortmann durch den Druck der Spitzfeder erzeugt. Ich habe für dieses Monogramm ein Klischee aus Magnesium anfertigen lassen, weil sich von hartem Material besser drucken läßt als von Kunststoff. Ein Quetschen der Druckform ist kaum möglich. Das harte Metall druckt auch sehr feine Linien und Kontraste deutlich aus.

Das Klischee glänzt hier so golden, weil ich es mit Öl überzogen habe. Magnesium hat die unangenehme Eigenschaft, sehr schnell zu oxidieren. Es sieht aus, als würde das Zeug schimmeln. Feine weiße Kristalle bilden sich und werden zu einem Pelz auf dem Magnesium, bis es zerfällt. Die Klischees sind nicht teuer, aber ich würde doch gern versuchen, ihren Verfall aufzuhalten.

Bislang kann ich nach Versuchen mit anderen Klischees immerhin schon sagen, mit dieser öligen Maßnahme die Haltbarkeit zu verlängern. Wie lange das reicht, werde ich noch merken.

— Martin Z. Schröder

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Max Goldt erhält versales ß · 18. April 2008

Max Goldt werden dieses Jahr nicht nur der Kleist-Preis und der Hugo-Ball-Preis verliehen – sein neues Hörbuch zeichnet sich selbst aus, nämlich durch ein versales Eszett. Mein Kollege und Mitarbeiter Frank Ortmann, von dem ich hier schon eine Vignette und einen Schutzumschlag gezeigt habe, hat nach der Dresdner Form, namentlich durch die Vorlagen von Mellhuth von 1955 angeregt, einen eigenen Entwurf für den kalligraphierten Titel gezeichnet; ich freue mich sehr, diesen Titel hier präsentieren zu können. Das Hörbuch „Nichts als Punk und Pils und Staatsverdruß“ (geplant unter dem Titel “Jedem immer alles”) von Max Goldt kommt am 23. April 2008 in den Handel. Es erscheint im Verlag HörbuchHamburg, enthält 2 CD mit Texten von 1994 bis 2007 und kostet 19,95 Euro.

Erst Anfang April hatte das Unciode-Konsortium die Aufnahme des “Latin capital sharp s for German”, also des versalen Eszett (ß), in den Unicode mitgeteilt. Damit hat das deutsche Alphabet nunmehr 27 vollwertige Buchstaben. Das Konsortium ist eine gemeinnützige internationale Vereinigung, die für Darstellung von Text in Computer-Software allgemeine Standards entwickelt. Computer arbeiten nur mit Zahlen, also müssen Textzeichen aller auf der Welt geschriebenen Sprachen kodiert werden. Damit nicht auf verschiedenen Computersystemen verschiedene Zeichen gleich kodiert werden, gibt es den Unicode, dessen sich alle Internetbrowser und die meisten Betriebssysteme bedienen.

Vor einem Jahr hatte das Deutsche Institut für Normung die Aufnahme dieses Zeichens in den internationalen Zeichensatz ISO/IEC 10646 beantragt. Federführend war der Gestalter und Autor Andreas Stötzner beteiligt, der auf der Internetseite seines Signographischen Instituts praktische Hinweise und Tastaturtreiber anbietet, um das versale ß mit einer gewöhnlichen Tastatur tippen zu können und nicht mehr auf die gelegentlich mißverständlichen Ersetzungen SS oder SZ ausweichen zu müssen. Der Buchstabe muß dafür Bestandteil des Fonts, also der digitalen Schrift sein. Auf der Website von Uta und Andreas Stötzner finden sich viele Informationen zum ß, auch Heft 9 der Zeitschrift SIGNA kann man dort bestellen.

Ergänzung 20. April 2008
Ich füge mal noch ein Foto ein von der Reinzeichnung, damit man die Proportionen richtig wahrnehmen kann. Ob ein Buchstabe zu groß, zu schräg oder genau richtig steht, kann man nur beurteilen, wenn man eine vernünftige Sicht hat. Die Fotos vom Cover haben eigene Winkel und verzerren die Wahrnehmung etwas.

