Aus der „digitalen Plauderecke“ (Zitat Frank Müller)

24. Februar 2008

Manchmal passieren dem Drucker seltsame Dinge, ich berichte aus der Welt der Geistesschaffenden:

Am 15. Mai 2007 druckte die Süddeutsche Zeitung im Feuilleton einen Text von mir über das große Eszett. Neulich erreichte mich aus der Presse-Abteilung des Eichborn-Verlages die Mitteilung, der Frankfurter Journalist und Werbetexter Frank Müller habe ein Buch über das ß geschrieben mit dem freundlichen Angebot, mir ein Rezensionsexemplar zu übersenden. Neugierig und erfreut begehrte ich dieses.

Gestern kam es, versehen mit dem Hinweis „Sperrfrist 3. März 2008“. Bücher sollen nicht besprochen werden, bevor sie im Handel erhältlich sind. Ich habe aber gar nicht mehr die Absicht, dieses Buch zu rezensieren. Mir kamen bei der Durchsicht ein paar Absätze bekannt vor, und daß ich die heute schon „zitiere“, berührt die Sperrfrist wunderbarerweise nicht. Wie das geht?

In der SZ vom 16. Mai steht: „Noch in den Frakturschriften, aus denen im 20. Jahrhundert Bücher gesetzt wurden, findet sich kein Unterschied zwischen I und J. Das U ist sichtbar spät hinzugekommen und war danach immer stiefväterlich behandelt worden, wenn Schnörkel zugeteilt wurden. Das ursprüngliche lateinische Alphabet hatte weder G noch J, es kam ohne U und W aus, die Typen K, Y und Z entlehnte es dem griechischen, eben weil die Benutzer mit den vorhandenen Buchstaben nicht auskamen.“

Bei Frank Müller lese ich auf Seite 152 im Fließtext, ohne Hervorhebung oder Kenntlichmachung der Quelle: “Noch in den Frakturschriften, aus denen im 20. Jahrhundert Bücher gesetzt wurden, findet sich kein Unterschied zwischen i und j. Das u ist sichtbar spät hinzugekommen und war danach immer stiefväterlich behandelt worden, wenn Schnörkel zugeteilt wurden. Das ursprüngliche lateinische Alphabet hatte weder g noch j, es kam ohne u und w aus, die Typen k, y und z entlehnte es aus dem Griechischen.”

Man muß aber schon richtig abschreiben, denn wenn es auch lange keinen Unterschied gab in der Fraktur zwischen I und J, den Majuskeln, so gab es doch wohl einen zwischen i und j, den Minuskeln. Und in einem guten Fraktursetzkasten wird für I und J die Type mit Unterlänge zu finden sein, ähnlich der Unterlänge des gebrochenen Versal F, und nicht das gekürzte Ding: ein J, das den Schwanz einzieht. Dieses I ist in diesem Fall der spätere Buchstabe gewesen, er tauchte im 19. Jahrhundert auf und setzte sich im 20. Jahrhundert immer stärker durch. In meiner Setzerei verwende ich kein gebrochenes I ohne Unterlänge. Und natürlich bezog sich mein Hinweis auf die Schnörkel des U auf das Versal, Minuskeln werden ja kaum verschnörkelt. Schließlich: “ursprüngliches lateinisches Alphabet” – wenn es kein G gehabt hat, muß es sich um das von vor 230 v.Chr. handeln; die Trajanssäule in Rom aus dem Jahr 114 n.Chr. zeigt ja das G. An Minuskeln wurde aber erst 1000 Jahre später gedacht, sie entstanden langsam aus der Halbunziale und wurden als karolingische Minuskeln etabliert. Hätte im Lektorat auffallen müssen, daß die Behauptung, eine Minuskel g sei erst später ins Alphabet gekommen, nicht stimmen kann, oder ist das eine so spezielle Angelegenheit?

In der SZ steht: „Nicht zuletzt kämpfen Designer mit dem Fehlen des versalen Scharf-S, wenn sie FUßCREME, MAßHEMDEN und SOßE in GROßBUCHSTABEN beschriften wollen.“

Frank Müller: “Designer kämpfen mit dem fehlenden Versal-ß, wenn sie FUßCREME, MAßHEMDEN und SOßE in Großbuchstaben beschriften müssen.” (Seite 150)

In der SZ heißt es: „Die ersten versalen Eszett im Jahr 1879 sahen entweder wie Schlüssellöcher (der Kopf vom S und der Fuß vom Z) oder wie aufgeblasene Minuskel-ß aus. Später kamen verstümmelte Dollarzeichen dazu, dann Diakritika, kleine Punkte oder Häkchen unter dem S, es wurde mit Ligaturen, also Buchstabenverbindungen gespielt. Vor allem in den 1950er Jahren haben die Schriftentwerfer mit großer Lust neue Formen gesucht. […] Heute muß das große Eszett andere Aufgaben erfüllen: Es muß sich vom kleinen unterscheiden, ihm aber verwandt bleiben. Es darf nicht mit dem B verwechselt werden, es muss sich unauffällig in eine Versalzeile einfügen lassen und dazu handschriftlich leicht zu formen sein.“

Und wieder aus der Hand (auch dem Kopf?) von Frank Müller: “Die ersten versalen ß im Jahr 1879 sahen entweder wie Schlüssellöcher (der Kopf vom S und der Fuß vom Z) oder wie aufgeblasene Minuskel-ß aus. Später kamen verstümmelte Dollarzeichen dazu, dann Diakritika, kleine Punkte oder Häkchen unter dem S, oder es wurde mit neuen Ligaturen gespielt. Vor allem in den 1950er Jahren haben die Schriftentwerfer mit großer Lust neue Formen gesucht […] Heute müsste das große ß andere Aufgaben erfüllen. Es müsste sich vom kleinen unterscheiden, ihm aber verwandt bleiben. Es dürfte nicht mit einem B verwechselt werden, sich unauffällig in eine Versalzeile einfügen lassen und sich dazu handschriftlich leicht formen lassen.” (S. 155)

Der Eichborn-Presseabteilung wird es wohl recht lieb sein, wenn ich Frank Müllers Buch „ß – Ein Buchstabe wird vermisst“ (160 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 14,95 Euro, Eichborn, Frankfurt am Main, 2008) nicht bespreche. Jedenfalls nicht in einer Zeitung. Was sollten denn die aufmerksamen Leser denken, wenn ich aus dem Buch zitierte und zufällig einen Satz erwischte, der in dieser Zeitung vor einem dreiviertel Jahr schon einmal stand? Und womöglich würde ich dann auch die Zitiermethode des Germanisten Frank Müller darstellen, ein Zitat aus der Zeitschrift „Signa“, das einem Fachartikel aus dem Jahre 1955 entnommen ist, als eigene Formulierung auszugeben, auch wenn es nur aus zwei Worten besteht. Sogar das Vorwort der „Signa“ hat ihm gefallen. Das Thema des versalen ß, so heißt es dort, im Editorial der Zeitschrift SIGNA, „konfrontiert uns auch mit allen Aßmanns, Bößles, Faßbinders, Geißlers, Großes, Häußlers, Ißlingers, Kießlings, Meißners, Nußbaums, Oßmanns, Rößlers, Weißmanns &ca und ihrer persönlichen GROßSCHREIBUNGSMISERE.“ Und jetzt Frank Müller: „Die Problematik des großen ß konfrontiert uns mit der Heerschar der Toten, mit allen Aßmanns, Bößler[!]s, Faßbinders, Geißlers, Großes, Häußlers, Ißlingers, Kießlings, Meißners, Nußbaums, Rößlers, Weißmanns und ihrer persönlichen Großschreibmisere.“ Na wenn die Heerscharen tot sind, wieso haben sie dann eine persönliche Großschreibmisere? Eine Religionsfrage? Oder eine persönliche Abschreibmisere?

Was ich über das versale ß weiß, habe ich aus SIGNA Nr. 9, 2006 erfahren. Aber für einen Zeitungsartikel, den ich namentlich zeichne, war mir stets wichtig, das Gelernte zu verstehen und selbst zu formulieren und seine Quelle zu nennen. Befaßt man sich viel mit einem Gegenstand, so werden fremde Gedanken zu eigenen, man muß sich gelegentlich streng prüfen. Es gibt allerdings Buchverlage, denen reicht wörtliches Abtippen ganzer Absätze oder sogar das Einbringen sachlicher Fehler in die Abschrift. Oder sie beschäftigen keinen Lektor, der sich in die Materie einarbeitet. Und es gibt Autoren, die verinnerlichen mit (fast) fotografischem Gedächtnis.

Besonders gut geschmeckt hat mir ein Satz von Frank Müller, den ich niemals derart gescheit und elegant hätte formulieren können: „Die Verwertungskompetenzen der Verlage, das Nadelöhr des Lektorats, das alles spielt im Buchstaben-Gestöber der Blogs, der Homepages und digitalen Plauderecken keine Rolle.“

Durch manches Nadelöhr stolziert ein Kamel.

