Goethes Kugel, Goethes Glück · 6. November 2017

Hans-Joachim Behrendt schuf diesen Stich vor vielen Jahren für ein Kinderbuch mit Goethe-Gedichten. Das Buch erschien entweder im Altberliner Verlag Lucie Groszer oder im Kinderbuchverlag Berlin; leider konnten wir das bisher nicht ermitteln. Der Künstler hat den Stich etwas verfeinert und aufgehellt und mir für eine neue Auflage überlassen. (Zum Online-Shop geht es hier.)

Und mit seinem Einverständnis habe ich zwei Goethe-Texte dazu gesetzt, die mir passend erschienen. Weil ich mich nicht für einen der beiden Texte und für eine der beiden Druckfarben entscheiden konnte, habe ich zwei Karten gedruckt. Gesetzt aus der Garamond und Garamond kursiv von der Schriftgießerei Typoart Leipzig.

Die Zurichtung der Form war recht einfach. Weil einerseits das Holz ein wenig arbeitet, auch wenn es ein altes Buchsbaumholz ist, und weil der Druckstock, wie wir den Holzstich als »Druckplatte« bezeichnen, nie ganz plan sein kann, aber auch, weil Flächen mehr physischen Druck benötigen als helle filigrane Bildpartien, wird hinter den Aufzug, also gegenüber des Druckstockes, mit Seidenpapier eine uneben Fläche aufgebaut, die die Unebenheiten des Holzes ausgleicht und den Druck auf die dunklen Partien verstärkt.

Das Seidenpapier wird dafür in verschiedenen Stärken verwendet. Manche Bogen sind so zart, daß man ein Buch dadurch lesen könnte. Und dieses Papier muß fein gerissen werden, weil Schnittkanten sich im Druckbild zeigen würden. Aber bei diesem Druckstock dauerte die Zurichtung »nur« drei Stunden. Mit anderen Formen habe ich schon doppelt so viel Zeit für den guten Druck zugebracht. Auf der Rückseite sollte nur wenig Schattierung zu sehen sein, auf keinen Fall eine starke Prägung, denn der Holzstich soll nicht vorzeitig abgenutzt werden.

Ebenso entscheidend sind die Geschwindigkeit, mit der die Walzen den Stock einfärben, sowie die Konsistenz der Farbe, die nicht zu fest und nicht zu flüssig sein darf. Wir sprechen von kurzen oder strengen und von langen Farben. Damit ist gemeint, daß lange Farben bei der Entnahme mit dem Spachtel einen Faden ziehen, strenge (kurze) Farben unmittelbar abreißen. Mit Firnis macht man Farbe länger, mit Bologneser Kreide oder Magnesium werden die Farben strenger und trockener. Das ändert natürlich auch den Ausdruck der Farbe. Wird die Farbe mit Magnesium trocken gemacht, verliert sie auch an Intensität. Wird zuviel Firnis hineingegeben, kann die Farbe beim Trocknen das Öl ausbluten, dann bilden sich fettiger Ränder. Für den Holzstichdruck bevorzuge ich lange Farben bei möglichst geringem Farbauftrag, damit die Farbe nicht in die weißen Spalte fließt, und langsame Maschinengeschwindigkeit, damit die Farbe nicht abreißt.

In der Vergrößerung sieht man hier recht gut den Randausgleich im Handsatz. Gutenberg hat ihn schon den Handschriften nachgeahmt, er geriet dann außer Beachtung, und Jan Tschichold hat ihn noch im Zeitalter des maschinellen Bleisatzes recht vergeblich wieder eingefordert. Digital kann heute der Randausgleich leicht hergestellt werden.

Im Bleisatz ist es schwieriger. Man kann schlecht winzige Spatien, also nichtdruckende Teilchen vor die Zeilen legen, weil diese bei der Verarbeitung der Kolumne allzu leicht abfallen würden. Wie hier im Bild gezeigt, werden größere nichtdruckende Quadraten und Spatien verwendet. Auf der linken Seite der Kolumne ist nur das »v« ein wenig aus der Satzkante herausgezogen. (Der Satz steht kopf, weil wir Schriftsetzer von links nach rechts lesen. Aus »oben« wird »unten«.)

Auf der rechten Seite sind es zwei Bindestriche, die aus der Satzkante herausgeschoben wurden. In der Vergrößerung fällt das sogar auf, obwohl es sich nur um eine Verschiebung von anderthalb Punkt handelt – das ist ein guter halber Millimeter. Auffallen soll der Randausgleich niemandem. Um zu beurteilen, ob der Randausgleich gelungen ist, muß man den gedruckten Text in Originalgröße anschauen und keine Makroaufnahmen vom Satz.

Deshalb steht hier noch ein Foto, das den ganzen Druckbogen mit den Händen des Druckers zeigt. Der Randausgleich ist gelungen, wenn an der Satzkante weder Dellen nach innen noch Spitzen nach außen auffallen. Auffälliger Textsatz ist, wenn es sich nicht um künstlerische Absichten handelt, kein gelungener Satz.

In derselben Woche, in der ich den alten Stich druckte, war Hans-Joachim Behrendt in der Werkstatt für einen anderen Stich, den er während der Einrichtung der Maschine noch einmal ein wenig bearbeitete und eine Schraffur ergänzte. Ohne das gewohnte Mikroskop fiel die Arbeit etwas schwerer.

— Martin Z. Schröder

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Der Poet – ein Holzstich von Hans-Joachim Behrendt · 1. März 2017

Anläßlich einer Ausstellung von Werken von Hans-Joachim Behrendt in dem im Jahr 2008 von Pierre Becker gegründeten Design-Studio TA-TRUNG (Link zeigt Bilder der Ausstellungseröffnung) in Berlin-Mitte druckte ich einen Holzstich Behrendts nach, der neben anderen vor fast fünfzig Jahren angefertigt wurde für eine illustrierte Ausgabe des von Gerhard Wolf zusammengestellten »Dreistrophenkalender« des wunderbaren Dichters Georg Maurer.

Der Künstler hat den Stich überarbeitet, beispielsweise die regnende Wolke etwas aufgehellt. Es ist in der Holzstichgeschichte wahrhaftig ungewöhnlich, daß ein Künstler nach so langer Zeit einen Stich überarbeitet für eine neue Auflage. Auf dem Foto sieht man neben dem Buch zwei Kontrollabzüge.

