Modenschau
Mein Lieferant für Bleisatzschriften Georg Kraus packt mir gelegentlich Zugaben ein. Diesmal bekam ich ein Klischee, mit dessen Druck vor Jahrzehnten für eine Modenschau geworben wurde. Es ist in einem ausgezeichneten Zustand. Um welches Metall es sich handelt, kann ich nicht erkennen. Es ist hart, hellgrau, kein
Blei, zeigt keine Oxydationsschäden. Um mir für einen bloßen Andruck die genaue Zurichtung in der Druckpresse zu ersparen, habe ich ein paar Karten aus Echt Bütten angefeuchtet. Feuchtes Büttenpapier schmiegt sich eng um das Druckmaterial und läßt ein präzises Druckbild entstehen.
Eine Firma wird nicht genannt, also mal sehen, wo ich das hübsche Bild einsetzen kann.
Meine Visitenkarten
Just dieser Tage gingen meine eigenen Visitenkarten zur Neige. Und was liegt nun gerade näher, als eine meiner Hausfarben (schwarz, weiß, rot) als Farbschnitt auf die eigene Karte zu bringen? Das Rot hat eine kräftige Wirkung, es knallt ziemlich, glänzt auch durch die Politur. Und es ist ein bißchen, als ob die Visitenkarte Lippenstift aufgelegt hat.
Deshalb hat sie auch nur einen Kopfschnitt bekommen.
Ganz rundum rot wäre mir etwas zu viel gewesen.
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Noch einmal Farbschnitt
Es lassen sich auch größere Formate mit dem Farbschnitt versehen, und er läßt sich auch an nur einer Schnittkante anbringen wie an dieser Karte. Nur fotografieren läßt er sich kaum, der Farbschnitt. Dies ist die Rückseite einer Einladung für den Stammtisch eines befreundeten Verlegers. Das ist der Handel: Ich darf die Einladungen nach meinem Gusto entwerfen und drucken und bekomme dafür die Rückseite zur Verfügung, und der Verlag zahlt maximal die Materialkosten, wenn ich nicht sowieso Reste verwende für die paar Karten. So habe ich nach einer Weile eine Sammlung von typografischen Referenzen.
Auf eine interessante Veranstaltung im Hamburger Museum der Arbeit über die Kunst des Stempelschneidens weist der Fontblog hin.
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