Herzkarte & Herzkuvert
Es ist einige Monate her, als ich meinen Kollegen Frank Ortmann, ein den Lesern dieses Mediums durch seine Arbeiten bereits bestens bekannter Grafikdesigner und Kalligraf, darum bat, mir ein Herz zu für die zahlreichen Hochzeitseinladungen und Heiratsanzeigen und Danksagungen zur Hochzeit zu zeichnen, die ich zu drucken habe und für die mich die in Schriftsätzen lieferbaren Symbole nie recht befriedigten. Man muß dem Künstler Zeit lassen, damit die Eingebung ihn im rechten Moment erwischt, und ich hatte enormes Glück.
Herr Ortmann lieferte mir gleich zwei Zeichnungen, die mich auf Anhieb überzeugten, ja begeisterten, so daß ich sie ohne weitere Druckproben gleich in Messing gravieren ließ.
Und solche Druckstöcke geben Ansichten, die mir immer wieder das Herz, also mein eigenes, wärmen.
Die Karte auf dem ersten Bild ist nur 140 mm lang und nur 90 mm hoch, das Herz ist also ein kleines. Wie ein großer Marienkäfer auf der Fingerspitze.
Frank Ortmann hat gleich zwei Herzen geliefert, eines umgearbeitet in eine negative Form. Wie schön ist ihm die Auflösung der Asymmetrie in die Fläche gelungen! Und erinnert mit den kunstvoll filigran verzweigten Schwüngen an die Herkunft des Symbols aus dem Feigen- und Efeu-Blatt.
Hier sind sie in Vergrößerungen zu sehen.
Die Herzkarten habe ich mit einer goldbraunen Farbe gedruckt, auch um die Karte nicht ausschließlich für eine Art von Liebeserklärungen zu verwenden. Diese Karte kann man auch den Eltern oder dem Busenfreunde übersenden, sie kann von Damen wie von Herren verwendet werden. Ich biete die Karte mit Kuvert im Online-Shop der Werkstatt feil.
Derweil gehen die Arbeiten am vierten Buch der Reihe mit Büchern von Max Goldt voran. Deutlich mehr als die Hälfte des Inhaltes ist fertig, ich bin sehr zuversichtlich, daß unser Werk im November lieferbar sein wird.
Ich kann nicht alle Arbeitsschritte zeigen. Wenn das Buch fertig ist, schreibe ich wieder eine Zusammenfassung über die Typografie der einzelnen Texte. Hier und heute nur der Bildhinweis, daß die Kisten sich füllen.
Karte zur Genesung
Eine solche Karte habe ich kürzlich benötigt und fand vorwiegend Angebote, die mir meiner eigenen Genesung wenig förderlich erschienen wären, falls ich zu genesen hätte, und die ich deshalb auch nicht versenden wollte. Als habe man es mit Analphabeten oder Halbgebildeten zu tun und könne ich keinen Gruß formulieren. Mehr als das sollte es ja gar nicht sein, und auf Redewendungen in Schriftform kann man doch gut verzichten. Wenn man lange Botschaften übermitteln möchte, wird ein Brief geschrieben oder telefoniert.
Also ein hübsches Kärtchen, das sich einem Blumenbund oder einer Süßwarensendung beifügen läßt, das aber ebenso allein hübsch aussieht und ausgesucht wirkt. Schrift: Compliment von Helmut Matheis, Erstguß 1965 in der Schriftgießerei Ludwig & Mayer in Frankfurt am Main. Schmuck: Meister-Ornamente von Herbert Thannhaeuser.
Der Farbschnitt hat an der einzelnen Karte eine schöne Wirkung, nur läßt er sich schwer fotografieren. Die Karte ist wie alle anderen im Online-Shop der Werkstatt im Angebot: LetterpressBerlin.com Natürlich wird sie mit einem gefütterten Kuvert geliefert.
Zwei Hotels aus Bleisatz und Messinglinien
Manche Texte von Max Goldt fordern den technischen Aufwand heraus. Und ich baue solche Formen schrecklich gern. Auf den Fotos ist der Text unter der Baustelle nicht zu sehen.
So sieht der fertige Druck aus.
Der Schriftsetzer sieht die Druckform immer kopfstehend, damit er die Lettern, die ja in Spiegelschrift stehen, wie gewohnt von links nach rechts lesen kann. Für die Laien habe ich das Bild hier gedreht.
Eine Zusammenfassung der stundenlangen Baumaßnahmen in 2 Minuten steckt in diesem Filmschnipsel:
