Supertanker im identifizierten Bleisatz und allzu schöne Maschinen · 14. Oktober 2013

Die Zierschriften würde ein Bleisatz-Kenner bald ermitteln, aber an einem serifenlosen Versal E ist zu wenig Typisches zu erkennen. Futura und Kristall kamen hier zum Einsatz, alle Schriften nun also auf diesem Foto.

Im übrigen hatte ich Elektriker zu Besuch. Das Drucken wurde jeden Abend eine Augenplage, wenn das Tageslicht verdämmerte. Nun haben die Herren so fein gearbeitet, daß die beiden Tiegel sich beleuchten lassen wie in einer Verkaufsausstellung der Heidelberger Druckmaschinen. Es macht das Leben angenehmer, daß man Leuchten bekommt, die selbst bei einer so tiefen Hängung nicht blenden und trotzdem die ganze Maschine sehr gut ausleuchten.

Damit es ein bißchen nach Arbeit aussieht, denn die Maschinen sind noch lange keine Museumsstücke, habe ich mich mal dazugestellt. Auf die Gefahr hin, daß ich nun wie ein Museumsstück aussehe, bei der guten Beleuchtung.

— Martin Z. Schröder

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Schöne Ziffern im Bleisatz · 19. Juli 2012

Dies ist der Druckbogen für die “Cordbettwäsche” von Max Goldt, den ich am Donnerstag gedruckt habe. Wenn ich jetzt über die Arbeit nachdenke, dann scheint es mir, als würde ich allmählich vergessen, wie ein Schriftsetzer solche Arbeiten eigentlich anfertigt. Ein Handwerk, das so abgeschlossen von Austausch und von Werkstätten-Routine einer größeren Handwerkergruppe betrieben wird, verändert sich. Früher hätte ich den Text gesetzt, einen Handabzug gemacht, den Umbruch geklebt und die Form danach neu gesetzt. Heute mache ich einen groben digitalen Entwurf mit Schriften, die ähnlich weit laufen wie die bleiernen, nehme beide Farbformen in zwei Schließrahmen, drucke an und korrigiere. Ich glaube, ich habe vier Stunden für diese vier Formen gebraucht. Wäre man mit Kleben und Rechnen auch so langsam? Allerdings klingelt in meiner Werkstatt oft genug das Telefon, und damit hat sich ein Setzer gewöhnlich nicht abzugeben, wenn er setzt.

Zum Einsatz kamen die “Festlichen Ziffern” von Hermann Zapf, die ich mit der Volta gemischt habe, die breit genug läuft, um die Entwurfsidee zu tragen. Aus der 7 ist der Inhalt von anderthalb Blättchen entfernt worden, was ich recht hübsch finde als eine willkommene Störung. Die 7 ist eine ungemein charakterstarke elegante Figur, man sieht ihr die Handzeichnung ihres Schöpfers an.

In der Vergrößerung sieht man, wie lebendig das Blattwerk gehalten ist. Kein Blättchen gleicht dem anderen, und die kleine Rosette ist in der 6 etwas kleiner als in der 0. Solche Details geben der Schrift eine lebendige, warme Anmutung.

Herrlich der Schwung der 5, auch im Blattwerk oben wird der Schwung des Fähnchens natürlich aufgenommen.

Die 4 zeigt nicht eine einzige mit dem Linieal gezogene Linie. Alles ist weich und harmonisch gezeichnet.

Damals haben die Schriftgießereien aufwendige und prächtige Proben hergestellt, mir gelangte auch eine für diese Ziffern in die Hände. Auf dem braunen Bütten-Umschlag des A4-Heftes klebt ein goldenes Schildchen, dessen Aufdruck an das Magische Quadrat von Albrecht Dürer erinnert. (Quersumme ist immer 15, und die 5 steht zentral.)

Ich zeige hier das dünne Heft vollständig in Fotos.

Wenn ich nicht irre, ist auch das Druckerwappen von Hermann Zapf gezeichnet worden.

Es gibt sogar einen eingeklebten Bogen, unter dem ein weiteres Muster steckt.

Es ist erstaunlich, wie vielseitig diese Ziffern eingesetzt werden können.

Für eine Auszeichnungsschrift sind die Festlichen Ziffern überaus variabel.

Und am Ende gibt es noch eine Beilage mit Informationen über die bestellbaren Größen.