Holzstich zu drucken, ist eine anspruchsvolle Arbeit. Das Druckbild soll so wiedergegeben werden, wie es sich der Holzstecher vorgestellt hat. Technisch ist es nicht zu schwer, sofern man vom Künstler geprüfte Handabzüge aus der Werkstatt des Künstlers zur Kontrolle hat und nicht den Stock untersuchen muß, wo Schraffuren stehen und wo Flächen und wie groß kleine Punkte sind. Es kommt darauf an, daß alle, auch die kleinsten weißen Stellen weiß bleiben und nicht mit Farbe zulaufen. Es gibt in jedem Bild empfindliche kleinste Punkte, die man dazu als Referenz für Farbauftrag und Preßdruck im Auge behält. In diesem Stich sind es die Augen des Einflüsterers, in denen winzige Lichtreflexe weiß erhalten bleiben müssen. Der Drucker muß dafür die Farbe in einen günstigen Zustand versetzen. Er macht sie dünner mit speziellem Drucköl oder fester mit Bologneser Kreide oder gummiartigen Zusatzstoffen. Jeder Zusatzstoff vermindert den Anteil der Pigmente, deshalb muß man sehr sorgfältig damit umgehen und sich mit winzigen Mengen an den Idealzustand der Farbe herantasten. Ich habe von Herrn Behrendt inzwischen gelernt, worauf es ankommt. Beeinflußt wird der Farbauftrag auch von den Walzen und dem Druckvorgang selbst, nämlich vom Zustand der Walzen (sie dürfen keine Patina haben, die die Farbe abstößt), davon, wie oft die Walzen über den Stock rollen (nicht rutschen dürfend), auch von der Geschwindigkeit des Abrollens und natürlich von der Menge der Farbe. Die Konsistenz der Farbe ändert sich mit ihrer Bewegung. Man läßt die Maschine gut einlaufen, so daß die Farbe geschmeidig wird. Mit dem Preßdruck ist man sparsam, damit der Stock, wenn er auch aus Hartholz ist, nicht abgequetscht wird. Es darf also nicht geprägt werden, sondern der Druck muß durch die Zurichtung so ausgewogen sein, daß Flächen und niedrige Stellen (Holz arbeitet) den meisten Druck bekommen und nicht die Außenränder, wie es physikalisch von allein geschieht, wenn eine harte Fläche auf eine weiche drückt.

Das ist der Holzstich. Auch Druckstock genannt.

Hinter den Stock wird Material gelegt, um ihn auf Schrifthöhe zu bringen. Es gibt flache Stöcke, die auf Metall aufgeklebt werden müssen, andere benötigen Papierschichten. Bei der Gelegenheit wird der Stock (oftmals mehr oder weniger verzogen und so gut wie nie rechtwinklig) auch parallel gestellt zum Aufzug.

Man tastet sich Papierfetzchen für Papierfetzchen an ein Druckbild mit gleichmäßig schwachen Außenkanten heran.

Nun wird auf der Gegenseite, dem Tiegel, ein doppelter Aufzug angebracht und auf dem unteren vorsichtig das Druckbild abgezogen. So kann man später die Zurichtung aus Seidenpapier genau aufkleben – unter den abdeckenden Aufzug, der glatt und straff darüber gezogen wird. Manchmal wird dieser Aufzug auch angefeuchtet, damit er besonders eng anliegt und den Druckbogen nicht hebt. Diesen angefeuchteten Aufzug, der beim Trocknen straff wird, heißt man auch einen»nassen Straffen«. Ich habe es noch nie probiert und kenne das nur aus Büchern. Falls ein Kollege dies liest und mich gern aufklären möchte, wie man den Aufzug anfeuchtet (im Stapel über Nacht wie Papier für den Tiefdruck oder einfach nur mit einem Schwamm, vor oder nach dem Zurichten und wie lange er zum Trocknen braucht, um sich zu straffen), würde es mich freuen.

Auch wenn das Foto unscharf ist, erkennt man doch einige von den Seidenpapieren, die sich auch überlappen. Sie dürfen nicht geschnitten werden, weil scharfe Schnittkanten, womöglich mit einem Grat, sich im Druckbild zeigen würden. Auch präzise gesetzte Seidenpapierstücken werden gerissen, wie hier die Gesichtszeichnung der Augen. Das braucht natürlich alles viel Zeit, gelegentlich auch zwei oder mehr Versuche für eine Stelle. Das Zurichten heißt, die Schwachstellen des Bildes mit der Lupe aufzuspüren und auszugleichen. Volle Tonflächen ohne Schraffur sollen manchmal schwarz sein, nämlich wenn sie für einen schönen Bildkontrast nötig sind und helle Stellen zum Strahlen bringen sollen. Manchmal ist es aber auch reizvoll, die Volltonflächen etwas aufreißen zu lassen und einen leichten Grauschleier zu bewirken. Der Drucker sollte also den Künstler und dessen Bildsprache, auch seine Absichten und Wünsche ein wenig kennen.

Das Original wurde gedruckt auf Echt Bütten von Zerkall. Das ist ein echtes Vergé mit Wasserlinien, die bei schwachem Preßdruck sichtbar werden. Die Rippen dagegen, die vom Schöpfsieb in der Durchsicht des mit Steinen polierten und sehr glatten Papiers deutlich zu sehen sind, beeinflussen das Druckbild nicht. Das unterscheidet echtes Vergé von dem heute lieferbaren gerippten Papier, dessen Rippenstruktur durch Walzenprägung in die nasse Bahn eingebracht wird und die Oberfläche rippt und aufrauht. Die Qualität des Druckbildes kann ich in einem komprimierten Foto für das Internet kaum wiedergeben. Die Druckauflage von etwa 80 Exemplaren wurde von Hans-Joachim Behrendt kontrolliert und signiert. Die Druckqualität schwankt etwas, es gibt hellere und kräftigere Drucke. Bei einer so kleinen Auflage bekomme ich einen Heidelberger Tiegel nicht zu einem gleichmäßig befriedigenden Farbauftrag. Den hätte ich nach vielleicht 200 Drucken allmählich eingestellt. Aber alle Abzüge genügen den Ansprüchen des Künstlers, sonst hätte er seine Unterschrift nicht dafür gegeben. Schlechte, vor allem zu dunkle Drucke habe ich vorher aussortiert.

Aus der Bildvergrößerung läßt sich ahnen, wie fein Hans-Joachim Behrendt sticht (unter dem Mikroskop) und wie genau und wie oft der Drucker das Bild prüft (ich tue das mit einem sog. Aplanat, einer verzerrungsfreien und farbechten Lupe, auch das war eine Lehre von H.-J. Behrendt).

In der Maurer-Ausgabe wurde der Stich vom Künstler koloriert, dann aber leider erstens gekontert (seitenverkehrt gedruckt) und zweitens auch noch vergrößert, was für Druckgrafik ein völliger Unsinn, ein banausisches Tun ist, weil die feinen Reize des Details vergröbert werden und die Reproduktion, die ohnehin unter der Umsetzung ins gerasterte Offsetdruckverfahren leidet, somit weitgehend scheitert. Dieses nebenstehende Bild habe ich mit Buntstiften koloriert. Es wurde zur Eröffnung verkauft und dazu vom Holzstecher (der Gefallen daran fand) und von mir signiert. Mir hat das ein großes Vergnügen bereitet; und daß jemand den nur zur Ansicht ausgestellten Druck kauft, hatte ich nicht erwartet, umso mehr hat es mich gefreut. (Das Bild wurde rasch mit dem Handy aufgenommen, deshalb der Rotstich.)

Ich habe gleich einen neuen koloriert, der natürlich etwas anders ausgefallen ist. »Malen nach Zahlen« wäre mir zu stupide, dazu wird man mich nicht bekommen. In diesem Bild muß man sich schon überlegen, welche Elemente wie farblich zusammengestellt werden sollen. Es gibt dafür sehr viele Möglichkeiten.

Dies sind zwei Vergrößerungen.

In den nächsten Tagen werde ich diesen Stich, sowohl die Originaldrucke als auch den kolorierten, in den Online-Shop stecken. Der Preis für die Druckgrafik wird bei vielleicht 25 Euro liegen, das kolorierte Bild wird um 50 kosten. Immer wenn ein koloriertes verkauft ist, mache ich ein neues. Ich empfehle aber durchaus, es selbst einmal zu versuchen. Man kann ja zwei Stiche kaufen, falls es mißlingt. Oder sich eine Kopie ziehen für die ersten Versuche. Interessant wird es übrigens mit Aquarellfarben. Denn der Buntstift dämpft die dunkle Druckfarbe, wo er sie übermalt. Die Farbe auf Wasserbasis geht nicht auf die fetthaltige Druckfarbe und läßt sich deshalb scharf abgrenzen.

— Martin Z. Schröder

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Vortrag am 19. April und neue alte Holzstiche · 16. April 2016

Am Dienstag, dem 19. April um 19.30 Uhr im La Marmite, Wein-Bistro in Berlin-Steglitz, Schützenstraße 3, unweit von U- und S-Bahnhof Rathaus Steglitz halte ich in gemütlichem Ambiente einen Vortrag zu meinem Buch, der »Stilkunde der kleinen Drucksachen«. Weil sich das Buch nur passagenweise zum Vortrag eignet, kommen weitere, auch unveröffentlichte Texte zu Gehör. Ich spreche über Farben in Drucksachen, lege die Theorie des richtigen Zuklebens von Briefumschlägen mit Naßklebung dar, breite einige Zettel aus dem Zettelkasten zum Buch aus, gebe Einblick ins Nähkästchen der Typografie und Stilkunde, worin Mittelscheitel, gläserne Badewannen und Möbel aus Hirschgeweihen Erwähnung finden und spreche auch über die Kommunikation mit Schwiegermüttern und die Unterrichtung von Design-Studenten. Trocken werden kann es nicht, denn in der Weinbar La Marmite werden köstliche Getränke offeriert.

Inzwischen habe ich weitere Karten mit Holzstichen von Hans-Joachim Behrendt gedruckt. Darunter zwei einer aus sechs Motiven bestehenden Serie, die unter dem Namen »Rendezvous« Ende der 1960er Jahre im Verlag Karl Quarch Leipzig erschien und mehrfach wiederaufgelegt wurde. Heute mit Glück antiquarisch zu finden. In meinem Exemplar von 1973 sind die Stiche allerdings nicht sonderlich gut gedruckt, sondern etwas zugelaufen.

Behrendt hat die Stiche nun noch etwas überarbeitet, etwas aufgehellt und Details weiter geöffnet, so daß die Gefahr des Zulaufens mit Farbe gebannt wurde.

Die Karten stehen schon im Online-Shop zum Kauf bereit.

Die Stöcke nehme ich nicht nur mit größter Umsicht zu Hand, sondern auch ehrfürchtig vor Bewunderung. Wer diese Fotos der Druckstöcke sieht, wird das verstehen. Bei der Verarbeitung dürfen die Holzstöcke natürlich keinen Kratzer bekommen.

Das Eselpaar ist auch fertig gedruckt. In den nächsten Tagen folgen noch Löwe und Reh, auf Katze und Igel müssen wir noch etwas länger warten, denn die Stöcke dieser Motive werden noch überarbeitet.

Außerdem gibt es noch zwei Karten mit einem aus dem Laub zwitschernden Vogel. Das war einst eine Eck-Vignette, die einst ursprünglich gedreht und gespiegelt auf einem Vorsatzpapier in vier Ecken gedruckt wurde. Ich habe mit freundlicher Erlaubnis von Hans-Joachim Behrendt grüne Druckfarbe verwendet und eine zweite Version mit einem zusätzlichen Glückwunsch-Text bedruckt.

— Martin Z. Schröder

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Holzstiche von Hans-Joachim Behrendt · 4. Januar 2016

Meinem Vorschlag, eine Reihe von in Holz gestochenen Vignetten und Illustrationen neu aufzulegen, ist Hans-Joachim Behrendt gern gefolgt. Die ersten sechs Arbeiten habe ich im Dezember 2015 gedruckt, in den nächsten Wochen werden weitere hinzukommen. Sie sind im Online-Shop in einer eigenen Rubrik erhältlich.

Die Stiche wurden von den hier abgebildeten Originalholzstöcken auf ein hochglattes, 250g/qm schweres Feinpapier als Klappkarte gedruckt. Format geschlossen: 148 zu 105 mm. Die Karten werden mit einem Kuvert ausgeliefert.

Das Steckenpferd

Die Rose

Der treue Hund

Der Bücherwurm

Der lesende Rabe

Der bibliophile Marabu

Weitere werden folgen.

— Martin Z. Schröder

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Holzstich-Exlibris von Hans-Joachim Behrendt · 17. August 2015

Im Februar hatte ich den ersten Probedruck des Exlibris von Hans-Joachmim Behrendt gezeigt, das er für mich entworfen und gestochen hat. Im Juli war der Künstler nun mit dem fertigen Stock in meiner Werkstatt, und wir haben gemeinsam eine Auflage von etwas über 300 Exemplaren gedruckt.

Die ersten beiden Fotos zeigen noch einmal die Studien, die der Künstler zur Planung des Bildes gezeichnet hatte.

Hier sieht man den Holzstock, auf den mit weißer und schwarzer Tusche das Motiv aufgetragen wurde.

Und dieses ist nun die fertige Arbeit. Insgesamt versammeln sich hier siebzehn Fabelwesen und Tiere um das Wappentier meiner Werkstatt. Der Bär hat den Degen abgelegt, die Brille aufgesetzt und sein Pfeifchen angezündet und liest aus einem seiner (oder meiner) wichtigsten und schönsten Bücher vor, den Essays von Montaigne.

Wir haben sieben Stunden mit der Zurichtung der Druckform zugebracht, bis das, was schwarz sein sollte, schwarz war und die winzigsten weißen Punkte nicht mit Farbe zuliefen. Nach den ersten fünf Stunden hat der Künstler noch einmal das Mikroskop ausgepackt und einige zu flache Stellen vertieft. Das Drucken selbst, die 300 Exemplare, war nach einer guten Viertelstunde erledigt.

Die Bleistiftspitze zeigt auf den Tampen, den Vorläufer der Druckwalze, wie er von den Frühdruckern verwendet wurde und bis heute im Druckerwappen zu sehen ist.

