Einladung mit Kavalier
Weil es jemanden nach einer Einladungskarte als innen unbedruckte Klappkarte verlangte und mir schien, ein solches Modell komplettierte die Offerte der Druckerey an Waren des akzidentiellen Bedarfs, habe ich eine solche gedruckt. Zu sehen ist hier die Schrift Kavalier, verziert mit zwei Meister-Ornamenten von Herbert Thannhaeuser.
Kavalier. Schriftguß: Hermann Berthold AG, Berlin, Erstguß: 1910, Entwurf: Hermann Zehnpfundt.
Erhältlich ist die Karte im Online-Shop der Druckerei. Gedruckt auf Crown Mill Pure Cotton von Pelletier, Brüssel, versehen mit einem bordeaux seidengefütterten Kuvert.
Dieser Streit ist längst entschieden
Die Vorstellungen von Normierung, wie sie in der Neuen Typografie der späten 1920er Jahre formuliert wurden, haben sich längst erledigt. Wir lesen immer noch Romane in Renaissance-Schriften, und unsere Bücher sind unterschiedlich groß. Weil rote Balken aber nicht ohne Reiz sind, kann man noch Bücher über die mittlerweise altertümlich wirkende Neue Typografie verfassen, beispielsweise eines, das sich mit dem Streit zwischen Jan Tschichold und Max Bill befaßt. Meine Kritik ist hier zu finden.
tags: jan tschichold, max billEnte grün
Für die Goldtsche Cordbettwäsche hat der italienische Feinpapierhersteller Fedrigoni den Feinkarton geliefert. Die Bogen kommen im Format 700 × 1000 mm, und ich kann mich einfach nicht draran gewöhnen, wie lange es dauert, 260 Bogen in neun Teile mit sauberen Schnittkanten aufzuteilen. Eine Arbeit, die ich regelmäßig unterschätze, und ich wundere mich immer wieder, wie schnell dabei die Zeit vergeht.
Da liegt ein Stapel in der Schneidemaschine, dem einzigen modernen Gerät in der Druckerey.
Es ist allerdings eine Freude, so große Flächen mit einer satten Farbe vor sich zu sehen.
Weil Buchdruckfarben lasieren, setzt man Farben, die decken sollen, Deckweiß zu. Jetzt steht ein schönes Braun auf dem schönen Grün.
Wer die Aufgabe für einen Tag ohne Rahmen erledigen möchte, wird sich ab November das Büchlein kaufen müssen. Mir war es nicht möglich, diese Sache mit der siebenbeinigen Ente zu ergründen, auch nicht mit der Lösungshilfe, die der Autor zur Verfügung gestellt hat. Ich hatte allerdings auch keinen Tag ohne Rahmen zur Verfügung. Alles ist mit Rahmen vollgestellt. Keine üblen Rahmen.