Frank Ortmann hat vermutlich das erste große Eszett auf einem CD-Cover überhaupt gezeichnet. Er hat sich für eine kühne Form entschieden, denn dieser Buchstabe ist mit seinen nicht einmal 130 Jahren ein Kind im lateinischen Alphabet; ä, ö und ü sind allerding nur wenig älter, auch wenn wir uns an die kleinen Pünktchen auf a, o und u laengst gewoehnt haben und keine kleinen e mehr darueber kritzeln sondern eben Trema.

Interpretationshilfe: Zeilen aus Versalien sind keine Lesetexte, sondern haben immer ornamentalen Charakter. Deswegen zeigen N, K und R auf dem Cover ihre Schweife, und deswegen antwortet das Eszett am Ende des Titels auf den Anfang, es läuft in einem Tropfen aus, wie sich das N aus einem entwickelt. Und deshalb hat es auch den geschweiften Übergang in die rechte Schulter. Das versale Eszett ist heute und für uns eine ungewöhnliche Type, die hoffentlich auch künftig in mehr als einer Spielart ausprobiert wird, bis sie in weiteren 130 Jahren nicht mehr als Absonderlichkeit auffallen wird. Die Letter von Frank Ortmann zeichnet sich durch Lesbarkeit trotz Auffälligkeit aus. Das Cover ist durchgängig von Hand geschrieben und gezeichnet, es gelten ohnehin andere Maßstäbe als für Satzschriften.

— Martin Z. Schröder

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Eine klassische Geburtsanzeige · 1. März 2008

Die schönste Familienanzeige ist die einer Geburt: freuderfüllte Eltern geben offiziell den Namen und das Datum eines neuen Menschen bekannt. Das verheißt Freude und Hoffnung.

Die stärkste Kraft entfaltet die bloße Mitteilung dieses Ereignisses, und so ist der dem Geschmack verpflichtete Typograf und Drucker gehalten, diese frohen Botschaft in eine Form zu geben, die sich nicht vor die Mitteilung selbst drängt. Die Anzeige sollte kein Füllhorn bilden, das mit Dank, Freude und Hoffnung zum Überlaufen gebracht wird. Allein der Name des Kindes, ein nur kurze Zeit zurückliegendes Datum bilden schon ein Versprechen. Und gibt ein zurückhaltender Entwurf dem Empfänger des Sendschreibens nicht erst den nötigen Raum, eigene Hoffnungen und Phantasien zu entwickeln?

Früher, als es noch keine Copy-Shops gab, geschweige Computer zu Hause, bot jede Akzidenzdruckerei einen Standardentwurf an. Der Setzer änderte nur noch Namen und die Maßangaben des Babys. Der Kunde war dem Geschmack des Druckers ausgeliefert, wenn er nicht nach einem eigenen Entwurf arbeiten lassen wollte.

Diese Tradition lassen wir wieder aufleben. Unsere Kunden können sich unseren Vorstellungen von einer klassischen Geburtsanzeige ausliefern. Ich würde allerdings für einen so klassisch geratenen Entwurf jederzeit ein Geschmackssicherheitszertifikat ausstellen.

Der Entwurf: Die erste Zeile mit den Namen der anzeigenden Personen, welche in der Regel die Eltern sind, wurde aus Versalien der Schrift Walbaum gesetzt, die 1803 erstmals gegossen wurde. Schriftgrad: Korpus (10p). Justus Erich Walbaum hat sie entworfen, sie zählt zu den schönsten klassizistischen Schriften und erfreut sich bis heute auch in digitaler Form großer Beliebtheit.