Dieses ist der hölzerne Druckstock, in den Hans-Joachmim Behrendt das Motiv gestochen hat. Er paßt auf eine Handfläche.

Hier eine Vergrößerung desselben.

Und der Abdruck dieses Ausschnittes.

Ich bin überglücklich, ein solches Kunstwerk in Auftrag gegeben zu haben. Der Künstler meinte, er habe noch nie so viele Wesen auf einem Bild untergebracht. Ist es nicht erstaunlich lebendig geworden? Ich halte es für eine bedeutende Meisterschaft, daß all diese Tiere so lebendig geworden sind und ihren eigenen Persönlichkeiten aus ihrer Darstellung sprechen. Die gelassene, müde Souveränität des König Löwen, das Unwohlsein des Hasen in der füchslichen Umarmung. Die ernsthafte Fürsorglichkeit von Pan, dem Gott des Waldes, und die Klugheit im schönen Gesicht des Einhorns. Im Foto läßt sich die Schönheit dieser Arbeit, auch ihr Reichtum, nicht vollendet übertragen. Der Originaldruck ist freilich viel schärfer und kontrastreicher.

— Martin Z. Schröder

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Der Bär mit seinen Freunden · 18. Februar 2015

Es ist eine Zeit her, daß ich mir von Hans-Joachim Behrendt ein Exlibris wünschte. Im Mai vergangenen Jahres zeigte er mir anläßlich seines Besuches erste Studien der einzelnen Tiere und Pflanzen. Ich hatte mir einige Tiere gewünscht, auch ein Einhorn.

Es gab auch einen Entwurf für die gesamte Anlage. Oben zwischen Einhorn und Pan sieht man den Turm, in dem Montaigne seine Essays schrieb. Derselbe Bär, der auch in meiner Druckermarke von Behrendt steht, sollte aus einem Buch von Montaigne vorlesen und, wie auch ich gelegentlich, eine Lesebrille tragen.

Im November bekam ich ein Foto von der Tuschezeichnung auf dem grundierten Holzstock. Der Künstler zeichnet und sticht seitenverkehrt, damit das Bild seitenrichtig gedruckt wird.

Gestern nun kam einer der zahlreichen Probeabzüge, die zwischen den Arbeitsschritten gemacht werden. Ich kann meiner Bewunderung und meiner Freude, meiner Faszination und einem Gefühl des geschenkten Reichtums kaum Worte geben.
Statt dessen möchte ich auf die Details aufmerksam machen, soweit ich sie erkenne. Links oben ein Einhorn mit den schönsten Augen und dem weisesten Audruck, die ich mir nur denken kann. Rechts spielt Pan, der Gott des Waldes auf seiner Flöte. Oberhalb des König Löwen, dem seine eigene Lektüre beim Zuhören entglitten ist, der Hahn als französisches Wappentier und ein Pfau. Im hohlen Baum sitzt ein Kauz, links und rechts neben ihm die Ohren des Waldes nach Hieronymus Bosch (die Vorlage liegt im Berliner Kupferstichkabinett). Welcher Vogel sich auf dem Hirschgeweih niedergelassen hat, werde ich noch erfragen. Der Luchs scheint gerade angekommen zu sein und betrachtet die ganze Gesellschaft. Links unten fühlt sich ein Hase etwas unwohl in der Umarmung eines seine Zuneigung überdeutlich zeigenden Fuches. Ein Rabe sortiert die mein Mittelinitial formenden Kastanien, beobachtet von einer sich zum S ringelnden Schlange. Rechts beäugt ein Storch den Frosch, der aus einem Tümpel lugt. Eine Schnecke sitzt auf einer der Bleilettern im Vordergrund und richtet ihre Stielaugen zum Vorleser. Zwischen S und I am linken Rand hängt ein Aldus-Blatt, das nach Aldus Manutius benannte Schmuckzeichen der Buchdrucker. Die Bleilettern stehen derart, daß der in der Mitte auf einen Baumstumpf gelehnte und aus Montaignes Essays vorlesende Bär sie so sehen kann, wie ein Schriftsetzer seine Lettern, kopfstehend in Spiegelschrift.

Seinen Schweizerdegen hat der eine Pfeife rauchende Bär abgegürtet und auf dem Schoß abgelegt. Das Streichholz deutet auf des Bären Druckertampen, jenen Vorläufer der Druckwalze, den die mittelalterlichen Drucker zum Einfärben des Druckstockes benutzten und der im Druckerwappen von einem Greifen gehalten wird. Das Streichholz auf dem Foto läßt die Größe des gesamten Bildes erkennen, es paßt in eine Handfläche. Hans-Joachim Behrendt sticht seine phantastisch reichen Miniaturen unter dem Mikroskop.

Was mich an dieser Kunst so fasziniert, ist nicht allein die handwerkliche Kunstfertigkeit, das Mienenspiel in der Miniatur, sondern die mit dieser Geschicklichkeit erzeugte Atmosphäre. Hier ist ein Moment wie auf einer Fotografie festgehalten. Es treffen sich lauter eigene Charaktere, starke Individuen, die in ihrem Alltag Begegnungen vermeiden, Freßfeinde. Die Machtverhältnisse sind durchaus sichtbar, die Souveränität eines im Moment satten, etwas müden und gern zuhörenden Königs, der, wenn ihn hungert, als Raubtier durch die Gegend schleicht. Jetzt faßt auch der Hirsch den Mut, näherzutreten. Der Fuchs wagt es im Moment nicht, sich den Hasen einzuverleiben (in Wirklichkeit essen Füchse natürlich keine Hasen, sondern springen nach Weintrauben), auch der Storch weiß sich zu beherrschen und läßt den schmackhaften Frosch in Ruhe. Es ist windstill und warm, nur der Pan bläst einen leichten Luftzug. Die großen starken Tiere lassen allen für einen Moment ihren Frieden und lauschen auf die Worte eines berühmten Stoikers.

Ob dieses Exlibris seine Funktion als Bucheignerzeichen erfüllen kann? Oder ob ich ausgeliehene Bücher wegen dieses eingeklebten Kunstwerkes erst recht nicht wiederbekomme?

Wenn die Arbeit fertig und gedruckt ist, werde ich sie natürlich hier zeigen. Für seine Erlaubnis zur Veröffentlichung dieser Bilder danke ich dem Künstler.

