Schmucke Einladungskarten
Auf eine gelegentliche Frage nach einem schönen und schlichten Einladungsvordruck konnte ich bislang nur leere Hände zeigen. Nun habe ich Karten gedruckt, die sich sowohl für ein gepflegtes Rendezvous hinter der Scheune als auch für einen Tarock-Abend eignen, geschweige von Einladungen zu Abendessen oder kleinen Festen.
Dieser freundliche, Beeren pflückende Naschvogel stammt ebenso wie …
… dieser gespreizte Genosse, dessen Name mir gerade nicht von der Zunge springen will, …
… aus dem Bestand von Matrizen der Bauerschen Gießerei, die im Leipziger Museum für Druckkunst neu gegossen wurden.
Bei der Schrift handelt es sich um die Erler-Versalien, welche ich hier schon einmal vorgestellt habe.
Die Druckfarben: Schwarz für die Schrift, bläuliches Rot für den Schmuck. Und der umlaufende Farbschnitt zeigt kräftiges Orange. Papier: Crown Mill Pure Cotton von Pelletier (Belgien), dazu gibt es aus dem dazu passenden Papier von Pelletier ein dunkelgrün oder bordeaux gefüttertes Kuvert. Format: 105 × 148 mm (DIN A6). Das Papier läßt sich gut mit Tinte aus der Feder beschreiben, es ist, wie der Name sagt, aus reiner Baumwolle und handschmeichelnd weich.
Im Shop der Druckerey LetterpressBerlin erhältlich.
tags: einladungen, erler-versalien, ornament, schmuckDANKE in 2. Auflage — und was noch?
Weil sich der Vorrat dieser Karten mit dem DANKE neigt, drucke ich sie nach. Diesmal mit einem auffälligeren, nämlich roten Farbschnitt. Und ich biete meinen verehrten Lesern an, eine Kleinauflage mit einem anderen Text zu versehen. Zuerst habe ich Grün gedruckt, weil Grün gerade für eine andere Sache in der Maschine, also die Gelegenheit günstig war.
Demnächst kommt Blau dazu, am Schluß drucke ich den roten Text ein. Ein Teil der Auflage kann aber für andere Anlässe verwendet werden. Entweder in einer Kleinauflage auf Bestellung. Oder ein Leser unterbreitet mir einen Vorschlag, den ich so gut finde, daß ich davon für den allgemeinen Bedarf drucke und dem Leser zum Dank fünf Karten mit Kuverts zusende. Etwa achtzig Karten stehen zur Verfügung zur freien Verwendung.
Letztes Mal hatte ich ein paar andere Wörter mit großen Lettern eingedruckt (Link siehe oben), man bekommt aber in kleiner Schrift vielleicht auch zwei Zeilen in die grünen Wedel. Anmerkungen bitte als Kommentar oder, wenn es eine persönliche Bestellung werden könnte, per E-Mail.
Die grüne Farbe trocknet nun. Auf dem Foto sehe ich eben zwischen den Setzkästen ein paar Postkarten liegen.
Die habe ich vergangene Woche in der Gemäldegalerie im Berliner Kulturforum gekauft, aus Begeisterung über die Blumen-Aquarelle von Emil Nolde, die neben großartigen Südseemenschen-Porträts, beseelten Seen-Landschaften und Bildern aus dem Hamburger Hafen derzeit in einer phantastischen Ausstellung im Kupferstichkabinett zu sehen sind. Ich bin kein großer Freund von Blumen-Aquarellen, aber vor diesen von Nolde stand ich atemlos vor Überraschung. Dieses geheimnisvolle Leuchten! Ich habe mir ein paar (natürlich miese weil Vierfarbenoffset) Postkartennachdrucke mitgenommen, um mich an die Farben erinnern zu können.
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Drucken vom Holz
Damit sich der Drucker keinen Bruch hebt, wenn er die Druckform in die Presse bugsiert, sind große Schriften früher aus Holz gemacht worden. Kurzbegriff: Plakatschrift. Ich drucke keine Plakate, aber manchmal setze ich Holzlettern für kleine Drucksachen ein. Ich habe es hier schon gelegentlich gezeigt.
Gestern war eine Einladung zum sechzigsten Geburtstag zu drucken, und die Vorderseite sollte nur die Ziffern zeigen. Um der Seite einen leichten und ein wenig spielerischen Eindruck zu geben, haben wir einen Punkt hinter die serifenlosen und recht strengen Ziffernformen gesetzt.
Während man früher als Drucker bemüht war, auch die Holzlettern korrekt und sauber auszudrucken, wird heute die Unvollkommenheit der hölzernen Typen
lieber sichtbar gehalten. Aber das bedeutet nicht, daß man einfach nur nachlässigt druckt, man muß auf eine bestimmte Weise dem Druckbild den gewünschten Charme des Handgemachten verleihen. Schadhafte Holzlettern machen es einem leichter, weil durch Bruchstellen die Holzstruktur sichtbar wird. Aber was, wenn die Lettern in einem guten Zustand sind? Auf dem nebenstehenden Foto wirken die Ziffern einfach nur etwas blaß. Das reicht nicht.
Für den Druck des auf nebenstehendem Foto gezeigten Abzuges wurde der Farbauftrag verstärkt und zugleich der Preßdruck zurückgenommen, so daß innerhalb des Druckbildes die Kontraste stärker werden zwischen Farbe und aufreißenden Stellen.
Für diesen Abzug wurde nur noch der Preßdruck angezogen. Ein solches sattes und scharf konturiertes Schriftbild war früher das Ideal auch für große Holzlettern.
In der Detailaufnahme der Oberfläche sieht man, wie glatt das Holz ist. Die Unebenheiten sind so gering, daß allein damit keine Struktur im Druckbild zu gewinnen ist. Im Bleisatz (oder eben “Holzsatz”) und Buchdruck beeinflußt also der Drucker das Design sehr stark. Käme in meiner Werkstatt nicht alles aus einer Hand, wäre das kaum zu erreichen. Mein Kunde war beim Andruck zugegen und hat sich für eine Druckvariante entscheiden können (die von Bild 3).
Heute haben auf dem Nachbargrundstück Bauarbeiten begonnen. Zuerst mit dem Aushub. Der
Bagger strich Sandschicht für Sandschicht vom Grundstück, sehr vorsichtig, als fürchte der Schaufelchauffeur, noch die Bombe zu finden, die dieses Haus im Weltkrieg getroffen hat. Jahrzehntelang standen hier ein paar Garagen, die vor einigen Wochen abgerissen worden waren. Nun bin ich gespannt, wie laut der Spaß wird. Zwei Meter neben meinen Setzregalen wird eine Tiefgarage gebaut. Ende 2010 soll das Haus fertig sein.
Über die Druckerey I “Hey ya’ll, check this out”, sprach man in diesem Blog in Austin/Texas.
Über die Druckerey II Bedauern, der deutschen Sprache nicht mächtig zu sein, wird in diesem Blog von Diane Faye Zerr in Reading/Pennsylvania geäußert.
Über die Druckerey III Als Illustration zu einem Gedicht erschien ein Rundsatz-Bild in diesem Blog von Janus Blattschneider geeignet.
Über die Druckerey IV Arbeiten aus der Druckerey und deren Umgebung lagen auf diesem Stammtisch in Saarbrücken.
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