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Kommentare

  1. Walter am 24. Februar 2008 # :

    Na, dann würde ich den Damen und Herren des Eichborn-Verlages mal eine Kostennote zukommen lassen.

  2. MZS am 24. Februar 2008 # :

    Was soll man denn für die paar Sätze verlangen? Viel wirkungsvoller dürfte die öffentliche Blamage sein. Was ist denn das Buch wert, wenn der Verlag schon vor dem Erscheinen um Stellungnahme zu Plagiatsvorwürfen gebeten wird. Es ist ja kein Roman eines Prominenten, sondern ein Sachbuch.

    Mir ist nur diese Arbeitshaltung unbegreiflich. Wenn ich einen Text zu einem Spezialthema schreibe, mit dem sich eine sehr überschaubare Anzahl Personen befaßt, muß ich doch damit rechnen, daß es auffällt, wenn ich kopiere. Mir ist gar nicht klar, wie sich ein Autor zu seiner eigenen Arbeit verhält, wenn er für ein Buch aus einer Tageszeitung abschreibt. Oder aus der einzigen aktuellen Fachveröffentlichung (gemeint ist SIGNA). Ich verstehe das nicht.

    Ich bin gespannt, was der Verlag mir schreibt, das wird mich klüger machen.

  3. GrooveX am 25. Februar 2008 # :

    >>Durch manches Nadelöhr stolziert ein Kamel.<<

    und ganz ohne dreierles-s

  4. MZS am 25. Februar 2008 # :

    Inzwischen erreichten mich einige erhellende Mitteilungen. Aus der Redaktion der Zeitschrift SIGNA erfuhr ich, daß ganze Seiten der oben genannten Zeitschrift wörtlich und ohne Kennzeichnung als Zitat übernommen wurden. Da die Literatur zum Buchstaben ß recht überschaubar ist, werden sich nun auch andere Autoren eben jener Literatur über das Buch von Frank Müller beugen. Der Eigenanteil des Autors an diesem Werk schmilzt sichtlich zusammen.

    Mich erreichte auch eine E-Mail von Frank Müller. Er erklärt mir, sein Plagiat sei sozusagen unbeabsichtigt geschehen durch technische Versehen und unter Zeitdruck. Er erklärt außerdem seine Zerknirschung und bittet um Entschuldigung.

    Wir sind also zwei Schritte weiter, erstens klärt sich das Ausmaß des Plagiats, zweitens ist der Verursacher der Angelegenheit reuig, auch wenn seine Erklärung eher der Gesichtswahrung dient als der Wahrheit. Dafür habe ich Verständnis, und ich nehme an, Herr Müller wird noch eine Weile mit sich kämpfen müssen, um sich der unangenehmen Wahrheit zu stellen.

    Wie sollen nun vernünftige Leute handeln? Die Lage für Herrn Müller könnte kaum unangenehmer sein. Wenn das Buch trotz der erkannten Mißlichkeit erscheinen sollte, könnten die Autoren, aus deren Texten viel längere Passagen gestohlen wurden als aus meinem Zeitungsbeitrag, sich mit besten Erfolgsaussichten um Schadenersatz bemühen und vermutlich sogar den Verlag zwingen, das Buch aus dem Handel zu nehmen. Reagiert der Verlag einsichtig und verzichtet auf die Veröffentlichung dieser Zusammenstellung von fremder Leistung, dürften auf den Autor erhebliche Forderungen zukommen, denn das Buch wäre dann umsonst gedruckt, also es sind Kosten entstanden, die durch Verkauf nicht gedeckt werden können. Die Verantwortung der im Impressum namentlich genannten Lektorin dürfte auch geprüft werden.

    Die Angelegenheit ist für alle Beteiligten unschön, niemand gewinnt daran. Jeder Mensch weiß, wie ein schlechtes Gewissen drücken kann. Die Öffentlichkeit hat in diesem Plagiatsfall gut funktioniert, die Sache wurde aufgedeckt, der Verursacher sieht seinen Fehler ein und zeigt Reue, und nun liegt es wohl beim Verlag, die Angelegenheit so anständig wie möglich und unter Geringhaltung weiteren Schadens zu Ende zu bringen. In meinen Augen heißt das: das Buch nicht in den Handel zu bringen und mit dem Autor eine Vereinbarung zu treffen, die ihn nicht in die Knie zwingt. Denn davon hätte ja auch keiner was.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie aufregend und schön es ist, wenn das erste eigene Buch gedruckt ist. Wie bitter muß die Pille schmecken, die Frank Müller jetzt zu schlucken hat!

  5. hufi am 25. Februar 2008 # :

    Ich finde diese umsichtige Reaktion äußerst wohltuend in einer Zeit, wo derartige Angelegenheiten gerne über Dritte mit viel Aufwand betrieben werden, was meines Erachtens viel Ärger mit sich bringt.

  6. MZS am 25. Februar 2008 # :

    Neues am Abend: Die Justiziarin der Eichborn-AG teilt mir mit, daß die Angelegenheit sehr schnell auf ihrem Tisch landete, die Auslieferung des Buches nach Rücksprache mit dem Autor gestoppt worden sei und man sich nun um Klärung bemühe. Sehr anständig bis hierher. Ich zweifle kaum an einer richtigen Entscheidung.

  7. Thilo Baum am 25. Februar 2008 # :

    Eine äußerst spannende Geschichte, die ich sicher in meinen nächsten Kursen an der Journalistenschule verwenden werde. Ich habe mir darüber hinaus ein paar Gedanken darüber gemacht, was die Entschuldigung eines Plagiators wert sein kann, könnte vielleicht von Interesse sein:

    Link

    Grüße Thilo Baum

  8. Thilo Baum am 25. Februar 2008 # :

    … und ein Nachtrag: Ich kann mir kaum vorstellen, dass Zeitdruck Plagiate rechtfertigt, ebenso wenig “technische Versehen”. Jedenfalls nicht bei einem professionellen Verlag. Vor diesem Hintergrund würde ich die “Entschuldigung” ebenfalls mit großer Vorsicht genießen.

  9. MZS am 25. Februar 2008 # :

    Heute habe ich das Buch mal quergelesen. Meine Güte! Seitenlanges Geschwafel über Rechtschreibreformprobleme bis zur ausführlichen Darstellung von orthographischen Fehlern in Kleinanzeigen und Schaufenstern, durchmischt mit Zitaten von Marcuse, Adorno, Thomas Mann und was dem Autor alles noch so in die Hände fiel. Ein Kapitel handelt von Schokolade. Verquast würde ich das nennen. Aber egal, dieses Buch wird wohl kaum den Buchhandel erreichen. Ich hab nebenbei noch mal die Hausaufgaben des Eichborn-Verlags erledigt und zwei weitere Opfer von Frank Müller gefunden.

    Eines ist die Wikipedia. Es fällt auf, wenn in Müllers Buch klare Worte stehen. Als ich die Originale in meiner Handbibliothek nicht fand, hab ich ein paar Satzfetzen gegoogelt. Und jetzt muß ich aber doch mal bellen, daß der Lektorin des Eichborn-Verlags, Waltraud Berz, sie ist im Impressum genannt, dieser krasse Wechsel der Schreibstile hätte auffallen müssen. Da Müller passagenweise wörtlich abgeschrieben hat, wundert man sich über die heftigen Stilwechsel, denn seine Quellen flossen ihm aus Werbetexten, aus Tageszeitung und aus einem Fachmagazin. Und ein Lektor muß dann auch den Autor fragen oder selbst prüfen, woher beispielsweise die Behauptung stammt, daß Hermann Hesse darauf bestanden habe, noch lange nach dem Krieg in Fraktur gedruckt zu werden. Wikipedia belegt es nicht. Und es gibt viele Behauptungen auf Wikipedia. Auch Zitate ohne Quellenangabe. Kann ja sein, daß das mit Hesse stimmt, aber woher weiß es die Wikipedia? So, nun zum Mitlesen und Vergleich:

    Am 25. Februar um 20 Uhr gefunden auf http://de.wikipedia.org/wiki/Fraktur_(Schrift) dieser Text: “Auch nach 1945 wurden noch Bücher in Fraktur gedruckt. Der Autor Hermann Hesse bestand noch lange nach dem Krieg darauf, dass seine Werke in Fraktur gedruckt würden. Auch viele Klassiker fanden in den 1950er Jahren als Frakturausgaben noch sehr guten Absatz, so eine Theodor-Storm-Gesamtausgabe von 1953. Speziell die Kirchen hielten noch lange an der deutschen Schrift fest. So erschienen die meisten Bibeln bis in die 1960er Jahre in Fraktur. Bis in die 1980er Jahre wurden in Deutschland einzelne Gesetzestexte (z.B. das Wechselgesetz im “Schönfelder”) in Fraktur gedruckt.