Das figürliche Ornament hat mein Kollege, der Grafikdesigner Frank Ortmann gezeichnet. Wir haben überlegt, was ein klassisches Symbol für ein mitteleuropäisches Kind sein könnte. Klappern, Rasseln, Teddybären wurden wegen zu starker Verniedlichung verworfen, denn kleine Kinder sind zwar sehr niedlich, aber die Anzeige soll nicht mit dem Baby in quietschende Konkurrenz treten. (Ratsam ist es, der Sendung zwecks originaler Niedlichkeit eine Fotografie des Kindes beizufügen, dafür sollte allerdings ein paar Tage gewartet werden, sofern das Kind zu der großen Zahl Menschen gehört, die etwas zerknittert auf die Welt kommen, sich aber schnell glätten bis zum Mattglanz.) Das Schaukelpferd wird von Mädchen wie Jungen gern in Dienst genommen, und es erfreut sich seit langem großer Beliebtheit. Wie kunstvoll gedrechselt sind Schaukelpferde gelegentlich in Museen zu bestaunen! So fiel unsere Entscheidung. Nur auf die Stupsnase unseres gezäunten jungen Pferdchens als Zugeständnis an die Niedlichkeit bestand Herr Ortmann gegen meine Einwände. Recht hat er! Von der Reinzeichnung wurde eine Magnesiumätzung angefertigt, die sich zusammen mit der Schrift drucken läßt.

Der Name wurde aus der Walbaum im Schriftgrad Mittel (14p) gesetzt, die Angaben darunter aus der Walbaum kursiv Borgis (9p). Wer es für indiskret hält, die Daten zur Berechnung des Body-Mass-Index’ des Kindes zu vervielfältigen, kann an diese Stelle ebenso einen Spruch, einen Psalm, ein freundliches Wort setzen. Unten links in einer Zeile wurde eine Adresse für Glückwünsche aus der Walbaum Petit (8p) hinzugefügt.

Wenn Sie eine Klappkarte oder einen eigenen Entwurf bevorzugen oder gedruckte Kuverts (von denen Sie für weiteren Gebrauch kostengünstig eine größere Anzahl drucken lassen könnten), unterbreiten wir Ihnen gern ein Angebot.

Das Pferdchen läßt sich in einem gesonderten Druckgang auch farbig zum Text stellen. Und dann kann man damit sogar ein wenig prägen, weil Magnesium ein widerstandsfähiges Metall ist.

— Martin Z. Schröder

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Schutzumschlag und Einband · 11. Januar 2008

Gelegentlich wenden sich meine Kunden auch an mich, wenn es um andere Drucksachen als edle Visitenkarten und feines Briefpapier geht. In diesem Fall war ein Reihenentwurf für das 16bändige historische Quellenwerk “Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945” anzufertigen, das in den nächsten zehn Jahren Band für Band erscheinen wird, herausgegeben im Auftrag des Bundesarchivs, des Instituts für Zeitgeschichte und des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg von Götz Aly, Wolf Gruner, Susanne Heim, Ulrich Herbert, Hans-Dieter Kreikamp, Horst Möller, Dieter Pohl und Hartmut Weber im Oldenbourg-Wissenschaftsverlag München. Band 1 ist soeben erschienen.

Solche Werke bleiben lange in den Regalen stehen, werden lange benutzt und sollen auch in Jahrzehnten noch vernünftig aussehen und sich in wissenschaftliche Bibliotheken würdig einfügen, müssen also in gewissem Maße zeitlos wirken. Umschlag und Einband solcher Werke dürfen nicht modisch sein, der Geschmack der Buchkäufer von heute ist nicht zu berücksichtigen, Gesichtspunkte des Marketings durch den Umschlag als werbendes Plakat sind zu vernachlässigen. Mein Mitarbeiter, der Gebrauchsgrafiker und Kalligraf Frank Ortmann, und ich hatten deshalb nur zwei klassische Entwürfe vorgelegt: einen auf Mittelachse, der verworfen wurde, und den abgebildeten. Der Einband ist in einem kühlen Dunkelgrün gehalten, der Umschlag wurde in einer Sonderfarbe in einem zarten kühlen Graugrün gedruckt und matt cellophaniert, so daß auch im Gebrauch nicht jeder Fingerabdruck gleich zu sehen ist, wo der Schutzumschlag nicht entfernt wird.

Während meine digitale Technik sich auf das nötigste beschränkt, weil ich eher im Bleisatz zu Hause bin, ist mein Kollege bestens ausgestattet und hat die digitalen Druckvorlagen für den Offsetdruck angefertigt.

— Martin Z. Schröder

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