Englisch danken im elektrischen Laden
Wiederholt um eine englische Danksagung gebeten, wollte ich mich nicht länger zieren und druckte in einem fast schwarzen Blau auf eine Klappkarte aus Echt Bütten. Das Foto entstand übrigens auf der Schwelle der Druckerey.
Die Bleischrift ist die hier schon mehrfach besprochene und gezeigte Sinfonie von Imre Reiner. Diese und andere Drucksachen sind im eben eröffneten Internet-Laden der Druckerey erhältlich. Voilá!, hier ist er, der Shop LetterpressBerlin.com. Das Geschäft ist ganz frisch und neu, gewissermaßen die Farbe noch nicht trocken. Vorschläge zur Verbesserung läse ich mit größtem Interesse.
Die Thank-you-Karte kann hier bestellt werden. Sie wird mit einem Kuvert ausgeliefert und kostet 2,80 Euro.
Über diesen elektrischen Laden werden übrigens auch die neuen Bücher von Max Goldt verkauft werden, aber das dauert ja noch ein bißchen. Morgen geht die Berichterstattung von der Produktion weiter.
tags: shop, sinfonie, thank you notesKommentare [2]
Silbriges Frontispiz
Ich wage nicht, Arbeitsbilder vom Haupttitel mit Frontispiz als Doppelseite zu zeigen. Ob meine Vorstellung Wirklichkeit wird, ob meine Idee aufgeht, soll das fertige Buch zeigen. Auf diesem Bild ist wieder einmal der Farbkasten des Heidelberger Tiegels zu sehen, in den ich eine mit Violett getönte Silberpaste gestrichen habe.
Im Farbwerk der Walzen und Zylinder wird die Masse glatt, und es sieht hier so aus, als würde mit Stahl- statt Gummiwalzen gedruckt. Komische Phantasie: Stahlwalzen auf Bleilettern. Das wäre arg.
Aber auf diese kostbaren Ornamente lasse ich kein Metall, das ist klar. Das Frontispiz soll ein Kachelfragment darstellen. (Frontispiz nennt man die dem Haupttitel gegenüberliegende Illustration.) Eine Ruine schöner Fläche, die der Baustelle des Titelblattes entgegensteht.
So sieht der Satz gedruckt aus. Der Glanz wird noch etwas schwinden, wenn die Farbe ganz trocken ist. Das macht aber nichts, eine zarte Andeutung genügt vollkommen.
Und weil es sich ja um ein Märchenschloß handelt, liegt auf dem Frontispiz auch noch ein Krönchen herum. Golden wollt ich es nicht färben. Erstens ist es sehr schwierig, zu dem Namen des Autors, Goldt, goldene Farbe zu stellen, ohne sich der Plumpheit verdächtig zu machen, und zweitens soll die Seite eine zarte Ferne andeuten. Wie immer, hat der Titel des Buches nichts mit seinem Inhalt zu tun, sondern ist als eigenständiger Text anzusehen und wird typografisch so behandelt. Der Umschlag soll dann wieder ganz anders aussehen. Romantik schwebt mir vor. Das hat aber noch etwas Zeit.
Kommentare [1]
Haufenweise Goldtseiten
In diversen Ecken der Werkstatt liegen kleine Stapel herum. Wenn man zu viele Bogen zum Turm stapelt, kann die frische Farbe in den unteren Lagen auf die Rückseite des darüberliegenden Bogens abziehen. Das wäre katastrophal.
Nach zwei Tagen sind die Bogen ausreichend durchgetrocknet. Wenn alle vier Seiten eines Druckbogens fertig sind, werden sie in Kartons verpackt und nehmen nicht mehr ganz so viel Fläche weg. Ich sehe frohgemut dem Tag entgegen, an dem ich alles in die Buchbinderei schicken kann.