    In der Gegenwart werden Frakturschrift oder andere gebrochene Schriften in der Werbung, zur Beschriftung verschiedener Artikel und für Straßenschilder verwendet. Auf Warenverpackungen, insbesondere bei Lebensmitteln, signalisiert die Frakturschrift ein Produkt von althergebrachter Art und Qualität. Auch bei Gaststätten steht die Hausinschrift in Fraktur für einen mit Liebe geführten Traditionsbetrieb, zumindest aber für Gemütlichkeit.“

    Und auf Seiten 19 und 20 des Buches von Frank Müller: “Auch nach 1945 wurden Bücher in Fraktur herausgegeben. Der Autor Hermann Hesse bestand noch lange nach dem Krieg darauf, dass seine Werke in gebrochener Schrift gedruckt würden. Auch viele Klassiker fanden in den 1950er Jahren als Frakturausgaben noch sehr guten Absatz, so eine Theodor-Storm-Gesamtausgabe von 1953. Speziell die Kirchen hielten noch lange an der deutschen Schrift fest. So erschienen die meisten Bibeln bis in die 1960er Jahre in Fraktur. Bis in die 1980er Jahre wurden in Deutschland einzelne Gesetzestexte in Fraktur gedruckt.

    In der Gegenwart werden Frakturschriften in der Werbung, zur Beschriftung verschiedener Artikel und für Straßenschilder verwendet. Auf Warenverpackungen, insbesondere bei Lebensmitteln, signalisiert die Fraktur ein Produkt von althergebrachter Güte und Qualität. Auch bei Gaststätten steht die Hausinschrift in Fraktur für einen mit Liebe geführten Traditionsbetrieb, zumindest aber für Rustikalität und Gemütlichkeit.“

    Ebenso hat Frank Müller aus dem Wikipedia-Artikel über den Antiqua-Fraktur-Streit Passagen kopiert und gibt sie nun als seine eigenen aus. Ich will mit den Abschriften dieses Blog nicht noch voller stopfen. Die geklauten Passagen haben ja immer gewisse Längen.

    Es kann natürlich sein, daß Frank Müller Wikipedia-Autor ist und sich selbst ohne Kenntlichmachung zitiert hat.

    Aber Frank Müller ist sicherlich nicht Judith Schalansky, die 2006 eine Sammlung von Fraktur-Schriften publiziert hat. Auf dem Buchdeckel dieses Bandes dieser Text: „Nike schreibt Fraktur. Und Reebok. Fraktur ziert Shirts, Plakate, Szene-Flyer und nackte Haut. Und das, obwohl – oder weil? – Generationen behaupten, sie nicht lesen zu können.“ Bei Frank Müller liest es sich immerhin nach Hinweis auf das Buch, dann aber doch als originaler Müller so: „Nike schreibt Fraktur. Und Reebok. Fraktur ziert Shirts und Plakate, Szene-Flyer und nackte Haut. Und das, obwohl ganze Generationen behaupten, sie nicht lesen zu können …“

    Auf der Website von Frank Müller steht, er bereite seine Dissertation vor. Titel: „Das Erzählen der Apokalypse“

    Zu Kommentar 8: Ich habe zehn Jahre lang für Feuilletons von Tageszeitungen geschrieben, oft auch „gegen die Uhr“. Es wäre mir in der Tat nicht eingefallen, wegen Eile zu klauen. Ich sag ja: was Frank Müller mir geschrieben hat, ist der Versuch, das Gesicht zu wahren – in der Annahme, er habe es noch nicht verloren.

    Eine Mitschuld sehe ich nun beim Verlag: Wenn man in dessen Lektorat von der Materie nichts versteht, was ja nicht schlimm ist, dann hätte man aber jemanden fragen können, der sich damit auskennt. Gibt ja genug Hochschulen mit entsprechenden Fachbereichen. Und genug ausgewiesene Experten.

  10. Thilo Baum am 25. Februar 2008 # :

    Entschuldigung, aber diese Geschichte wird langsam so absurd, dass sich die Frage stellt: Existiert Frank Müller?

  11. MZS am 26. Februar 2008 # :

    Ich möchte seine Website hier nicht verlinken. Gefühlssache. Aber Eichborn zeigt das Buch.

  12. Frank Müller am 26. Februar 2008 # :

    Hallo,
    sehr nette Seite hier. Ich bin darauf gestoßen, weil ich zufällig ebenfalls Frank Müller heiße, typographisch interessiert bin und als Texter mein Geld verdiene (wenn auch nicht als Buchautor).

    @Thilo Baum: In der Frankfurter Agentur, in der ich arbeite, hat sich vor einigen Jahren einmal ein Frank Müller als Texter beworben. Ich nehme an, dass es sich dabei um den Autor handelt. Vielleicht war es aber sogar noch ein anderer?

    Die Diskussion zeigt sehr schön, dass es sich lohnt, Quellen entweder so umzuformulieren, dass wirklich ein eigenständiger Text daraus wird oder Zitate als solch kenntlich zu machen. Allerdings würde es mich wundern, wenn dies hier Auswirkungen hätte. Am Ende bleibt wahrscheinlich das Buch. Jedenfalls ist das die Erfahrung aus der Werbung, wo man sich nur der ausgezeichneten Kampagnen erinnert, auch wenn jemand anders die Idee genauso schon früher hatte, sie allerdings nicht zu einem Wettbewerb eingereicht wurde.

    Ich bin übrigens neulich auf eine freie Serifenschrift gestoßen, die im Kapitälchenschnitt mit Versal-ß daherkommt. Wen es interessiert: Libertine

    Liebe Grüße,
    Frank Müller (ein anderer, der Name ist halt ein Sammelbegriff, es gibt auch noch einen SZ-Redakteur gleichen Namens)

  13. Visitor am 26. Februar 2008 # :

    > Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie aufregend und
    > schön es ist, wenn das erste eigene Buch gedruckt
    > ist.

    Es ist nicht Herrn Müllers erstes Buch. So war er Mitautor bei

    Rajan Autze / Frank Müller: Steintal-Geschichten. Auskünfte zu Ulrich Horstmann. Link zu Amazon

  14. MZS am 26. Februar 2008 # :

    Und ich kann ja nicht mal ergänzen, daß es sein erstes eigenes Buch ist. Aber es ist das erste, das so tut, als ob es von einem Menschen geschrieben wurde.

  15. nils am 26. Februar 2008 # :

    zur info:
    http://www.journalportal.de/news_einzeln.php?n_id=2987

    Link auf Journalportal Frankfurt
  16. hck am 26. Februar 2008 # :

    @Nils (#15): Danke! Besonders hübsch fand ich die Formulierung “Der Verlag entschuldigt sich damit, dass XYZ korrektes Zitieren nicht unbedingt liege.”

    Mal gucken wie lange ich warten muss bis ich das von irgendeinem Studierenden als Antwort auf Monita in bezug auf suboptimale Dokumentation verwendeter Literatur zu hören bekomme (mit oder ohne Verweis auf die Quelle) … :-) … .

  17. nils am 26. Februar 2008 # :

    hm, vor allem weil ja im klappentext steht, dass er außerdem germanist und journalist sei. aber egal…

  18. Ina am 26. Februar 2008 # :

    Lässt der Eichborn-Verlag seine Visitenkarten jetzt in der Druckerey drucken? ;-) Er kann doch dankbar sein, dass das Dilemma publik wurde, bevor das Buch in die Buchhandlungen kam. Außerdem wundert mich, dass der Verlag sich überlegt, das Buch nochmal neu zu drucken, arbeitet man mit so einem Autor noch zusammen?

  19. MZS am 26. Februar 2008 # :

    Der Eichborn-Verlag hat mich informiert, daß er das Buch aus dem Markt zurückgezogen hat, und er erklärt sein Bedauern.

    Dieser Satz aus der Meldung vom Journalportal Frankfurt: “Der Verlag entschuldigt sich damit, dass dem Werbetexter Müller korrektes Zitieren nicht unbedingt liege.” ist freilich nicht recht geschickt formuliert. Es handelt sich um eine Kombination aus Diebstahl geistigen Eigentums und Betrug, wobei der Verlag das erste Opfer dieses Betruges wurde, nicht ohne Mitschuld, meine ich. In der Beurteilung eines dieser Delikte Angeklagten würde das Gericht nach meiner Erfahrung als Schöffenrichter auf die Mitteilung dieses Angeklagten, die Anerkennung von fremdem Eigentum liege ihm nicht, eine eher ungünstige Sozialprognose stellen. (Und im Beratungszimmer sich erst mal ein bißchen schieflachen.)

    Ich glaube nicht, daß das Buch noch einmal in neuer Form erscheint, weil die Eigenleistung des Autors bei näherer Betrachtung allzu gering ausfällt. Er bietet nicht einen einzigen neuen Gedanken, sondern zitiert neben den gestohlenen Zitaten seitenweise die wenigen und zum Teil uralten Quellen, so daß mindestens ein Kapitel fast ausschließlich aus gestohlenem Eigentum und korrektem Zitat besteht. Der Rest ist schwer verständliches Geschwurbel.

