Ein wirklich stattlicher Mann gibt ein Preisrätsel auf
Soeben bei SuKuLTuR erschienen ist dieses Heftchen namens “Wenn ein wirklich stattlicher Mann Studenten unterrichtet” mit einer den regelmäßigen Blog-Lesern bereits bekannten, nun kräftig überarbeiteten Geschichte, das (also das Heftchen, welches) eine eigene Geschichte hat, welche (also wiederum diejenige, welche eben) der (jener) Heftchen-Verleger Marc Degens aufschrieb. So wirr ist das Heftchen nicht geschrieben! Viel besser ist es, natürlich.
Die Titel-Grafik ist vollständig im Bleisatz entstanden. Das Zierstück, auf das die erhobene Hand weist, entstammt dem Material der Eremiten-Presse, dessen Übernahme ich schon mehrfach erwähnte. Der Kopf des Mannes ist eine gedrehte Letter, ein Ö. Und die Zuhörer dieses Lehrers, die ihn da von unten anglotzen, sind Ä, Ö und Ü aus verschiedenen Schriften. Es sind sieben Lettern aus sechs Schriften.
Hier der fotografische Beweis. Wobei “Bleisatz” die Verwendung von Messinglinien in Armen und Beinen nicht ausschließt.
Ü, Ö, Ä, Ö. Vier verschiedene Schriften auf diesem Foto.
Neben dem Reproabzug für die Titel-Illustration sind auch zehn Abzüge auf Echt Bütten (Rundsieb-Bütten von Zerkall mit vierseitigem Büttenrand) im Format 113 × 175 mm entstanden. Von diesen Abzügen sind fünf für den Verkauf vorgesehen, einer kostet 20,00 Euro. Signiert und numeriert.
Zwei Abzüge aber bilden zwei Preise des Preisrätsels, nämlich für die Absender der ersten beiden richtigen Antworten auf die Preisfrage: Wie heißen die sechs verschiedenen Schriften? Oder ist die Frage abstrus schwer? Nur was für Experten? Ja. Ist doch auch mal schön, eine Preisfrage nur für Experten. (Lösung am Ende des Eintrages, ganz unten.)
Das Heftchen ist in der Druckerey zu bekommen.
Auch das nebenstehend abgebildete mit dem Titel “Rausrieselnde Holzwolle”, das 2005 erschien, ein paar Text-Miniaturen von mir enthält und das Barbara Wrede illustriert hat. (Barbara Wrede stellt zur Zeit in Ingolstadt aus, der Kulturkanal sprach mit der Künstlerin, und direkt zum MP3 der Sendung geht es hier.)
Verkaufspreis je Heft: 1 Euro. Versand: 1 Euro für ein Heft, 1,55 für zwei. Vorkasse. Diese Kleinigkeiten sind wohl am besten zu ordern als Beilage zu einer anderen Bestellung. Man kann die Heftchen aber auch am Automaten ziehen.
Nachtrag Das Rätsel ist gelöst und der Preis geht an PB in S. und FH in B. — Wie heißt es auf einer Postkarte, die ich einst mit Texten von Max Goldt bedruckte, welcher neue Sprüche für Poststempel vorschlug: “Schließe deine Wissenslücken an der Uni von Saarbrücken!”
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Mark Twain grüßt aus Heidelberg
In der Mustermappe der Druckerey lag bisher ein Kartenmodell Truman Capote, das dem neuen typografisch gleicht. Nur das Kuvert hat einen zusätzlichen Schnörkel bekommen. Und das neue Modell ist auf einem anderen Karton gedruckt. Nämlich “Crown Mill Pure Cotton” (also ganz von Baumwolle gemacht) aus der belgischen Papiermühle Pelletier.
Gesetzt wurde aus der halbfetten Walbaum, links in Versalien der Name, rechts in gewöhnlicher Schreibung der Ort mit einem Komma. Klassische Briefkarte. Wenn man sie einmal hat, mag man sie nicht mehr entbehren für die stilvollen Kurznachrichten.
Mark Twain, gelernter Schriftsetzer, äußert sich in seinen Reisebeschreibungen begeistert über Heidelberg. Er war zwar auch einige Monate in Berlin, aber in Berlin bin ich ja schon, das muß ich nicht immerzu drucken. Heidelberg klingt außerdem sehr gemütlich.
Heidelberg in Walbaum-Antiqua halbfett, Petit (8 Punkt).
Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren, / in einer lauen Sommernacht, / ich war verliebt bis über beide Ohren / und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht. / Und als wir Abschied nahmen vor den Toren / beim letzten Kuß, da hab ich’s klar erkannt: / daß ich mein Herz in Heidelberg verloren. / Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand.
Der Baumwollkarton ist mit der Feder sehr gut beschreibbar.
Und der Schnörkel unter den Initialen auf der Klappe des Kuverts gehörte zum Bestand der Eremiten-Presse (ich berichtete.)
Das Muster-Kuvert ist mit rotem Seidenpapier gefüttert, lieferbar sind die Kuverts auch mit dunkelgrünem und dunkelblauem Futter; für größere Mengen (ich glaube, schon ab 1000 Stück) gibt es eine große Auswahl von Futterfarben. Ob es sich hierbei um eine Geschenkidee handeln könnte? Weil Weihnachten naht? Wohl!
Allerdings kann man eine solche Anfertigung nicht selber behalten, weil ja der Name des zu Beschenkenden drauf gedruckt wird. Gleich zwei Aufträge zu platzieren, kommt billiger, weil ich weniger Aufwand habe mit der Maschineneinrichtung.
tags: briefkarte, briefpapier, korrespondenzausstattung, letterpress, pelletierKreuzspinne und Kreuzschnabel!
Verflixt und zugenäht!
Ein Schnupfen!
Himmeldonnerwetter!
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