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Um gelegentlich schnell ein Bild zu zeigen, benutze ich nun Google+. Facebook habe ich nur eine Stunde lang ausprobiert und es dann mit einiger Mühe fertiggebracht, meinen Account zu löschen. Das ginge bei Google+ zumindest einfacher, und auch sonst fühle ich mich in der Handhabung nicht überfordert. Und verlinkte Personen heißen dort nicht “Freunde”. Hier der Link auf den Nachrichtenstrom, der allerdings langsam fließen wird.
Dieses Bild zeigt die Arbeit an einer Karte mit einem Text von Max Goldt. Weil es mit dem nächsten Buch noch dauert und damit ich als Goldt-Typograf derweil die Übung nicht verliere, drucke ich demnächst ein paar Karten mit kurzen Goldt-Texten.
Aus dem Foto könnte man ein prima Preisrätsel machen, und das will ich hiermit tun. Wer zuerst alle zehn Schriften in der oberen und unteren Reihe oder Zeile beim Namen nennen kann, bekommt eine Sendung von je zwei Exemplaren drei verschiedener noch zu druckender Goldt-Karten. Wer außerdem zuerst die fünf in der Mitte identifiziert, bekommt noch weitere Beigaben aus dem Karten-Repertoire.
tags: enge block, ganz grobe gotisch, helion, max goldt, rundfunk, saphir, schneekönigin, sinkwitz-gotisch, steile futura, titanic, zeitungsgroteskKommentare [11]
Ein Kilo Schwarz
Bis der Spachtel Splitter vom Boden dieser Farbdose abzuhobeln begann, was fürs Farbwerk des guten alten Tiegels (er wird nächstes Jahr 60, feiert man Maschinengeburtstage?) ungut wäre, weil die Splitter sich in die Gummiwalzen bohren könnten und von dort die Bleilettern zerkratzen und zerquetschen, bis also nichts mehr herauszuholen war, habe ich aus dieser Dose den Schwarzbedarf der Druckerey gedeckt. In den Druckereien heute schüttet man ganze Bottiche in die Farbwerke von 80 Meter langen Offsetmaschinen, die von Pulten aus durch halbe Ingenieure gesteuert werden. Das macht vielleicht auch Spaß, aber mir ist meine Maschinensammlung lieber.
Diese Farbdose habe ich vor Jahren geöffnet. Damals waren nur zwei Maschinen in Betrieb, der kleine Handtiegel, mit dem 1994 die Offizin gegründet wurde, 2003 kam der große Pedaltiegel aus der Maschinenfabrik Emil Kahle in Leipzig-Paunsdorf dazu, 2007 oder so noch ein Handtiegel, und seit 2009 der Heidelberger Tiegel. Sie alle wurden aus dieser Dose gefüttert. Ich habe zwei bibliophile Bücher von Max Goldt damit gedruckt und viele, viele Visitenkarten, viele Einladungen, einige Briefkarten, einige Geschäftsausstattungen und privates Briefpapier, eine Menükarte für ein Kunstwerk, die gerahmt im Hamburger Bahnhof (also dem Berliner Kunstmuseum) hing, Todesanzeigen wurden mit dieser Farbe gedruckt, Kunstdrucke, Geburtsanzeigen.
Auf diesem nachbelichteten Bild kann man der Farbdose auf den Grund schauen.
Die Dose ist recht betagt, damals hat man sogar solche Etiketten im Buchdruck bedruckt. Sicherlich nicht vom Handsatz, aber Zeilen aus der Linotype werden es wohl gewesen sein, man sieht es an der ck-Ligatur und den ununterschnittenen Buchstaben.
Und man sieht es am Quetschrand. Diese gute schwarze Farbe trocknete nicht oxydativ, also nicht durch Luft, weshalb sie auch in der Dose niemals Haut bildete, sondern wegschlagend, also im Papier. Weil man die Farbe länger in der Maschine stehen lassen kann, auch im Farbkasten, von wo aus die Farbe ins Farbwerk übertragen wird, nennt man sie auch kastenstabil.
Nun habe ich eine neue alte Dose aufgemacht. Ein Kilo Schwarz glänzt darin.
Kommentare [3]
Darf man das von einer Giraffe verlangen?
Diese schwer gelangweilte Martin Schlosser aus Gerhard Henschels Romanreihe hat wenigstens Humor. Mir tut’s leid, daß Mathe herhalten muß, aber das liegt an den Mathelehrern unserer schlechten Schulen. Meine diversen Mathelehrerinnen und -lehrer waren auch komplette Versager, ich kann meinen Namensvetter in Henschels Roman darum gut verstehen. Diese Karte gibt es im Online-Shop der Druckerey neben anderen Henschel-Karten. Bleisatz aus Schreibmaschinenschrift, Druck rot und schwarz auf Feinkarton.