    Wenn man von einem solchen Werk also ein paar Monate später ein zweites Exemplar bekäme zur Rezension, so würde kaum ein Rezensent auf den Hinweis verzichten, daß es sich um eine überarbeitete Plagiatssammlung handelt, deren Autor für den ersten Versuch nicht einmal vor dem Abschreiben aus der Wikipedia zurückscheute, sich nun aber binnen Monaten intellektuell so aufgebrezelt haben soll, daß er das Thema kompetent bewältigen zu können glaubt. Welcher Verlag möchte dieses Hohngelächter aus der Presse schallen hören?

    Ich kehre jedenfalls zum Tagewerk zurück: an die Druckmaschine. PS: Die Drucker des Plagiats-Albums tun mir leid. Es tut weh, wenn man ein Buch einstampfen muß. Auch wenn man die Arbeit bezahlt bekommt, wer druckt schon gern fürs Altpapier?

  20. Konrad am 26. Februar 2008 # :

    Amazon zumindest bietet das Buch weiterhin fleißig feil.

  21. MZS am 26. Februar 2008 # :

    Danke an WIVO für den folgenden Hinweis!

    Der Eichborn-Verlag reagiert öffentlich in seinem Web-Boulevard.

    In dem flotten Text heißt es hinsichtlich der hiesigen Story: “Und weil besagter Kenner der Materie ohne große Mühe nachweisen konnte, dass sich das Buch noch aus anderen ungenannten Quellen speiste, muss der Verlag jetzt die Notbremse ziehen” usw.

    Nur den letzten Satz kapier ich nicht: “Liebe Kollegen aus München: Bitte übernehmen Sie!” Wer in München soll was übernehmen?

  22. Visitor am 26. Februar 2008 # :

    Spekulation: Vielleicht wurde in München gedruckt und die Auslieferung muss jetzt zum Einstampfen umgeleitet werden oder Eichborn stampft traditionell in München ein (hat dort vielleicht einen Verwerter).

  23. A. Stötzner am 26. Februar 2008 # :

    Dieser Text aus dem Hause Eichborn ist, mit Verlaub, nun doch eine krasse Unverschämtheit. Da betrügt ein Autor (gr. auto=»selbst«!) mehrere Leute um die Früchte ihrer Arbeit und der Schwindel fliegt auf. Doch die Pressestelle darf weiterhin vollmundig über »mediale Aufmerksamkeit«, »sehr teuer«, »eigentlich auf der sicheren Seite« usw. schwadronieren. Wir dürfen von »feulletonistischer Fingerübung« und »Furor der Aufklärung« lesen, die da »mit der lässigen Eleganz eines Wortkünstlers, der … mit frohen Botschaften sein Geld verdien[e]« daherkommen.
    Nun verschlägt es mir aber wirklich die Sprache. Kein Wort von Unrecht oder Reue, von Versäumnissen oder einer Entschuldigung. Nein, stattdessen eine selbstgerechte Eskapade in wiederwärtigstem Werbefutzi-Jargon: das Ganze war nach wie vor »klug gedacht«, aber leider nur ein bischen »dumm gemacht«, weil der Autor, nun ja, kann-ja-mal-vorkommen-grins, etwas »offenbar vergessen hatte«. Fazit: »Notbremse« (sehr cool), »zerknirscht« (wir bekommen langsam Mitleid), doch das alles – welche Erleichterung! – »mit Billigung des Autors« (!) Wo leben wir eigentlich? Daß der Fall Müller im Hause Eichborn lediglich ein bedauerlicher Betriebsunfall ist, kann ich nach diesem Text nicht mehr glauben.
    »Was wird jetzt eigentlich aus dem ß?« werden wir von einem namenlosen Ignoranten gefragt, der sich offenbar immer noch nicht vorstellen kann, daß es zu dieser Frage tatsächlich aussagefähige Literatur gibt. – Wie sollte er auch. A:S

  24. hufi am 26. Februar 2008 # :

    Am Anfang empfand ich die Sache als ziemlich dumme Kleinigkeit. Aber gut, shit happens, sagt man wohl. Doch diese launige Antwort von Eichborn ist erschreckend – an Dürftigkeit und Billigkeit mangelt es dorten nicht.

  25. Jan am 26. Februar 2008 # :

    München = SZ, oder?

  26. MZS am 26. Februar 2008 # :

    Nachdem ich nun einige Stunden zu meinem Kerngeschäft zurückkehren und in meiner Werkstatt arbeiten konnte, die mir trotz der Unordnung plötzlich so sauber und ehrlich vorkam, und nachdem mich Kollegen daran erinnerten, wie das Büchermachen bis vor wenigen Jahrzehnten gehandhabt wurde, hat meine Zerknirschung einen etwas stärkeren Grad erreicht. Ich erinnerte mich auch daran, wie ich das SIGNA-Heft durchgearbeitet habe und daß ich meinen Text für die Süddeutsche Zeitung erst der Redaktion SIGNA vorgelegt habe mit der Bitte um Durchsicht, um nachschauen zu lassen, ob ich alles richtig verstanden habe. Ich habe von Signographie, Graphologie und Paläographie höchstens eine Ahnung. Aber man kann sich ja mal in ein überschaubares Gebiet einarbeiten und es mit dem eigenen Wissen ergänzt für den Zeitungsleser hübsch angenehm lesbar machen. Also eine Brücke schlagen zur Fachwelt, über die der interessierte Laie gern einmal spaziert.

    Und dann kommt so ein Betrüger und nimmt im Vorbeigehen einfach mal so die Arbeit mit, um sie einem Verlag zu verkaufen als seine eigene. Und dieser Verlag läßt sich von einem hergelaufenen Werbetexter ohne Reputation ein Buch aufschwatzen – womöglich war eine Aufschwatzung gar nicht nötig – irgendwie kommt ein Vertrag zustande. Und die Lektorin Waltraud Berz ist entweder nicht in der Lage, dieses Konglomerat als eines aus Diebstahl (Tatsache) und Geschwätz (Meinung) zu erkennen oder hatte aus mir unbekannten Gründen keine Gelegenheit, das Buch aufmerksam zu prüfen. Und niemand in diesem Verlag kommt auf die Idee, das Manuskript eines dahergelaufenen Werbetexters einmal von einem Dritten prüfen zu lassen.

    Und jetzt diese flapsige Einlassung des Eichborn-Verlages. Ich habe noch am Anfang dieser Geschichte gemeint, das ginge ohne Staat. Ich weiß nicht recht, ob man dem Eichborn-Verlag nicht doch die Bedeutung seines Handelns klarmachen sollte, wenn er nicht in der Lage ist, angemessen auf eine immerhin strafbare Handlung zu reagieren.

    § 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke
    (1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Der Versuch ist strafbar.

    § 108a Gewerbsmäßige unerlaubte Verwertung
    (1) Handelt der Täter in den Fällen der §§ 106 bis 108 gewerbsmäßig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.
    (2) Der Versuch ist strafbar.

    Der ganze Spaß, für den der Eichborn-Verlag die Sache offenbar hält, heißt Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz, welches auch in der Stadt Frankfurt am Main gilt und hier zu finden ist.

    Über Musik-, Video- und Softwarepiraterie kann sich die Verlagsbranche gar nicht genug aufregen. Wohl nicht zu unrecht. Wenn dieselbe Branche nun so fahrlässig Bücher von einem Plagiator publiziert, wird die geistige Arbeit einzelner Menschen zu ihrer Quantité négligeable. Wie Eichborn hier bloß von Unterlassungs- und Schadenersatzansprüchen schnackelt, das fordert die Klarstellung heraus, daß es sich bei der immerhin gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung nicht nur um einen üblen Scherz handelt. Der Verlag ruft der Öffentlichkeit launig zu, er sei „einigermaßen zerknirscht“. Deutlicher kann man die eigene Justitiarin nicht bloßstellen, die mir noch in einem vernünftigen und ernsthaften Ton schrieb, daß man „sehr bedaure“.

    Die viel stärker als ich von Frank Müller und seinem Verlag unrechtmäßig in Anspruch genommenen Autoren haben eine Erklärung veröffentlicht, aus welcher der Umfang eines Teils des Diebstahls hervorgeht. Insgesamt sind sechs Quellen identifiziert.

    Ich verlange keine Bitte um Entschuldigung vom Eichborn-Verlag. Ich bin ja nicht der Erzieher dieser Leute. Ich stelle nun fest, daß man im Eichborn-Verlag nach heutiger Sicht auf dessen ß-Buch weder die Kompetenz für ein solches Buch hat, noch die Einsichtsfähigkeit, das eigene Versagen zu im ganzen Ausmaß zu erkennen, noch die nötigen Manieren, um sich in der Zivilgesellschaft zu bewegen. Soll man den Staatsanwalt dazu bitten oder dieses Haus einfach künftig als Teil eines Milieus beäugen, mit dem man lieber nichts zu tun hat, und wenn, dann mit dem Gesetzbuch in der Hand? Die flapsige Erklärung bittet geradezu um eine Erziehungsmaßnahme. Nur hab ich keine Lust auf Erziehung und Verwaltungsakte.

  27. Thilo Baum am 26. Februar 2008 # :

    Die Erklärung vom Verlag zeigt, dass man eine ziemlich ernste Geschichte, die morgen sicherlich die Zeitungen haben werden, herunterspielt durch launige Sprüche. Mir ist es unverständlich, wie ein Verlag das Ganze so ins Lachhafte ziehen kann. Ich sehe es auch so, dass diese Erklärung im Grunde die Justiziarin diskreditiert, die zunächst gesagt hatte, man würde die Sache “bedauern”. Von Bedauern kann jedoch keine Rede sein, wenn man sich dieses unglaubliche Statement des Verlages anschaut. Es klingt, als habe es ein Pressestellen-Praktikant geschrieben, der sonst Comics betextet. Im stilistisch-rhetorischen Sinne: ein komplett unangemessener Text. Ein Indiz für Unfähigkeit.

  28. Harki am 27. Februar 2008 # :

    Diese Erklärung des Verlages ist naßforsch, jämmerlich, obszön und so gequält humorig, daß sie wie eine schlechte Parodie des bekannt schlechten Stils des Verlages wirkt. Sozusagen eine schlechte Selbstparodie. Schon die Sprache: “einer der mit dem Buch beschickten Kritiker”. *kotz* Wer unter dem Zwang steht, ständig und immerzu alles ironisieren zu müssen, und unbedingt immer auch ein bißchen (aber auch ja nicht zuviel!) sich selbst, macht sich lächerlich.

    Dieser piefig-miefig-versäuerte Dauerhumor, das ist wie die chinesische Wasserfolter: “tropf, tropf, tropf”. Eine karnevalistische Büttenrede oder eine Bild-Schlagzeile à la “Wird sie geköpft?” sind Gold wert, verglichen damit. Nervensägengeschreibsel.

  29. Markus am 27. Februar 2008 # :

    Unfassbar.

  30. hufi am 27. Februar 2008 # :

    Die reden sich um Kopf und Kragen – vor allem um Reputation. Der Text macht den Eindruck, als schiebe man dem eigentlichen Urheber und Entdecker auch noch die Schuld in die Schuhe, dass nun der “wahre” Autor die Nichtauslieferung billigen müsse. Wie gemein, so ein Spielverderber aber auch, diese Schröder.

    Für mich hat sich Eichborn damit endgültig aus dem Kreis halbwegs vernünftiger Verlage katapultiert.

  31. Florian am 27. Februar 2008 # :

    Die Erklärung ist umso empörender, da sowohl Herr Schröder wie andere Betroffene ja mit bewunderswürdiger Noblesse und Großzügigkeit reagiert haben. Und dann dieses peinliche Geflachse, das wie von Frank Müller selbst formuliert klingt. Ich finde, ein offener Brief wäre fällig.

  32. wivo am 27. Februar 2008 # :

    Zweifellos ist die ERKLÄRUNG von Eichborn etwas gequält selbstironisch. Aber immerhin hat der Verlag in der SACHE schnell und konsequent reagiert. Und die Rücknahme des fertigen Buches vom Markt ist wirtschaftlich der GAU: alle Kosten sind entstanden, die Amortisation entfällt. Was sie von Herrn Müller zurückerhalten, ist offen. Das ist die Höchststrafe. Ob das alle Verlage gemacht hätten? (Kleiner Versuch der Ehrenrettung …)

  33. GrooveX am 27. Februar 2008 # :

    @32, gute güte, das ist doch kein wirtschaftlicher gau. dieses produkt hätte doch nie ein millionen-auflage erreicht. das wird abgeschrieben – also nicht nur das buch, auch der verlust.

    was mich verwundert ist, dass paraphrasierung nicht mehr zur handwerklichen grundausstattung zu gehören scheint.

  34. Visitor am 27. Februar 2008 # :

    Kommentar 26, MZS:
    > nachdem ich nun einige Stunden zu meinem
    > Kerngeschäft zurückkehren und in meiner Werkstatt
    > arbeiten konnte, die mir trotz der Unordnung
    > plötzlich so sauber und ehrlich vorkam,

    Ein tolles Gefühl, nicht? Ein Gefühl, das Autor Frank M. und die PRler des Eichborn-Verlages vielleicht gar nicht kennen.

    Diese Eichborn-Pressemitteilung versucht Schadensbegrenzung für den Verlag zu betreiben. Dabei bleibt die Ehrlichkeit ein weiteres Mal auf der Strecke. Es wird sogar ein bisschen mit Dreck geworfen und so getan, als ob eine böse einstweilige Verfügung im Raum stand, und zwischen den Zeilen meine ich zu lesen, dass man das Ganze auf einen kleinen Akademikerstreit drehen möchte “verwandte Geister”, “Kenner”, usw.”. Dazu kommt, dass die Aussage “mit Billigung des Autors” sachlich falsch ist. “aufgrund der Missbilligung der wahren Autoren” wäre richtig.

    Der Stil der Eichborn-Pressemitteilung passt aus meiner Sicht durchaus in das Profil des Verlages. Nach vorne lustig, lustig, trallala, aber gleichzeitig hintenrum hinterhältig nachtreten.

    Ich bedaure etwas die Justitiarin des Eichborn-Verlages. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie es war, die auf den Rückzug des Buches gedrängt hat, während Buchhaltung und PR vielleicht Durchhalteparolen ausgegeben haben. Hoffentlich wird sie in der Verlagskantine noch gegrüsst :-)

    Übrigens, ich finde der ganze Kommentar 26 hätte es verdient, als ein eigener (Fortsetzungs-) Beitrag im Blog zu erscheinen, statt nur als Kommentar.

  35. Hans-Georg am 27. Februar 2008 # :

    Professor Ickler hat seinen Beitrag zu diesem Plagiat hier dokumentiert.

  36. MZS am 27. Februar 2008 # :

    Vielen Dank! Mit Theodor Ickler wäre der Besitzer der siebten Quelle gefunden. Wer liest ihn nicht gern!

    @32: Der Vorschlag zur positiven Sichtweise ist immer willkommen. Beruhigt die Nerven, fördert den Humor (Womit ich meinen eigenen meine.) Ich würde indes auch meinen, der Rückzug des Buches resultiert nur in Einsicht in die Notwendigkeit; persönliche Verantwortung hingegen wird bislang nirgends gezeigt. Die Verluste machen sich ja nicht auf den Gehaltsabrechnungen der Verlagsangestellten bemerkbar. Ggf. kann sich der Verlag an seinem Vertragspartner schadlos halten, der Betrag ist überschaubar.

    @34: Danke für die Blumen, aber der nächste Hauptbeitrag im Blog wird wieder von erfreulichen Dingen handeln.

  37. Uta Niederstraßer, Leitung Presse- und Öffentlichkeit, Eichborn am 27. Februar 2008 # :

    Vielleicht noch zum Aspekt “Sichtweise”, an dieser Stelle der Verlag: Da Frank Müllers Buch einen “humoristischen” Ansatz wählt – was bei Eichborn auch zum Profil gehört – haben wir eichborngemäß reagiert und auf unserer Homepage die Frage gestellt, was nun, nach der Rücknahme des Buches, aus dem Eszett werden soll? Offenbar hat unsere versöhnlich gemeinte Stellungnahme bei einigen der von der fehlenden Zitation betroffenen Personen zu Irritationen geführt. Wir möchten all jenen, die sich durch Frank Müllers Buch oder unseren Kommentar verletzt fühlen, versichern, dass dies nicht unsere Absicht war. Sollte dennoch ein solcher Eindruck entstanden sein, bedauern wir dies zutiefst. In der Sache fühlen wir uns dem Urheberrecht in besonderem Maße verpflichtet. Daher auch unsere rasche Reaktion, die uns wirtschaftlich übrigens durchaus erheblichen Schaden zufügt. Und – selbstverständlich werden wir das Buch nicht neu auflegen.

  38. Walter am 27. Februar 2008 # :

    Am Rande: Frank Müller hat auch schon mal in ein und derselben Ausgabe einer Online-Zeitschrift sage und schreibe dreißig Sammelrezensionen veröffentlicht. Dies lässt doch auf eine fahrlässig hohe Kompilationsroutine schließen… Aber eine Frage hätte ich doch noch: Wie kann man so blauäugig sein, die Rezensionsexemplare genau denjenigen Experten zuzuschicken, bei denen man sich bedient hat?