— Martin Z. Schröder

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Hans-Joachim Behrendt: Hommage à Werner Klemke · 3. Juni 2014

Matthias Haberzettl, Auftraggeber des Exlibris von Hans-Joachim Behrendt und befaßt mit Leben und Werk des Buchkünstlers Werner Klemke, hat mir eine Liste der in dem nebenstehenden Holzstich verarbeiteten Zitate zukommen lassen:

Oben in der Mitte: der Kopf des Pinocchio. Quelle: Collodi, Carlo: Pinocchios Abenteuer. Holzstiche von Werner Klemke. – Berlin: Aufbau-Verlag, 1954

Links unten: Krippe und Trommel entstammen auch dem »Pinocchio« (S. 185); die Grille wohl nach einem Motiv des Titelblatts

Rechts: Giovanni Boccaccio, vom Titelblatt des »Dekameron«, Quelle: Das Dekameron des Giovanni Boccaccio. Bd. 1.2. – Berlin: Aufbau-Verlag, 1958. Illustrationen und Gesamtausstattung: Werner Klemke

Zum Dekameron gehört auch das Paar links (Bd.2, S.289), und zum »Motivkreis« des Dekameron der Mönch

In der Mitte der Eulenspiegel, eine Lieblingsfigur Klemkes

Unten Mitte: der gestiefelte Kater aus den »Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm« (Kinderbuchverlag Berlin, 1962); wohl auch der Esel links unten

Rechts unten der Titelheld aus: Reuter, Christian: Schelmuffsky. Holzstiche Werner Klemke. – Berlin: Aufbau-Verlag, 1954 (in dieser knieenden Haltung gibt’s kein direktes Vorbild im Buch)

Alle genannten Jahreszahlen beziehen sich auf die Erstauflagen.

— Martin Z. Schröder

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Zurichtung und Druck eines Holzstiches · 2. Juni 2014

Vor ein paar Tagen habe ich den Holzstock selbst schon gezeigt, ein Exlibris, gestochen in Holz von Hans-Joachim Behrendt. Heute zeige ich den Druck, mit freundlicher Genehmigung des Auftraggebers, dem Klemke-Forscher Matthias Haberzettl. Auf nebenstehendem Foto ist das ganze Blatt zu sehen, 165 zu 125 mm groß. Also etwas größer als eine gewöhnliche Postkarte.

Auf dem zweiten Foto mit den sortierten Bogen sind die Anfänge der Arbeit zu sehen, die am 26. Mai von etwa 10 bis 18 Uhr währte. Das erste Blatt links oben zeigt den allerersten Abzug. Gedruckt wurde auf einem Heidelberger Tiegel, also einer Klapptiegelmaschine. Der Tiegel bewegt sich um eine Achse und klappt an das senkrecht stehende Fundament heran. Den Winkel beeinflußt man durch die Dicke des Aufzuges, an dem der zu bedruckende Bogen liegt. Treffen Tiegel und Fundament nicht parallel aufeinander, bekommt entweder die innen an der Achse liegende oder die außen liegende Seite mehr Druck als die jeweils andere. Auf dem ersten Abzug sieht man aber, daß der Druck oben links zu stark ist. Da schlägt der Drucker innerlich die Hände überm Kopf zusammen, denn das bedeutet: der Holzstock ist nicht plan. Auf dem siebten Bogen (Reihe 2, Bild 3) ist eine parallele Position erreicht. Dies wurde bewerkstelligt, indem hinter das Holz auf der zu schwach druckenden Seite Papierschichten geklebt werden, die den Stock auf der zu flachen Seite anheben. Für jede Verbesserung mußte die Form aus der Maschine genommen und hinterklebt werden.

Das war aber nur der erste Schritt. Trifft eine harte Fläche auf einen weichen Untergrund, drücken sich die Außenkanten tiefer in die weiche Unterlage als die Gesamtfläche. Der Druck muß aber gleichmäßig erfolgen, also wird im zweiten Schritt unter dem Bogen eine Zurichtung aus Seidenpapier hergestellt. Von außen nach innen unter Berücksichtigung der besonders schwarzen Stellen wird nun Seidenpapier zurechtgerissen (Schnittkanten könnten sich im Druckbild zeigen), um den Druck gleichmäßig auf das ganze Bild zu verteilen. In der letzten Reihe dieses Fotos sieht man, wie der Zeichnung im Inneren des Kreises Deutlichkeit und Kontur zuwachsen.

Zugleich muß an der Farbe gearbeitet werden. Das Motiv benötigt eine Farbe, die der Drucker als streng oder kurz bezeichnet, weil sie beim Abheben mit dem Spachtel aus der Menge nur einen kurzen Faden zieht. Sie ist also zäh und wird nicht in die Vertiefungen der Form laufen, sondern auf der Oberfläche bleiben. Ist sie zu zäh, kann das aber dazu führen, daß sie Druckform und Papier verklebt, dann kommt es zum sogenannten Rupfen: beim Ablösen der Form vom Papier nach dem Druck reißt die Form kleine Papierpartikel aus dem Papier. Zu zähe Farbe ist auch ungünstig für vollständig geschlossene Flächen im Druckstock. Und es muß beim Drucken die Farbmenge genau eingestellt werden. Kommt zuviel Farbe auf die Form, wird sie beim Drucken nach außen gedrückt und macht ein unsauberes Bild, und sie verstopft die feinen Linien, die nicht so tief ins Holz reichen wie weiße Flächen. Außerdem sind die Walzen in den Lagern gut zu ölen, damit sie sauber abrollen, während die Führungsschienen ganz trocken sein müssen, damit die Walzen rollen und nicht rutschen und das Druckbild zuschmieren oder Farbe von den Flächen an die Rände schieben.

Auf diesem Bild wird durch die Münze verdeutlicht, wie detailliert und winzig das Motiv gearbeitet ist. Im letzten Blog-Eintrag sieht man den Holzstecher am Mikroskop arbeiten. Er hat eine ganz ruhige Hand und weiß den kleinsten Punkt genau zu setzen. Man muß bedenken, daß ein zu viel herausgehobener Span nicht zu ersetzen ist.

Auch mit der fotografischen Vergrößerung wird das Motiv in den Details nicht so deutlich wie das Original unter der Lupe. Nach acht Stunden waren meine Kraft und meine Zeit am Ende. Ich hätte bei diesem Stand nun auch noch mit dem Skalpell kleine Stücken auf das Bild zuschneiden wollen, um beispielsweise in Pinocchios Mütze die schwarzen Quadrate tiefschwarz zu machen. Die Kleidung des Narren hingegen sollte nach Anweisung des Künstlers die Holzstruktur so zeigen, wie sie hier zu sehen ist. Einige Details hat meine an sich gute Kamera nicht erfassen können, etwa kleine weiße Punkte im Aldusblatt rechts unten, die im Original durchaus sichtbar sind. Die Komprimierung des Fotos fürs Internet tut dann ein übriges. Schwierig am Stock war allerdings auch eine leicht konkave Form. Das kann man zwar im Preßdruck mit Seidenpapier ausgleichen, aber der Andruck der Walzen wird durch die konkave Form ungleichmäßig, und dagegen gibt es kein Mittel, weil der Stock starr ist und die Form der Walzen gleichmäßig. Stärkerer Walzenandruck würde die Außenpartien der konkaven Form zuschmieren. Der Holzstichmeister würde für eine Nachauflage den ganzen Stock mit einem Tausender Schleifleinen glätten und die äußeren Partien nachstechen, wie er es schon während des Druckes in den Vorhangzeichnungen gemacht hatte, aber dieser enorme Aufwand ist einstweilen nicht vorgesehen, zumal sich Handabzüge mit einer kurzen Walze besser bewerkstelligen lassen.

