Auslieferung
Verehrtes Publikum, es hat ein paar Tage gedauert, aber jetzt bin ich soweit, daß ich mich an dem Büchlein erfreuen kann. Es ist doch schön, daß der letzte Schritt nicht in der eigenen Werkstatt gemacht wird, sondern in der Buchbinderei. Man liefert kistenweise bedrucktes Papier ab, und nach ein paar Tagen bekommt man kistenweise Bücher. Herrlich! Ich habe es immer wieder in die Hand genommen (und tue es noch) und freue mich.
Bevor ich noch ein poaar Fotos zeige, zur Kritik meines sehr geschätzten Kollegen Florian Hardwig, der vor ein paar Tagen in Kommentar 3 die Versalzeile aus der Schreibschrift Legende aufpickte. Ich habe in dem großen Buch über den Schriftschöpfer Schneidler keinen Versalsatz aus der Legende gefunden, dafür aber bei Tschichold. Er hat weiter spationiert als ich, und man könnte auch dem Wort KALEWALA einen eigenen Rhythmus zugute halten, der erst zur Verwendung der Legende-Versalien berechtigt.
Es kommt nicht nur auf die Lesbarkeit an, für diese aus dem Einwand von FH gezogene Einsicht danke ich, sondern auf das Bild, das eine Schreibschriftzeile gibt, und das einen viel stärker eigentümlichen Rhythmus herstellt als eine Versalzeile aus gewöhnlicher Druckschrift. Heute muß ich noch sagen, daß ich es wieder so setzen würde und ich die Zeile, ich sag’s mal so naiv wie ich’s fühle, schön finde.
Ich räume aber sofort ein, daß mir möglicherweise die Einsicht des Schriftschreibers fehlt und ich Typografie an dieser Stelle nicht genügend verstehe, daß ich Mängel nicht sehe. Ich wäre für weitere detaillierte Kritik und Sehhilfe sehr dankbar. Zur Typografie des Büchleins habe ich einige Anmerkungen notiert, die hier im PDF eingesehen werden können.
Nun noch ein paar Bilder vom fertigen Werk.
Für den Typografen, Setzer und Drucker bildet jede Seite eine Erinnerung. An die Entwurfsarbeit, an Schwierigkeiten beim Satz und auch an die Arbeit an der Druckmaschine.
Diese Seite war die erste überhaupt, die ich gedruckt habe.
Und diese Seite enthält zwei Platten-Cover, die zu setzen nicht ganz ohne Kniffligkeit abging.
Für diese Formen habe ich digitale Entwürfe gemacht.
Und an der Kombination der Texte “Kuchen” und “Kompott” erfreue ich mich sehr.
Dieser Text wurde an der Monotype-Setzmaschine in Hamburg hergestellt. Mein Dank gilt Helmut Bohlmann und dem Monotype-Spezialisten Erich Hirsch.
Diese Doppelseite war wie ein Aufenthalt auf dem Abenteuerspielplatz, hier wurde wild alles zusammengenagelt, was nicht zusammenpaßt.
Eine meiner Lieblingsseiten und eine der wenigen Illustrationen.
Schließlich das Impressum. Auch dieser Text wurde in Hamburg gesetzt, aus der Schrift Gill, die ich leider nicht habe und die man in deutschen Bleisetzereien leider überhaupt allzu selten findet.
Das Buch kann ab sofort im Online-Shop der Druckerey (Letterpress Berlin) geordert werden. Das Shop-System sendet sofort nach Bestellung eine Bestätigung, aber ich bitte um etwas Geduld, wenn ich am Anfang mit der Bearbeitung nicht so rasch nachkomme. Versandkosten werden für alle Bestellungen, in denen ein Buch enthalten ist, nicht berechnet, auch wenn sich das System in den nächsten Tagen noch gelegentlich irren sollte und die Kosten in der Bestätigung ausweist.
