Drucken vom Bleisatz für Goethes Zukunft
Eine Karte zum neuen Jahr druckt man mit etwas Muße im Herbst, nicht erst vor Weihnachten, wenn ohnehin viel zu tun ist. Satzschrift ist die Garamond. Und Goethes Wahlverwandtschaften erweisen sich wieder einmal als randvolle Schatztruhe. Ein Foto der kompletten Karte muß der Fotograf noch machen. Hier einstweilen ein Bild der Rückseite.
Die goldene Farbe hatte ich ja schon am 8. Oktober gedruckt. Vier Druckgänge wird die Karte durchlaufen.
tags: goetheKarte zum Jahreswechsel von 2007 zu 2008 (vergriffen)
Ausverkauft. Ein neues Angebot folgt im Herbst 2008.
Hier die komplette Neujahrskarte, eine Klappkarte in Echt Bütten. Auf der ersten Seite dreifarbiger Druck: Goldenes Ornament, Schrift in eigens angemischten Grün- und Blautönen. Innen ist die Karte unbedruckt, auf der Rückseite steht ein Impressum mit dem Hinweis auf Goethe als Autor. Die Karte wurde in einer Auflage von 250 Stück auf der Handpresse gedruckt.
Wir verkaufen sie zum Stückpreis von 2,70 Euro inklusive gefüttertes Kuvert aus Echt Bütten und inklusive Mehrwertsteuer, nur das Porto käme hinzu, wenn Sie unsere Werkstatt nicht selbst aufsuchen können. Wir liefern, solange der Vorrat reicht. Ein Nachdruck ist nicht vorgesehen, weil ich mich nicht gern typografisch zitiere, die Auflage ist also limitiert. Unter Kontakt (links, letzter Knopf) finden Sie die Adresse des Hauses.
Auf Wunsch können wir in die Karten etwas eindrucken, aber womöglich wäre dann eine eigene Komplettanfertigung in Erwägung zu ziehen. Diese bitte ich Sie übrigens rechtzeitig zu avisieren, denn ab November beginnt wieder das schöne Drucken feiner Weihnachtsgeschenke und verlängert sich die Produktionszeit.
Und weil die Sonne so schön schien, hat der Fotograf noch eine Karte mit einem Text von Adolf Glaßbrenner, unserm bekanntesten Berliner Volksdichter, abgelichtet. Schriften: Excelsior (Englische Schreibschrift) und Futura mager. Ebenfalls auf Echt Bütten im schmalen Damenformat und als Klappkarte. Hier war die Auflage deutlich kleiner, diese Karte
(mit gefüttertem Echt-Bütten-Kuvert) kostet deshalb mehr: 4,20 Euro inkl. MWSt. zuzügl. Versand.
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Ein Telefon aus Blei
Besonders reizvoll am Buchdruckverfahren ist die Lebendigkeit des Druckbildes.
Jede Type hat ein Eigenleben. Immer wieder werden die Lettern gesetzt, gedruckt und wieder in den Setzkasten abgelegt. So trägt jede Letter mit den Jahren eigene Spuren davon. Buchstaben werden zu Persönlichkeiten. Bleischriften können, je nach Gebrauch, über 100 Jahre alt werden. Dieses Telefonsymbol (rote Druckform) ist noch jung, etwa seit fünf Jahren in Gebrauch. Die drei w und die Ziffern (hier aus der klassizistischen Walbaum von 1803) aber haben schon einige Jahrzehnte auf dem Korpus, an denSerifen (Füßchen) der “w” kann man es erkennen; die Ziffern haben sich noch gut
gehalten. Man könnte nun, wenn sich dieses Bild aus dem Setzkasten verallgemeinern ließe, spekulieren, daß die Schrift kaum für Akzidenzen wie Visitenkarten eingesetzt wurde, also Postleitzahlen und Telefonnummern selten gesetzt wurden. So lernt noch der Setzkasten zu sprechen.
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