  39. A. Stötzner am 27. Februar 2008 # :

    @37: Sehr geehrte Frau Niederstraßer, für die erfolgte Änderung der »Eichborn-Boulevard«-Meldung würde ich mich bedanken, wenn sie nicht überfällig und selbstverständlich wäre. Apropos Selbstverständlichkeiten: Ihr Haus erweckt den Eindruck, genau damit ein notorisches Problem zu haben. Auch Humor ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit, doch bei Ihnen (Eichborn) ist es nur ein aufgesetzter Krampf, der die Leute eichbornmäßig verscheißern und über Ihre Hohlheiten hinwegtäuschen soll. Ihre »versöhnlich gemeinte Stellungnahme« – wir sprechen immer noch über RECHTSBRUCH, nicht über irgendeinen Zankapfel –, hat keineswegs Irritationen ausgelöst, sondern ist von allen, die sich dazu äußerten, genau so verstanden worden, wie sie geschrieben war: als Entgleisung. Sie sollten, statt weiterhin solchen Schwachsinn wie »Was wird nun aus dem ß?« zu verbreiten, besser intern die Frage aufwerfen: Was wird aus Eichborn? Wo offenbar Grundlagen des Anstands und des Handwerks verschüttgegangen sind. A:S

  40. Martin am 27. Februar 2008 # :

    Die Veralberung geht weiter. Unfaßbar. Dreist.

    Jetzt würde mir der Geduldsfaden endgültig reißen.

  41. Frank Müller am 27. Februar 2008 # :

    Wow, das hat sich ja rasant entwickelt. Ich muss wohl meine in Kommentar 12 geäußerte Meinung, diese Diskussion werde wahrscheinlich keine großen Auswirkungen haben, revidieren. Manchmal ist das Leben doch gerecht.

    Mit dem Buchversuch hat sich mein Namensvetter wirklich keinen Gefallen getan. Und den ohnehin schon nicht besonders guten Ruf der Werbetexter hat der Vorfall sicher weiter ramponiert. Schließlich hat der Verlag sich ja auch nicht damit entschuldigt, dass dem Germanisten Müller »korrektes Zitieren nicht unbedingt liege«. Es war mal wieder ein Werbefuzzi.

    Dabei ist mir als eben solchem und Germanist wirklich völlig unverständlich, wie man bei einem wahrlich nicht sehr umfangreichen Thema so dreist kopieren kann. Eichborn hat den humoristischen Ansatz des Buches hervorgehoben. Der kann doch nur darin bestehen, neue Formulierungen, Perspektiven und Sätze zu finden, anstatt die Seiten per copy and paste zu füllen.

    Nur gut, dass ich kein Buchprojekt in Planung habe. Als Texter mit dem Namen Frank Müller dürfte man in der nächsten Zeit in arge Erklärungsnot geraten. Jetzt frage ich mich nur, wie deutlich ich in meinem kleinen Blog und bei Xing darauf hinweisen muss, dass es sich beim Plagiator um einen anderen Frank Müller handelt.

    @Walter:Die Sammelrezensionen in der o.g. Online Zeitschrift schienen mir beim Überfliegen gar nicht einmal misslungen. Ich kann mir kaum vorstellen, dasssie in dieser Menge extra für die eine Ausgabe der Online-Zeitschrift geschrieben wurden. Oder wenn, dann mit sehr langem Vorlauf. Vielleicht gab es ja schon eine Halde an Texten, die umgearbeitet wurden.

  42. MZS am 27. Februar 2008 # :

    Die neue Erklärung des Eichborn-Verlages zu seiner Plagiatssammlung von Frank Müller lautet:

    Neuigkeiten aus dem Verlag mit der Fliege

    Fehlende Quellennachweise in Frank Müllers “ß – Ein Buchstabe wird vermisst”

    Der Eichborn Verlag hat den für März angekündigten Sachbuchtitel “ß – Ein Buchstabe wird vermisst” von Frank Müller zurückgezogen. Nach mehreren Beanstandungen wegen nicht kenntlich gemachter Zitate und fehlender bzw. unvollständiger Quellenangaben, haben wir uns unverzüglich zu diesem Schritt entschlossen. Der Eichborn Verlag und der Autor Frank Müller entschuldigen sich ausdrücklich bei den Autoren der nicht kenntlich gemachten Quellen.

    und ist hier zu finden.

    Daß man auf eine Verletzung der Sitten und der Gesetze nicht mit Späßen reagiert, gehört zum guten Benehmen. Eichborn ist eben so mit Spaßigkeit gesegnet, daß man davon auch mal naß wird als Außenstehender. Mit Humor hat das nichts zu tun, eher wurde es offenbar als Zynismus aufgefaßt. Das Buch von Frank Müller ist nicht humorvoll, es witzelt. Das kann man mögen oder nicht, aber zwischen Witz, Komik und Humor liegen Unterschiede, die im schallenden Gelächter des Eichborn-Verlages untergegangen sind.

    Die neue Erklärung ist sicherlich auch gut gemeint. Allerdings ist es nicht möglich, sich selbst zu entschuldigen, der Eichborn-Verlag kann bitten, ihn zu entschuldigen. Er spart sich das, um sich auch den Versuch einer Erklärung zu sparen. Die Fragen, die sich jedem stellen, der im Verlagswesen nur annähernd beschlagen ist: Warum hat die Lektorin die Stilwechsel nicht bemerkt? Warum ist das Buch nicht begutachtet und somit abgesichert worden? – diese Fragen umgeht der Verlag. Man möchte die Sache nur fix loswerden. So erlangt man keine Vergebung.

    Fehler passieren. Als Drucker und Dienstleister ist mir das nicht fremd. Wenn es zu einer Reklamation kommt (es passiert zum Gück selten), setze ich von Anfang an alles daran, meinen Kunden von meinem Fehler zu entlasten. Ich weiß, wie unangenehm es ist, wenn man etwas reklamieren muß. Man fragt sich, ob die Reklamation anerkannt wird oder ob man einen Zaun vom Streit brechen wird. Wird die andere Seite überhaupt zuhören? Allein dieser Ärger bei meinem Kunden tut mir leid. Ich verhalte mich so, wie ich es mir von einem Dienstleister wünsche, der mich enttäuscht hat. Natürlich gelingt das nicht immer, aber sehr selten gelingt es nicht.

    Eichborn fehlt das Verständnis für einen Autor, der um seine Arbeit betrogen wurde. Ich meine dabei nicht mich und meine drei Absätze in Müllers Buch, sondern vor allem die Originalquellen wissenschaftlicher Arbeit, die angezapft wurden und wofür die beiden Stötzners zeitaufwendig geforscht haben. Im Eichborn-Verlag versteht man die Erregung nicht, weil man kein Verständnis für Autoren aufbringt.

    Was lernt man daraus? Das nächste Plagiat dieser Sorte wird auf den Rechtsweg geschickt und der finanzielle Schaden für den Verlag und Autor nicht, wie es hier geschehen ist, minimiert. Wo Eichborn draufsteht, ist Spaß und Schenkelklopfen drin, das wissen wir nun auch genau. Um so ein Haus ist es nicht schade. Weiterhin viel Superspaß mit den Fliegen! Die setzen sich bekanntlich nicht überall hin, der Slogan enthält viel Wahrheit.

  43. MZS am 27. Februar 2008 # :

    Sehr lustig: Theodor Ickler, der seine Notizen zu einer nicht mehr benötigten Rezension zeigt.

    Ickler beispielsweise: “Das ganze Buch ist einem überhitzten, ständig geistreich wirken sollenden Ton abgefaßt, der auch wegen der Abwesenheit von Humor schwer zu ertragen ist. Neben einigen Druckfehlern findet man ein paar Blüten wie diese: mimetisches Nachplappern (112); die Dicke der sich darunter befindlichen Butterschicht (44).”

    Hahaha! Lieber Eichborn-Verlag! Solche Blüten nennt man nicht Humor. Das ist unfreiwillige Komik. Köstlich. Ob ich die Eichborn-Bücher im Abo günstiger kriege?

  44. Florian am 27. Februar 2008 # :

    So groß kann des Autors Zeitdruck, der entschuldigend vorgeschoben wurde, nicht gewesen sein – steht doch von ihm ein offenbar bereits 2003 erschienener Aufsatz zum Thema im Netz. Ein kurzes Überfliegen genügt, um sich den »humorigen« Stil des Buchs ungefähr vorstellen zu können …

  45. MZS am 27. Februar 2008 # :

    Das Buch ist so wie dieser Text.

  46. Florian am 27. Februar 2008 # :

    Ah, und hier derselbe Aufsatz gleich noch einmal – mit bereits dort skeptischen Kommentaren. Mir genügt’s – zurück zur Arbeit.