Ich habe das Musterheft erst wiedergefunden, nachdem ich meinen Entwurf gemacht habe. Die Idee ist offenbar naheliegend: Die großen Ziffern rhythmusgebend in den Fließtext einfügen. Man beachte, wie in der Schriftprobe zwei Achsen geschaffen wurden, die es erlauben, die Auszeichnungsziffern schön auf der Seite zu verteilen. Man sehe mir nach, daß ich nun etwas angebe. Die Texte meines Autors Max Goldt sind zwar eigens für dieses typografische Büchlein geschrieben worden, aber sie werden nach dem gemeinsamen Lektorat nicht für die Typografie verändert. Ich nehme mir mit der Erlaubnis des Autors einige Freiheiten hinsichtlich von Auszeichung, Interpunktion und Stellung der Überschriften heraus, aber der Wortlaut der Texte bleibt unberührt. Es ist nun ein überaus großes Vergnügen, und zwar ein anstrengendes, die Texte so darzustellen, daß sie wirken, als seien sie in einen Entwurf hineingeschrieben. Das ist nicht Ziel jeder Buchseite, aber einiger, und bei diesen Ziffern hatte ich den Wunsch, sie in einem Rhythmus anzuordnen, der natürlich wirken soll. Es ging nicht nur darum, die Ziffern irgendwie unterzubringen, sondern es ergab sich in der Arbeit am Entwurf die Möglichkeit, sie in einer schrägen Reihe durch den Text fließen zu lassen und Ende und Anfang durch gleiche Größe und seitlich gleiche Stellung herauszustellen. Dabei sind alle Ziffern durch ziffernlose Zeilen voneinander getrennt, bis auf die erste, die seitlich weiter entfernt von der zweiten steht. Das ist keine Mathematik, so etwas läßt sich nicht errechnen. Die Leistung des Typografen besteht darin, diese figürliche Struktur im Text zu finden. Setzte man alle Ziffern nur in einer Größe, ergäbe sich das Bild nicht. Finge man mit dem größten Grad an, ergäbe es sich nicht. Stünden nicht alle verwendeten Grade zur Verfügung, ergäbe sich das Bild nicht. Ich suchte eine Lösung, die so natürlich wirkt, als gäbe es keine zweite. Es dürfen also auch keine Löcher in die Zeilen gerissen werden. In winzigen Schritten nähert man die Druckform einer Vorstellung an. Eine wunderbare Schule und eine Geduldsübung. Und das Beste: Die Form harmonisiert mit dem Inhalt des Textes. Einzig das kann die Freude trüben: Wenn man am Ende feststellt und einsieht, daß diese Übung mit Leichtigkeit an Schönheit übertroffen wird von den Buchseiten, die nach klassischem Maß ohne solcherlei Aufwand hergestellt sind. Aber eigentlich weiß ich das auch vorher schon und überwinde die Einsicht durch die Spielfreude: Unübertroffen und unübertrefflich sind die glatten Seiten von Bodoni.

Das ist die Druckform, die Ziffern in Blei zu fotografieren, habe ich leider vergessen.

— Martin Z. Schröder

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Netzwerk · 21. August 2011

Um gelegentlich schnell ein Bild zu zeigen, benutze ich nun Google+. Facebook habe ich nur eine Stunde lang ausprobiert und es dann mit einiger Mühe fertiggebracht, meinen Account zu löschen. Das ginge bei Google+ zumindest einfacher, und auch sonst fühle ich mich in der Handhabung nicht überfordert. Und verlinkte Personen heißen dort nicht “Freunde”. Hier der Link auf den Nachrichtenstrom, der allerdings langsam fließen wird.

Dieses Bild zeigt die Arbeit an einer Karte mit einem Text von Max Goldt. Weil es mit dem nächsten Buch noch dauert und damit ich als Goldt-Typograf derweil die Übung nicht verliere, drucke ich demnächst ein paar Karten mit kurzen Goldt-Texten.

Aus dem Foto könnte man ein prima Preisrätsel machen, und das will ich hiermit tun. Wer zuerst alle zehn Schriften in der oberen und unteren Reihe oder Zeile beim Namen nennen kann, bekommt eine Sendung von je zwei Exemplaren drei verschiedener noch zu druckender Goldt-Karten. Wer außerdem zuerst die fünf in der Mitte identifiziert, bekommt noch weitere Beigaben aus dem Karten-Repertoire.

— Martin Z. Schröder

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Spielwiese · 13. Juli 2009

Für einen Stammtisch, zu dem drei Herren aus dem Berliner Literaturleben (oder sollte man -wesen sagen?) alle sechs bis acht Wochen in ein Lokal am Prenzlauer Berg einladen (das sich, seit ich als 16jähriger Lehrling gelegentlich darin saß, kaum verändert hat), drucke ich die Einladungen. Die gedruckten und durch Namen handschriftlich ergänzten Einladungen erhöhten die Attraktivität ungemein, sagen die Gastgeber. Die Einladung sieht jedesmal anders aus, zum 5. Jubiläum kam nun eine von den Zierziffern der Schrift Saphir zum Einsatz.