In einem nächsten Eintrag werde ich die Zeichnung erläutern. Freunde und Kenner des Werkes von Werner Klemke werden einige Vertraute sogleich entdeckt haben. Sie erkennen und bewundern sicherlich auch, wie genau bis ins Mienenspiel hinein der Meisterstecher Hans-Joachim Behrendt seinen Lehrer zitiert hat.

— Martin Z. Schröder

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Der Holzstecher Hans-Joachim Behrendt besuchte die Druckerey · 27. Mai 2014

Am Montag besuchte mich der Holzstecher Hans-Joachim Behrendt (der auch den Druckerey-Bären entwickelt und in Holz gestochen hat), um gemeinsam mit mir einen Stich zu drucken, ein Exlibris als Hommage an Werner Klemke mit vielen kleinen Klemke-Figuren als grafische Zitate. Ob ich das Bild hier zeigen darf, werde ich den Künstler und den Auftraggeber noch fragen.

Die ersten Abzüge zeigten nur Andeutungen des Motivs, weil das Holz recht verzogen war. Zuerst habe ich diverse Papierlagen hinter den Stock geklebt, um ihn parallel zum Drucktiegel auszurichten.

Danach fing die Zurichtung auf dem Aufzug an, mit diversen Schichten von Seidenpapier. Stunde um Stunde wurden kleine Schnipsel ausgerissen und hinter den Aufzugsbogen geklebt, auf dem das zu bedruckende Papier aufliegt.

Dann standen wir vor dem Problem, daß ein geringer Auftrag von Druckerschwärze geschlossene Flächen aufreißen ließ und ein zu hoher Detailzeichnung zulaufen ließ. Behrendt gehört zu den Großmeistern seines Faches, er hatte sein Mikrospkop und Stichel dabei und stach einige zu flache Punkte und Linien tiefer. Nach neun Stunden Arbeit am Bild mit einer halben Stunde Mittagspause konnte ich eine kleine Auflage drucken.

Es war einer der anstrengenden, vor allem aber einer der schönsten Tage als Drucker. Zum ersten Mal konnte ich einem Holzstecher bei der Arbeit zusehen. Der Anblick des Stiches durchs Mikroskop zeigte eine unglaublich lebendige Relieflandschaft, und die Zeichnung eine ebenso kaum faßbare Präzision der schönen Linie an sich. Und zum ersten Mal habe ich im Beisein eines Holzstechers gedruckt und konnte ihn fortwährend die Verbesserungen prüfen lassen.

— Martin Z. Schröder

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Da druckt der Schuh · 2. April 2012

Der Fundus bietet immer wieder Gelegenheit zum Spielen. Mir fiel ein Schuh auf, eine recht hübsche, zwar simple, aber nicht plumpe Arbeit, ein hölzerner Druckstock. Nur einer. Er stak in einem Siegel eines Schusters oder Schuhhändlers, ich weiß nicht mehr, das vor Jahrzehnten zuletzt gedruckt wurde. Und da ich gerade Materialproben für eine Veranstaltung eines Papierherstellers bedrucke (ich werde Ende April berichten), also freie Arbeiten herstelle, habe ich angefangen zu spielen. Motiv: Schuh hinter einem Vorhang.

Der Vorhang ist aus Messinglinien schnell gemacht. Nebenbei: Ist das nicht ein schöner Anblick? Ich schätze es sehr an meinem Beruf, daß die Dinge so schön sind, die man zusammenbaut.

Und dazu Farbe. Die Übung mit der Farbe begleitet den Drucker den ganzen Tag. Das geht schon morgens los bei der Auswahl der Krawatte oder Schleife zum Hemd. Und dann: welche Farbe verhält sich wie auf welchem Papier zu welcher anderen Farbe. Wenn man eine Farbe zur andern hinzufügt, verändern sich beide in die Richtung der jeweils anderen, das ist alles sehr interessant.

Da steht der Drucker auf dem Spielplatz und mischt Farben und macht Handabzüge.

So sieht der Spielplatz aus. Nicht, daß Spielen nicht anstrengend wäre, auch das Vergnügen verbraucht Kraft. Und bald kann man keine Farben mehr sehen und wird blind und freut sich über eine Drucksache, die Schwarz auf Weiß gedruckt werden soll. Die Schwarze Kunst verlangt weniger Überlegung als die Farbige.

Handabzüge. Und am Ende habe ich das alles verworfen bis auf den roten Schuh, und der Vorhang wurde eher hell und bekam feine blaue und breite silberne Streifen. Aber die hab ich noch nicht fotografiert.

Für solche Spiele gilt es wie für alle andern auch, die Spielregeln zu beachten, sonst bekommt man den Vorhang nicht so genau zustande.

Nach dem vergeblichen Suchen nach den richtigen Farben für den Schuh wandte ich mich der neuen Großaufgabe zu.
Auf den Zetteln auf dem Setzkasten auf dem Foto stehen die Texte von Max Goldt für unser nächstes Buch. Typografie für Goldt Nr. 4. Nach dem Aussuchen, Besprechen, Korrigieren und ein wenig Lektorieren habe ich nun die Reihenfolge festgelegt. Als nächstes beginnt die Entwurfsarbeit, der Papierbedarf muß berechnet werden, das Papier muß gekauft werden und so fort. Ob ich das Buch noch dieses Jahr fertigbekomme, weiß ich noch nicht. (Bestellen kann man es erst, wenn es fertig ist.) Aber der Anfang ist gemacht, und ich fürchte einerseits die Papierberge in der Werkstatt, freue mich aber andererseits sehr auf die Arbeit.

— Martin Z. Schröder

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Ablassen von der Augenhöhe · 25. November 2011

Derzeit ist viel zu tun, Weihnachtskarten werden angefertigt, Geschenke auch, zum Mitteilen von Nachrichten bleibt wenig Zeit. Hier sind neue: Vierfarbig sollte diese Karte werden, denn einen schönen montaignehaften Text von Max Goldt aus seinem “Buch namens Zimbo“wollte ich mit bunten Holzstichen bebildern (bunte Farben, ähnlich gemacht in Reinheit und Helligkeit). Wie sich Gans und Hund durch den Text hindurch auf Augenhöhe anvisieren — ich mußte beim Drucken immerzu lachen, wenn ich mal absehen konnte von den Dingen, auf die der Drucker zu achten hat.