  47. Peter Lüber am 28. Februar 2008 # :

    Vom Zitieren

    Peter Lüber, „Mogelei – vom Stehlen und Hehlen“, Lug- und Trug-Verlag, Schurkenstadt 2008, Erstauflage, Seite 123: „Der Vor- und Nachname des Autors, der Titel und – falls vorhanden – der Untertitel seines Werkes, der Name und die Adresse des Verlages, das Erscheinungsdatum der Ausgabe und sodann, nach Nennung der Seitenzahl, buchstabengetreu endlich das Zitat: Dies nennt man richtiges Zitieren.“

    In der ersten – inzwischen verschwundenen – Erklärung des Eichborn Verlages stand zu lesen: „Das war dumm gemacht, weil so offensichtlich wurde, was der Autor offenbar vergessen hatte: daß er sich mit fast wortgleichen Formulierungen fleißig aus dem Artikel bedient hatte, ohne sie als Zitate zu kennzeichnen.“ Der Wortlaut dieser Erklärung wurde an dieser stelle konserviert: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=575#6536

    Ein Germanist muß doch, vermute ich, nach dem Gymnasium ein Studium absolviert und Dutzende Bücher gelesen haben, und wissen, wie man korrekt zitiert. Doch hier haben offensichtlich Hinz und Kunz zueinandergefunden: Denn die „fast wortgleichen Formulierungen“ könnten nur Betrüger als Zitate ausgeben.

  48. A. Stötzner am 28. Februar 2008 # :

    Neue Besprechung des Falles

    A:S

  49. Martin am 28. Februar 2008 # :

    Humorige Ergänzung zu diesem (Un)fall: Amazon.de listet dieses Buch noch, und zwar aufgrund des Titels in dieser Kategorie:

    “Fachbücher > Geschichtswissenschaft > Neuzeit > Nationalsozialismus > SS”

  50. MZS am 29. Februar 2008 # :

    Das SZ-Magazin bringt heute einen Artikel von Frank Müller über das Verschwinden des ß. Online sehe ich keinen Hinweis auf das einzustampfende Eichborn-Buch, Prof. Ickler meldet ihn allerdings, ich nehme an, er steht im gedruckten Heft.

    Der Artikel ist so quatschig wie das Buch, einen Diebstahl sah ich nicht. Daß Müller den Artikel nicht zurückgezogen hat, erscheint auch mir frech.

  51. fxf am 29. Februar 2008 # :

    Gerade nachgesehen – die Ankündigung steht in der Printversion unter dem Artikel.

  52. Florian am 29. Februar 2008 # :

    Von der ganzen leidigen Plagiatsgeschichte einmal abgesehen: Dass Müller die ganze Diskussion um das ß publizistisch verwertet, zeugt ja von einer guten Nase für aktuelle Themen. Auch dass er die durch die Neue Rechtschreibung ausgelöste Verwirrung um den Buchstaben theatralisch zu einem pathetischen Abgesang auf das sz emporsteigert, ist ja durchaus amüsant. Einmal amüsant. Dass Müller aber diesen einen, eher schlichten, Einfall, dem verschwindenden ß ein wortreiches Requiem zu widmen, offenbar seit Jahren (!) wieder und wieder in Artikeln – und sogar (fast) in Buchform – aufwärmt, macht die Sache nicht nur schwerfällig und krampfig: Bei der verbissenen Jagd nach ›falsch‹ geschriebenen Einzelwörtern (seht her, um Gottes Willen, auch hier: »heiss« statt »heiß«!) geraten doch die wesentlichen Themen – Neue Rechtschreibung, Sprachgeschichte etc. – völlig aus dem Blick. Peinlich genug, dass die SZ nach dem Vorgefallenen noch einmal eine Version aus der Kompilierwerkstatt Müller abdruckt …

  53. Walter am 29. Februar 2008 # :

    Wer findet die Vorlagen für Müllers neuestes Werk? Ich bin nach kürzester Zeit schon auf zwei gestoßen …

  54. MZS am 29. Februar 2008 # :

    Die erste Vorlage: Theodor Ickler meldet die Übernahme einer Formulierung aus dem Scheinschlag. In seinem Buch hat Müller diesen Satz allerdings als Zitat aus dem Scheinschlag 2/2001 (ohne die Autoren Frank Willmann und Jörn Luther zu nennen) ordentlich gekennzeichnet.

    Welche ist die zweite Vorlage?

  55. Connie Müller-Gödecke am 1. März 2008 # :

    In der Online-Ausgabe des Magazins der Süddeutschen steht der Artikel noch, ohne jeden Hinweis auf irgendeine Diskussion:

    Hier

    Gruss, CMG

  56. A. Stötzner am 1. März 2008 # :

    Ich habe der Redaktion des SZ-Magazins soeben folgende Nachricht gesandt:
    „Zum Beitrag »UNVERGEßEN« von Frank Müller, 29. 2. 08: Gegen den Autor und sein angekündigtes Buch »ß« werden, wie Ihnen offenbar entgangen ist, seit dem 25. 2. 08 im Internet mehrfach Plagiatsvorwürfe erhoben. Der Eichborn-Verlag mußte daraufhin bereits am Dienstag, 26. 2., das Buch vom Markt nehmen, es wird nicht mehr ausgeliefert. Es wäre angemessen, wenn Sie wenigstens in der Netz-Veröffentlichung des Beitrages (gegen den übrigens auch schon Plagiats-Vorwürfe erhoben wurden) eine Information über den Hergang und die Praktiken dieses »Autors« ergänzen würden. A:S“

  57. Walter am 1. März 2008 # :

    @54: Das schiefe Bild vom »Buchstaben-Zombie«, der »nicht leben und nicht sterben« darf, stammt ebenfalls bereits aus Müllers früherem Artikel. So schreibt er wenigstens bei sich selbst ab …

  58. MZS am 1. März 2008 # :

    Sich selbst zu zitieren ist zulässig. Es wird sicherlich auch oft unbewußt passieren, daß man sich wiederholt, wenn man über eine Sache öfter spricht. Das Zombie-Bild erscheint mir zwar wenig sinnvoll, aber nicht schief.

  59. A. Stötzner am 4. März 2008 # :

    Aus der Redaktion des Süddeutsche-Zeitung-Magazins bekam ich heute die Nachricht, daß Müllers Artikel »Unvergeßen« am Dienstag (26. 2.), als Eichborn das Buch zurückzog, bereits im Druck war. »Wir sind ein Opfer von Herrn Müller, ebenso wie Ihre Zeitschrift.« A:S

  60. A. Stötzner am 4. März 2008 # :

    Offenbar ganz frisch: die ganze Geschichte bei SPIEGEL ONLINE, siehe http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,,00.html
    A:S (– Dank an Tilo Richter :-)

  61. MZS am 4. März 2008 # :

    Einfacher so: Klick

  62. Thilo Baum am 4. März 2008 # :

    @ 59: Ist ja nett vom SZ-Magazin, aber warum bleibt die Geschichte dann online?

    Kann es sein, dass es den Verlagen schlicht egal ist?

  63. MZS am 5. März 2008 # :

    @62: Nein, es ist sicherlich nicht egal, und im SZ-Magazin hält man die Sache für einen ärgerlichen Vorgang. Nun bildet die Website des Magazins aber den Inhalt des Heftes ab. Ich schlage vor, den ß-Buch-Werbetext dort als Denkmal zu betrachten.

  64. A. Stötzner am 5. März 2008 # :

    Als Mahnmal. :-) A:S

  65. MZS am 8. März 2008 # :

    Süddeutsche Zeitung, 7. März 2008
    Feuilleton/Literatur, Seite 16

    Gänsefüßchen vermißt

    Der Eichborn-Verlag zieht ein Buch zurück

    (Manuskriptfassung, unreformierte Rechtschreibung)

    Am Montag sollte im Eichborn-Verlag ein Buch des Frankfurter Journalisten und Werbtexters Frank Müller erscheinen: „ß. Ein Buchstabe wird vermisst“. Einige Tage zuvor hatte der Verlag Rezensionsexemplare verschickt, namentlich an von Müller genannte Experten für Schrift.

    Als einige dieser um Kritik gebetenen Kenner der Materie das Buch zu lesen begannen, verblüffte sie nicht nur die Ansicht, der Buchstabe ß würde bald verschwinden, sondern waren sie auch erstaunt darüber, ihre eigene Arbeit in dem Buch wiederzufinden. Der Eichborn-Autor hatte seitenweise aus mehreren Aufsätzen der Fachzeitschrift „Signa“ abgeschrieben, Passagen aus Theodor Icklers Buch „Falsch ist richtig“ übernommen, vom Deckel eines Buches von Judith Schalansky abgekupfert, sich aus der Wikipedia bedient und schließlich auch aus dieser Zeitung ein paar Absätze in sein Werk kopiert – nur ließ er mit dem ß auch die Anführungszeichen sterben.

    Während die Opfer dieser umfangreichen Urheberrechtsverletzung in Blogs und Foren über den Umfang der Plagiate Klarheit erlangten, baten sie den Verlag um eine Stellungnahme.