Und die Rückseite gehört mir und meinen Launen. Ich drucke einen Hinweis auf meine Werkstatt und tobe mich mal mehr, mal weniger aus. Diesmal hatte ich keine rechte Idee, aber Lust zum Spielen. Also fügte ich anfangs planlos ein Element zum andern, im Laufe der Druckgänge entsteht dann doch ein Bild. Es entspricht nicht recht meinen Vorstellungen von Typografie. Typografie muß man planen, auch das spielerische Bild. Dieses hier ist dem Zufall zu verdanken: erst sah ich die Katze, die ich “immer schon mal” drucken wollte, dann den Hund, der mir als Gegensatz geeignet erschien, dann fiel mir der Zusammenhang zum Zitat ein, und ich zog den Fisch hinzu (ein stark abgenutzter Holzstich): Hund, Karte, Fisch bilden eine gewisse “Entwurfsvielfalt” ab, wenn diese Geschöpfe wahrscheinlich auch nicht mit der GoldEdition erschaffen wurden. Ich würde diesem Bild den Reiz des Spielerischen zugestehen. Richtig wäre gewesen, erst auf die Idee zu kommen und dann den Entwurf zu planen. Aber das ziellose Spiel entspricht immerhin dem Stammtisch: Man trifft sich dort nicht mit dem Ziel, Geschäfte zu machen, sondern einen netten, eigentlich ziellosen Abend in interessanter Gesellschaft zu verbringen.

Dieses Katzengesicht steht schon seit langer Zeit in meinem Bild-Fundus. Dieser Abdruck ist ein wenig fleckig.

Es ist ein Kunststoff-Klischee, das man Nylo-Print nennt.

In der Vergrößerung sieht man die Rasterpunkte, aus denen sich die Halbtöne des Bildes ergeben. Wenn sich zwischen den Punkten zuviel Farbe festsetzt, muß man das Drucken unterbrechen und die Platten mit Waschbenzin ausbürsten. Im Buchdruckgewerbe wurden Lehrlinge in den ersten Tagen früher gern in andere Abteilungen geschickt: “Hol mal ne Tüte Rasterpunkte!”

— Martin Z. Schröder

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DÜL gestartet · 1. Juli 2009

Neulich habe ich von DÜL berichtet. Der Unternehmensgründung von Gustav aus der Schülergruppe. In mehreren Druckgängen sind die Papiere der Firma nun fertiggestellt worden.
Gustav hatte die Idee, Fahrkarten zu drucken. Ich meinte, das Transportunternehmen, das diese Billetts ausgebe, sollte einen Namen haben.

“Dül”, schlug Gustav vor.

“Was soll das heißen?” fragte ich.

“Dül. Dül heißt Dül, ganz einfach, ist doch klar, was soll es sonst heißen, Dül eben”, erwiderte Gustav.

Ich wandte ein, daß dies als Wortschöpfung keinen Inhalt habe bzw. einen beliebigen. Ob es nicht eine Abkürzung sein könnte, und wenn, wofür?

Gustav mußte nicht lange grübeln. “Deutsche Übersichtslenkung”, schlug er vor.

Und ich spürte sofort, daß wir alle genau diese brauchen. Eine Übersichtslenkung bringt uns dorthin, wohin wir wollen. Eine Deutsche Übersichtslenkung wäre gar in der Lage, die Regierung überflüssig zu machen. Es ist vielleicht nicht ganz demokratisch. Oder alles andere als das. Aber wenn man die Übersicht hat und lenken kann, wozu braucht man das dann noch. DÜL erfüllt unsere Sehnsüchte nach Sicherheit, Gewißheit, heiler Zukunft.

“Könnten wir auf das Ticket auch einen Slogan drucken?”

“Einen was?”

“Einen werbenden Spruch. Haben alle Unternehmen. So was wie: Die Bahn — wir bringen Sie hin. Oder: Mercedes — Ihr guter Stern auf allen Wegen. In der Art.”

“DÜL — Wir bringen Sie auf jeden Stern”, sagte Gustav.

Einstweilen gibt es DÜL nur von Berlin Hauptbahnhof nach Köln Hauptbahnhof, und zwar in Wagen 6. Oder in sechs Wagen. Oder in einem über einer 6 schwebenden Waggon. DÜL legt sich da nicht fest. DÜL rechnet mit der Selbstdeutungskraft der Menschen. Aber man kommt mit DÜL gewiß übersichtlicher und gelenkter nach Köln als ohne.