Die kleinen Druckstöcke sind nicht ganz gerade, im Laufe ihres Daseins schon etwas verzogen, manche haben gar keine Schrifthöhe, sie stammen noch aus den Zeiten, als sich die Drucker noch nicht an Normen hielten und eigene Schrifthöhen führten. Das Bienchen mußte um dreieinhalb Punkt erhöht werden, dazu war es schief. Außerdem sind die Dinger recht klein. Der Hund ist nur 21,5 mm breit. Um die Schiefheiten auszutreiben, klebt man winzige Seidenpapierfusseln an die Seiten und unter den Stock, und nach jedem Kleben muß die Druckform wieder geschlossen und ein neuer Abzug gemacht werden.

Und man muß sie ganz vorsichtig drucken, die kleinen hölzernen Werke, also ohne den kräftigen Preßdruck, der heute so oft verlangt wird, aber eben von Blei und Holz nicht ohne Schaden zu machen ist, sondern nur von geätzten oder gravierten Klischees.

Hier ist die ganze Karte zu sehen.

Und zur Lektüre hier der Text von Max Goldt. Gesetzt aus der mageren Futura in Petit (8 Punkt).

Und das sind also die Bilder, zuerst das Bienchen, oder ist es eine Drohne?

Diesen gefiederten Freund würde ich für eine Gans halten.

Und das muß doch wohl ein Hund sein. Die Karte muß noch gerillt werden, weil es eine Klappkarte ist, und dann wird sie auf der Seite LetterpressBerlin.com erhältlich sein.

— Martin Z. Schröder

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Grüßen mit geschmückter Feder · 28. Februar 2011

Von einem Holzstich aus dem Fundus habe ich in kleiner Auflage diese Karten im sogenannten Diplomatenformat gedruckt, als Klappkarte, geschlossen 172 × 112 mm groß. Die Geschichte des Holzschnitts und Holzstichs wird von Klaus Kramer auf dessen Website erzählt.

Und ich nehme nur an, daß es sich um einen Holzstich handelt, ich habe mir das Holz nicht genauer angesehen. Die Fläche, von der gedruckt wird, läßt durch die Druckfarbe, die sich ins Holz gesetzt hat, keine Einblicke mehr zu. Aber an der Rückseite des Stockes und an den Seiten kann man die Faserlaufrichtung erkennen.

Wenn man sich die Kratzer in den Blüten anschaut, könnte man meinen, daß es sich doch um einen Holzschnitt handelt, oder? Ich kenne mich nicht aus. Ich werde bei Gelegenheit eine Seite anschleifen und nachschauen. Wenn ich vom Holzstich drucke, bin ich jedesmal fasziniert von der filigranen Handarbeit, die in jedem alten Holzstich, den man heute noch findet, ihren Schöpfer überdauert hat.

Und die Schöpfer solcher gebrauchsgrafischen Arbeiten sind nicht einmal namentlich bekannt. So etwas war früher eine Handarbeit wie ein Möbelstück.

In der Feder sind zwei kleine Fehlstellen zu sehen, …

… die sich auch im Druckbild zeigen.

Die Karte habe ich mit einem Farbschnitt in orange ausgestattet. Sie wird mit einem weiß gefütterten Kuvert geliefert und kann im Online-Shop der Druckerey bestellt werden, hier ist der direkte Link zur Karte bei letterpressberlin.com.

— Martin Z. Schröder

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Zeichenwechsel · 14. Oktober 2009

Nachdem ich fünfzehn Jahre lang unter dem Zeichen des Drucker-Greifen gearbeitet habe, welches das Wappen aller Buchdrucker ist, werde ich nach und nach das neue Zeichen einführen, meine eigene Druckermarke: den Berliner Bären mit einem Schweizer Degen im Gurt und einem Buch in der Tatze. Bis auch meine Drucksachen, die Visitenkarten, Briefbogen und Etiketten, ausschließlich die neue Druckermarke zeigen, solange kommen auch im Internet beide Signete zur Anwendung. Auf der Seite Druckerey.de der Greif, und hier im Blog in den nächsten Tagen der Bär, vielleicht schon morgen.

Das Zeichen gibt im Bilde drei Informationen: der Drucker ist ein Berliner. Dies zu zeigen, wurde der Bär bestimmt. Der Drucker ist auch ein Schriftsetzer, also jemand der beide Berufe ausübt: ein Schweizerdegen. Der Schweizer Degen, die Waffe, ist eine Entwicklung aus dem Dolch und deshalb zweiseitig geschliffen. Daraus leitete sich anfangs eine Bezeichnung ab für jemanden, der mehrere Dinge gut konnte, in der Schwarzen Kunst wurde der Schweizerdegen zur Berufsbezeichnung. Der Drucker ist auch ein Mann des Buches. Er schreibt gelegentlich eines (zum nächsten erscheint demnächst ein Vorabdruck, Nachrichten dazu folgen), und er richtet gelegentlich eines typografisch ein. Oder setzt und druckt eines. Dies zeigt der Berliner Bär mit dem Buch in der rechten Tatze.

Als vierte Information wurden dem Bären meine Initialen beigegeben.

Der Entwurf ist an mittelalterlichen Druckermarken orientiert. Von Axel Bertram kam die Idee, Hans-Joachim Behrendt hat die Marke gezeichnet und in Holz gestochen. Ich habe das alles ja schon in zwei Beiträgen dargestellt, nur heute, zur Einführung, wollte ich es noch einmal erwähnen.

Ein Datum für den Kalender wird daraus nicht. Diese Marke wird nun beginnen zu wirken, aber ihr Geburtstag ist schon eine ganze Weile her. Diese Druckermarke ist ein Qualitätssiegel meiner Werkstatt, das ich nun gemächlich einführe. Man fängt mit einem solchen Siegel die Arbeit nicht an, man kommt irgendwann einmal dazu. Ich setze und drucke seit fast dreißig Jahren (früh angefangen), und es ist erst jetzt die Zeit gekommen, die eigenen Ansprüche bildlich zu befestigen.

Der Aufwand für die Einführung dieses Zeichens ist groß, nämlich die Übersetzung aus dem Holz in eine digitale Ansicht, die Herstellung eines Druckstockes aus Metall, die Entwicklung einer zweiten Marke für Brandprägungen in Holz — das alles nimmt so viel Zeit und Kraft in Anspruch, daß ich das Unternehmen sicherlich nicht mehr wiederholen werde. Ich habe über die Installation dieses Bären fast vier Jahre lang nachgedacht. Ich habe ihn lange nur privat eingesetzt, weil ich unsicher war, wie er sich im Dienste meiner Werkstatt machen würde. Inzwischen bin ich von seinem Leistungsvermögen überzeugt.