    Die Justitiarin des Eichborn-Verlages teilte auf dringlichere Nachfrage mit, daß die Auslieferung des Buches angehalten würde, kurz darauf ließ sie wissen, daß der Verlag „die Angelegenheit“ bedaure und das Buch zurückziehe.

    Die PR-Abteilung des Verlages dagegen testete zum Ärger der Betroffenen deren Belastbarkeit für das Eichbornsche Verständnis von Humor und witzelte in ihrem „Boulevard“ im Internet, einstweilige Verfügungen garantierten zwar mediale Aufmerksamkeit, könnten aber teuer werden. Im Falle dieses Buches müsse der Verlag „jetzt die Notbremse ziehen“ und nehme es „mit Billigung des Autors“ vom Markt: „Einigermaßen zerknirscht, weil wir als Verlag natürlich im besonderen Maße verpflichtet sind, das Urheberrecht zu schützen.“

    Aber mit dieser unernsten Zerknirschung war Eichborn an die Falschen geraten. Einige der bestohlenen Autoren vermißten ein Wort des Bedauerns, den Versuch einer Erklärung anstelle lockerer Sprüche und hielten dem Verlag in einigen Internet-Foren die hässlichen Worte „Plagiat“ und „Diebstahl geistigen Eigentums“ vor. Sie richteten ihre zorngeschwellten Zeigefinger sogar auf den im Urheberrecht angedrohten Freiheitsentzug für gewerbliche Verwertung geschützter Werke.

    Statt dem „Verlag mit der Fliege“ zu danken, daß ihre Geistesfrüchte überhaupt der Vervielfältigung für wert gehalten wurden und eine so hübsche Collage mit derart einmalig interessanten Stilwechseln entstanden ist, die nicht von krümelartigen Anführungszeichen oder den Spuren oller Gänsefüße beeinträchtigt wird. Und mal unter uns Betschwestern: Ist ein Quellenverzeichnis nicht recht unziersam?

    Hat nun also Eichborn ein paar Stubenfliegen vorsorglich in die Justizvollzugsanstalten zum Bußetun geschickt, dann begütigend seine Erklärung zurückgezogen und dafür eine dieser langweiligen ausgehängt, von wegen „entschuldigen sich ausdrücklich bei den Autoren der nicht kenntlich gemachten Quellen“. Die sollen sehen, ob sie noch einmal einen Plagiator finden für eine so schöne Zusammenstellung!

    MARTIN Z. SCHRÖDER

  66. MZS am 8. März 2008 # :

    Auf Amazon wird das Buch von Frank Müller heute von fünf Anbietern feilgeboten. Ob der Verlag es ernstgemeint hat mit dem Zurückziehen?

  67. Karlheinz Mosblech am 8. März 2008 # :

    Schöner Text für die Süddeutsche. –

    Ich glaube nicht, dass die fünf Anbieter bei Amazon (die in Wirklichkeit auch nur drei zu sein scheinen) tatsächlich liefern können. Das deucht mir was automatisch Generiertes sein.

    Bei den großen Barsortimenten KNV und Libri ist der Titel als vergriffen gemeldet. Ich glaube nicht, dass das Buch die Hallen der eichbornschen Verlagsauslieferung LKG in Richtung Handel verlassen hat. Bis sich der Status in alle Datenbanken fortgepflanzt hat, dauert es immer ein Weilchen.

  68. Jeeves am 8. März 2008 # :

    “Und niemand in diesem Verlag kommt auf die Idee, das Manuskript eines dahergelaufenen Werbetexters einmal von einem Dritten prüfen zu lassen.”

    Gleiches musste ich mal vor ein paar Jahren dem Verlag “Schwarzkopf & Schwarzkopf” vorwerfen, als der ein “Deutsch-Rock-Lexikon” veröffentlichte, das ein paar Jahre zuvor von jemand ganz anderem geschrieben und veröffentlicht wurde, und das eigentlich jeder Insider seit Jahren kannte, besaß und benutzte; nur eben der Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag und seine Lektoren hatten wohl noch nie davon gehört. Der Verlag druckte es aber (fast) Wort für Wort nach, unter dem Namen eines neuen Autors, dem im Vorwort auch noch ganz tolle Recherchen zugeschrieben wurden. Das Buch wurde nach meiner Mitteilung zurückgezogen; und man hat sich wohl dann mit dem ursprünglichen und eigentlichen Autor des Lexikons, Günter Ehnert, irgendwie geeinigt.

    Lustig daran war, daß mir fasst zur gleichen Zeit ein Jubel-Artikel im SPIEGEL über genau diesen Verlag unterkam (den ich seit dem Plagiat nur noch als “Schwachkopf & Schwachkopf” bezeichne), der den Aufhänger hatte, dass nun gerade dieser tolle Verlag im Bereich Jugendkultur, Musik, Pop&Rock gaaaanz toll Bescheid wüßte.
    Und was andres: soviel mir als Vielleser bekannt ist, hat der “Eichborn Verlag” (der mit der Fliege) nicht den tollen guten Ruf, der ihm in manchen Kommentaren unterstellt wird. Ganz im Gegenteil.

  69. kulturnation.de am 8. März 2008 # :

    Schrift setzen oder stellen? Frage ich mich nach der Meldung bei WDR3:
    …schnipp…
    Eichborn-Buch als Plagiat entlarvt
    07.03.2008

    Der Eichborn-Verlag hat die Auslieferung des Buchs: “ß. Ein Buchstabe wird vermisst” gestoppt. Wie sich herausstellte, hat der Autor Frank Müller für sein Erstlingswerk seitenweise abgeschrieben, ohne dies kenntlich zu machen. Er übernahm ganze Passagen aus Büchern und Fachzeitschriften und bediente sich auch bei Wikipedia. Aufgeflogen ist der Schwindel durch den Berliner Schriftsteller Martin Z. Schröder, der beim Blättern in einem Rezensionsexemplar eigene Texte wiederfand.

    …schnapp…

  70. MZS am 9. März 2008 # :

    Mal wird gestellt, mal wird gesetzt. Hauptsache Lettern! Man gilt manchem schon als Schriftsteller, weil man mal einen Roman veröffentlicht hat. Aber das ergibt sich eben aus den heute üblichen Mischbiographien oder wie man das unter Soziologen nennt: das Arbeitsleben beschränkt sich nicht mehr auf einen Beruf von der Lehre bis zur Rente.

  71. kulturnation.de am 9. März 2008 # :

    Lieber Herr Schröder,

    nach (seufz) dem Absenden hatte ich gedacht: “In meinem Kopf liest sich das richtig – aber in anderen vielleicht nicht…”

    Ich habe natürlich schon Ihre abwechslungsreiche Biographie mitbekommen. Im Moment des Lesens der WDR-Meldung dachte ich nur zum einen: Na, die bekommen den Fall Müller auch noch mit. Und: Wahrscheinlich hätte es Verwirrung gegeben, wenn dort

    “durch den Berliner Schriftsetzer Martin Z. Schröder”
    gestanden hätte. Da müßte man dann ja vielleicht erklären… Aber bevor ich mich weiter um Kopf&Kragen schreibe, setze ich mich lieber und schweige ein Weilchen.

  72. MZS am 9. März 2008 # :

    Schriftsetzer geht ja noch, aber die Berufsbezeichnung Schweizerdegen versteht kein Mensch. Weshalb ich sie gar nicht erst führe. Nur unter Kollegen weiß man dann gleich Bescheid – und guckt die Arbeiten des Schweizerdegens noch kritischer an.

  73. Stefan am 15. März 2008 # :

    Interessanterweise konnte ich das besagte Buch des Herrn Müller in einem Hallenser Buchhaus am Freitag entdecken und wenn ich gewollt hätte, auch käuflich erwerben. Wie kann das sein, wo doch die Auflage eigentlich zurückgenommen sein sollte?

  74. Martin Emmerich am 9. April 2008 # :

    Das versale ß wurde übrigens heute in den Unicode-Standard 5.1 aufgenommen! Der Artikel auf Heise verweist auch auf die schöne Ausgabe von Signa zum versalen ß.

  75. Johannes F. Woll am 26. Juni 2008 # :

    Nun ist das ESSZETT auch im Buchmarkt angekommen:
    http://www.buchmarkt.de/index.php?mod=news&page=32601
    mit dem Verweis auf den heutigen Artikel in der Frankfurter Rundschau: http://fr-online.de/in_und_ausland/magazin/?em_cnt=1357728&, der mit der Forderung schließt, »die Typographen müssen sich erst an die Arbeit machen und große “Eszette” schnitzen«.
    Wohlan!

  76. Nadine am 4. November 2008 # :

    Ich besitze dieses Buch durch einen Zufall und hab noch zwei Seiten gefunden, die Herrn Müller offenbar als Vorlage gedient haben:

    http://home.arcor.de/unipohl/Uneuropaeisch.htm
    http://sprache-werner.info/ss_ist_ueberfluessig.4919.html

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