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Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen
Das dritte Buch von Max Goldt und Martin Z. Schröder mit dem schönen Titel Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen hat, wie seine beiden Vorgänger, 32 Seiten, enthält nun noch mehr Buchstaben (Druck komplett vom Bleisatz) und schimmert von außen weder silbrig noch dunkelgrün sondern bordeauxrot, und es ist mit dunkelgrünem Garn in einer Fadenknotenheftung gebunden. Die kurzen luxuriösen Texte, die darin stehen, sind Erstveröffentlichungen.
Zur Typografie habe ich Anmerkungen notiert, die hier zu laden sind.
Das Märchenschloß erschien am 18. Oktober 2010. Im Blog läßt sich seine Herstellung verfolgen, die am 1. Februar des Jahres begann.
Vom Verkauf der Gesamtauflage zurückgehalten werden 50 Exemplare, die zusammen mit dem ersten Buch, dem dritten (Märchenschloß) und einem für 2012 geplanten vierten als vollständige Tetralogie im eigens anzufertigenden Schuber im Jahre 2013 erscheinen sollen.
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Buchdruck vom Bleisatz, mehrfarbig,
Englische Broschur, Fadenknotenheftung mit Umschlag
Einmalige (limitierte) Originalauflage: 2010 Exemplare
32 Seiten
28 Euro
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Das Büchlein kann im Internet-Laden der Druckerey ab Januar wieder versandkostenfrei geordert werden, solange der Vorrat reicht. Es ist am 14. Dezember 2010 fast ausverkauft. Für den Buchhandel ist das Buch leider nicht mehr lieferbar.
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Eine Lieferung von Lüderitz & Bauer
Es ist nun doch etwas Hektik entstanden, aber zum Glück wird davon das Büchlein von Max Goldt nicht beeinträchtigt. Die Arbeiten direkt am Buch sind, tatsächlich, wie ist es doch schön, abgeschlossen.
Auf nebenstehendem Bild ist zu sehen, wie sich die freundlichen Buchbinderinnen bei Lüderitz & Bauer der feinen Ware annehmen. Die Büchlein wurden mit dem Schutzumschlag versehen, den ich noch zeigen werde, und sie wurden einzeln in Packpapier eingeschlagen, und auf das Papier wurde die Nummer des darin enthaltenen Exemplars geschrieben. Zu fünfzig Stück wurden die eingeschlagenen Büchlein in Kartons verpackt, auch diese wurden numeriert.
Es gehört einige Organisationserfahrung dazu, damit alles geordnet bleibt. Die Numerierung mußte während der gesamten Weiterverarbeitung in der Buchbinderei im Auge behalten werden.
Erst wurden die Bogen beschriftet, dann die Bücher verpackt. Denn es durfte nicht passieren, daß beim Beschriften des verpackten Buches das Schreibgerät durchgedrückt wird auf den Buchumschlag.
Die richtigen Handgriffe für eine Verpackung wollen gekonnt sein, denn eine Knautsch- und Knüllumhüllung möchte man schließlich nicht haben.
Am Mittwoch dann habe ich die Büchlein zusammen mit einem Kurier abgeholt, denn das Dienstfahrzeug des Druckers ist nur ein unmotorisiertes Zweirad.
Und inzwischen sind die Kartons auch verstaut. Nun kann der Verkauf bald losgehen, aber das dauert noch ein paar Tage. Denn niemand findet es erfreulich, wenn er nach der Bestellung die Mitteilung bekommt, daß dem Versand ein Verpackungsproblem entgegensteht. Morgen kommen die ersten 200 stabilen Kuverts, auch mit Porto rechne ich in den nächsten Tagen. Das Büchlein wird dann vorerst nur im Internet-Laden der Druckerey erhältlich sein, und ich werde hier natürlich Bescheid geben, wenn es soweit ist. Bis November wird auch der Buchhandel von dem Büchlein erfahren.
So richtig genießen konnte ich den Abschluß der Arbeit noch nicht. Es ist noch zu viel zu tun. Neben dem Verlagsgeschäft beispielsweise ein Kommentar zur Typografie des Büchleins, den ich den Blog-Lesern zur Verfügung stellen werde.
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