Im Frühjahr 2004 habe ich erstmals meine Wünsche an Bertram und Behrendt formuliert:

“Ich hätte gern ein stehendes Oval mit dem bewaffneten (Schweizerdegen) Bären, also auf allen vieren kann er nicht gehen. Eine Krone soll er übrigens auch nicht haben, das Berliner Wappentier soll nicht sofort zu erkennen sein. Der Berliner Bär marschiert auch meistens so albern. Mein Bär darf einfach so dastehen und den Degen vielleicht aus dem Oval raus-pieken. Auf einen Degen stützt man sich, glaube ich, nicht, denn er ist, glaube ich, eine leichtere Waffe als ein Schwert. Der Gute kann aber auch von der Seite zu sehen sein, gehend, nur eben nicht marschierend. (…) Nur sollte er nicht eine Hand auf die Hüfte stemmen, dann denkt man womöglich, der macht gleich große Wäsche. Die Anmutung sollte mittelalterlich sein, damals gab es so schöne Druckermarken. (…) Die Schrift sollte diese damals übliche „Stichlebendigkeit“ haben, wie es H.-J. B. so trefflich formulierte, das kommt beim Holzstich sicherlich von alleine. Wo meine Initialen stehen, ist mir gleich. Sie können auch seitlich im Oval untereinander stehen. Grundschrift all meiner eigenen Drucksachen ist die Garamond, aber für einen Holzstich sind kräftige Buchstaben mit gerundeten Serifen vermutlich sowieso obligatorisch, nicht wahr?”

Im Herbst 2004 später lagen mir erste Entwürfe von Behrendt vor. Irgendwann werde ich sie finden. Damals schrieb ich dazu: “Die Bären sind alle wunderbar, ich mochte sie auf den ersten Blick, und je länger ich mich vertiefe, so lieber werden sie mir. Es sind ja recht verschiedene Persönlichkeiten, und ich überlege, welche meinem Ideal am nächsten kommt. Ich meine auch, die Nummer 3 paßt am besten. Der Typ 5 wirkt etwas zurückhaltend, Typ 1 etwas selbstzufrieden, Typ 2 schulmeisterlich (bezogen auf mein Ideal; lieb sind sie alle auf ihre eigene Art, gegen Schulmeister ist nichts zu sagen, aber ich versuche meine schulmeisterlichen Allüren zu zügeln, so sollte auch mein Petz tun), Typ 6 könnte schwatzhaft sein, wenn er die Schnauze öffnet, mir kommt es jedenfalls so vor, Typ 7 hat etwas Verhangen-pathetisches, Typ 4 kommt sehr jugendlich aus dem Mittelalter gesprungen, Typ 3 endlich hat etwas sehr Gutmütig-herzliches an sich, auch eine heitere Neugier und Frische zeichnet sein Wesen aus. Den mag ich. Wenn es der wird, werden wir eine innige Beziehung eingehen.”

Er wurde es. Er wurde in Holz gestochen. Nun steht er da. Ich wünsche ihm ein Eigenleben, ein dauerndes, ein langes auch als mein Begleiter und guter Geist der kleinen Berliner Druckerey.

— Martin Z. Schröder

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Eine in Holz gestochne Druckermarke · 21. Juni 2009

Vor einigen Jahren bat ich den Gebrauchsgrafiker Axel Bertram um den Entwurf einer Druckermarke im mittelalterlichen Stil, aus jener Zeit also, als diese Marken der Frühdrucker entstanden. Die bekannteste Druckermarke ist sicherlich die von Aldus Manutius: ein Delphin, der sich um einen Anker windet, eine Verbindung von Symbolen in der Bedeutung von “Eile mit Weile”. Ich wollte auch ein sprechendes Zeichen haben, aber ein persönlicheres: einen Bären für meine Heimatstadt Berlin (und weil ich als Kind sehr an einem Teddybären hing mit einem ernsten und gutmütigen Gesichtsausdruck, welchen ich Axel Bertram genauer beschrieb), welcher mit einem Degen gegürtet ist, um meinen Beruf als Schweizerdegen (Schriftsetzer und Buchdrucker in einer Person) zu zeigen. Außerdem sollten meine Initialen auf die Marke.

Leider kann ich die Entwurfszeichnungen gerade nicht finden. Axel Bertram schlug mir vor, ein Zeichen von Hans-Joachim Behrendt nach seinen Ideen in Holz stechen zu lassen. Die Illustrationen und Vignetten Behrendts bilden einen der Höhepunkte ostdeutscher Buchkunst — und ich war von Bertrams Idee begeistert. Der Grafiker schlug mir überdies vor, dem Bären ein Buch in die Hand zu geben, weil ich sowohl als Autor tätig bin als auch Bücher mache. Er sandte mir drei Zeichungen, die Behrendt in Absprache mit Bertram angefertigt hatte, und die sich vor allem in der Statur des Bären (schlank bis korpulent) und in seinem Gesichtsausdruck unterschieden. Mit Bedacht wählte ich eine aus, welche sodann von Hans-Joachim Behrendt in den Holzstich umgesetzt wurde.

Der namhafte Holzstecher, der heute vor allem Medaillen sticht und sich ins Holz erst wieder einarbeiten mußte, sandte Bertram und mir nach einigen Monaten einen ersten Abzug des Stichs mit dem Vermerk, er werde an Details noch arbeiten. Axel Bertram zeichnete Korrekturen an den Buchstaben ein, ich hatte keine weiteren Bedenken und freute mich nur riesig. Der Bär hatte schon die von Weisheit und Humor milde gemachten Züge meines ernsthaften Plüschtiers. Und gefiel mir auch ansonsten ausnehmend gut. Das Zeichen ist übrigens nur 28 mm hoch.

Behrendt schnitt den Bären fertig, und eines Tages, nachdem wohl ein Jahr dahingegangen waren, bekam ich das Päckchen mit dem hölzernen Druckstock. Oh Freude! Welch ein Meisterstück! Axel Bertram gratulierte, nachdem er die Abzüge gesehen hatte, es war noch besser als wir es uns gewünscht hatten. Man beachte die Zeichnung des Fells, die Wirbel der Locken, die sehr menschlichen, fabelhaften Augen, die Seiten des Büchleins in des Bären rechter Tatze, auf denen sogar Zeilen angedeutet sind, den gedrehten Griff des Degens, die Hohlkehle in der Klinge, die Linienführung der Umrandung, die renaissancetypischen Buchstaben, und bei all dem vor allem die Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit eines ernsten und freundlichen Bären mit stattlicher Statur, wie sie nur ein Meister dieser selten gewordenen Kunst darstellen kann.

Hans-Joachim Behrendt sagte mir, daß dieses Hartholz 5000 Druck mühelos aushalte, aber ich bin so besorgt um den Erhalt des Stiches, daß ich meinen Gebrauchsgrafiker-Kollegen Frank Ortmann gebeten habe, das gedruckte Zeichen zu scannen, zu retuschieren und als Datei anzufertigen, um eine Ätzung davon machen zu lassen.

Zu früheren Zeiten konnte man Holzstöcke in Wachs drücken und den Abdruck galvanisieren. Die sich auf dem Wachs gebildete galvanische Kupferhaut wurde mit Typometall, also einer Bleilegierung, ausgegossen, fertig war das Duplikat. Diese Technik gibt es für die Herstellung von Druckstöcken nicht mehr. Ich werde berichten, was wir mit gegenwärtiger Technik auszurichten vermögen.

— Martin Z. Schröder

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