Und für dieses sichere Gefühl, von DÜL gelenkt zu werden, das sich nur einstellt, wenn man das Ticket besitzt, muß man nur 2 Euro berappen. Das DÜL-Ticket kann man mitbestellen, wenn man etwas anderes ordert und natürlich direkt in der Werkstatt erwerben. DÜL ist einzigartig, DÜL gibt es nur hier. Und die Auflage ist limitiert, 30 Stück oder so. Wer zur deutschen Elite gehören will, kommt ohne das DÜL-Ticket nicht aus. Greifen Sie jetzt zu, schon morgen könnte es zu spät sein, und man muß sich die Beförderung durchs unübersichtliche Leben ungelenkt erschleichen bzw. die von Berlin Hbf. nach Köln Hbf. Und wenn man das Ticket als Postkarte benutzt, denn die Rückseite läßt sich sehr gut beschreiben, kann man einem anderen Menschen Übersicht und Lenkung verschaffen, ist das nicht herrlich?

— Martin Z. Schröder

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Saphire · 27. Mai 2009

Gestern wies mich Hans Reichardt in einem Blog-Kommentar auf die Verhältnisse hin, wie sie sind: Die Saphir ist in allen Graden gleich. Bei den Ziffern handelt es sich um die “Festlichen Ziffern” von Hermann Zapf, extra entworfen für Urkunden u.ä. Anlässe mit feinerer Struktur der Ornamente. Ich war nicht auf die Idee gekommen, daß Sonderfiguren zur Schrift geschaffen worden waren — ich arbeite wohl zu selten mit Zierschriften. Urkunden zu Jubiläen gehören ja nicht zu meinem Tagesgeschäft. Denn ungewöhnlich ist dies nicht. Die blaue Schrift auf dem Foto ist aus dem Alphabet-Buch von Zapf, worin er die Saphir nur sehr am Rande notiert. Es ist freilich für einen Kalligraphen keine bedeutende Schrift, für den Akzidenzdrucker aber doch eine wesentliche Erweiterung, auch wenn er selten auf sie zurückgreifen wird.

Und Georg Kraus sandte mir eine Ansicht der Saphir-Ziffern mit dem Vermerk: zwei 36p-Lettern Saphir-Ziffern, wie sie die Schriftgießerei Stempel heute verkauft.

Da schätze ich mich so recht glücklich, die Festlichen Ziffern erwischt zu haben.

Und habe freilich rasch feststellen können, daß die Buchstaben diese reicheren Ornamente nicht tragen. Dem großen L scheint mir das Gleichgewicht etwas zu fehlen, es könnte, aus der Ferne betrachtet, zum I geraten.

Aus der Ferne betrachtet, fielen mir die diversen Visitenkarten auf, die ich in den letzten Jahren gemacht habe.

Und freilich ist es nur ein Bruchteil, der sich in der Werkstatt zur Schau stellt. Es sind Hunderte von verschiedenen Entwürfen. Schrift, Farbe, Papier, der Kombinationsmöglichkeiten gibt es scheinbar unendliche, auch wenn der größte Teil der Karten zurückhaltend aufgebaut ist. Spannung im kleinen Format erzeugt man mit wenigen Mitteln, denn sie entsteht zwischen den Lettern, auf den unbedruckten Flächen. Gestern beugte sich Eckehart SchumacherGebler über die Galerie und zeigte sich recht entzückt von so mancher Akzidenz, was mich wiederum sehr freute.

Und nun ist ja auch der Farbschnitt noch hinzugekommen. Hier die vier aus der Serie für R.S.V.P., die nun allmählich fertig werden.

Ja, violetter Farbschnitt — ein Stapel muß noch bedruckt werden. Mache ich heute. Zeige ich morgen. Violetter Farbschnitt, violetter Druck, mir ist schon ganz lila. Aber auf grauem Karton entfaltet Violett eine Leuchtkraft, der ich nicht widerstehen kann.

— Martin Z. Schröder

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Berliner Visitenkarten | Nr. 3 · 26. Mai 2009

Eine Visitenkarte für einen Berliner Journalisten, der mit einem “Bilderbuch für Verliebte” Bekanntheit erlangte. Da kann man doch mal einen Goldschnitt ansetzen. Aber Goldschnitt an weißes Papier? Das wäre für einen jungen Mann arg überfeinert, es muß ein Gegengewicht her. Ein bräunlicher Karton mit ein wenig Filznarbung auf der Oberfläche und ein paar feinen, aber lebendigen Fasereinschlüssen. Das Gold am Schnitt ergänzt nur den Ton der Fläche. Und dazu die grobe Schreibmaschinenschrift, denn Journalisten hackten ja zu Tucholskys Zeiten auf solchen rum.

Schreibmaschinenschriften wurden übrigens für Formulare und Reklame gemacht, für gedruckte Zettel, die wie maschinengeschriebene Mitteilungen aussehen sollten. So wie heute Unterschriften mit blauer Farbe gedruckt werden, um dem Reklame-Empfänger vorzumachen, sein Werbewisch sei von jemandem persönlich unterschrieben worden.

Und ein wenig Coolness in den Entwurf: dunkelblauer Druck und — Tucholsky ist ein 90er Jahrgang — die Ziffern der Schrift Saphir zur Bildung einer Schmuckmarke. Die digitale Saphir von Hermann Zapf, die 1953 erstmals in Blei gegossen ward, sieht anders aus. Entweder wurde sie für die Digitalisierung umgearbeitet, oder es gibt mehrere Saphir-Versionen oder meine Bleilettern sind nicht die Saphir. Herrje. Oder, noch eine Möglichkeit, die Digitalisierung ist nach den kleinen Graden gemacht worden, denn in Band 1 der Schriften-Sammlung “Erinnerungen an den Bleisatz” von Kandler ist dieselbe Type zu sehen mit der Angabe der Schriftgröße 20p. Und ich habe hier eine Dreicicero (36p) eingesetzt. Die hat freilich mehr Fläche fürs Ornament. Ich werde mal in meine diversen Zapf-Bücher schauen.

Der Goldschnitt ist dezent, aber wenn man ihn einmal entdeckt hat, weidet sich das Auge an dem schmalen Glitzern. Das Format der Karte liegt mit 50 × 81 mm auch noch im Goldenen Schnitt. Ja, es ginge noch goldener. Mit Handvergoldung oder Golddruck auf der Karte. Nein, ein solches Modell ist nicht vorgesehen. Einstweilen nicht.

— Martin Z. Schröder

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DÜL · 17. Mai 2009

Als in dieser Woche meine jungen Schüler aus der benachbarten Grundschule wieder zu Besuch waren, stöhnte Gustav, er habe keine Idee. Dale setzte an seinem Buch, Johann eine Visitenkarte für seinen Vater, Freyja machte einen Linolschnitt, nur Gustav fiel nichts ein. Dann fiel ihm doch etwas ein. Und das gefällt mir so gut, daß ich ein wenig davon zeige. Ohne heute schon zu sagen, worum es sich handelt. Es wird großartig, dessen bin ich sicher.

Verbunden mit dieser Drucksache, einer klassischen Akzidenz, die zum Kunstwerk werden wird, ist die Gründung eines Unternehmens namens DÜL. Gustav hat auch ein Signet dazu entworfen. Ich habe die Drucksache auch noch einmal skizziert, weil ich Gustav beim nächsten Kurstermin kleine Änderungen im Entwurf vorschlagen möchte. Wie es der Zufall gut mit uns meint, bekam ich kürzlich erst die Schrift Saphir ins Haus.

Die Pünktchen für Ä, Ö und Ü liegen gesondert bei, ich als Schriftsetzer soll mir nun aussuchen, wohin die Trema gesetzt werden?

Das ist keine Aufgabe für einen Schriftsetzer.

Und vielleicht überlasse ich diese Feinheit auch lieber Gustav.

So sieht’s ein bißchen falsch aus, aber interessant.

Das Firmenzeichen habe ich schon mal in Linoleum geschnitten. Ich weiß nicht, wie bedeutend DÜL in Zukunft sein wird, aber DÜL ist etwas, das jeder gut brauchen kann. Vor den Wahlen werden sich die Parteien um DÜL bemühen, aber auch jeder Wirtschaftskapitän würde sich freuen, ein wenig DÜL einsetzen zu dürfen. Und doch hat unser DÜL nur einen bestimmten, klar umrissenen Zweck und ist nur einmal gültig, dafür nach Belieben täglich, wenn man jemanden findet, der diesen Zweck erfüllt.

An meinem Linolschnitt hab ich noch ein wenig korrigiert.

Leider ist mir die Spitze oben abgebrochen. Und das Band ist zu schmal geraten.

Ich bin gespannt, ob Gustav meine Arbeit für DÜL akzeptiert oder es selbst versuchen wird. Es wird ein wenig dauern, bis ich weiter über DÜL berichten kann, denn kommende Woche fällt der Kurs aus Gründen aus. Wer DÜL einsetzt, kennt sogar diese Gründe.

— Martin Z. Schröder

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